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vom 07.06.2017, aktuelle Version,

Knoten Pongau

Vorlage:Infobox Autobahnkreuz/Wartung/AT-A
Knoten Pongau (Exit 47)
A10 (164 311)
Karte
Übersichtskarte Knoten Pongau (Exit 47)
Lage
Land: Österreich
Bundesland: Land Salzburg
Koordinaten: 47° 26′ 18,2″ N, 13° 13′ 23,7″ O
Höhe: 667 m ü. A.
Basisdaten
Bauart: Verteiltes Dreieck
mit Teilkleeblatt
auf Zubringerrampe
Brücken: 3 (Autobahn) / 1 (Sonstige)
Baujahr: 1986

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/AT-A
Autobahn A10 in Österreich
Autobahnzubringer
Pongau – Bischofshofen
Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/Schild ausgeblendet
Basisdaten
Betreiber:
Gesamtlänge: ca. 7 km

Bundesland:

Salzburg

Der Knoten Pongau (Exit 47) ist eine Autobahnanschlussstelle, die die österreichische Pinzgauer Straße (B311) an die Autobahn Tauern Autobahn (A10) anbindet. Sie liegt im Salzburger Bezirk St. Johann im Pongau bei Bischofshofen.

Funktion

Die Tauernautobahn Salzburg – Villach, eine der wichtigen Alpentransversalen, führt von Salzburg im Salzachtal südwärts, und wechselt dann über das Fritztal in das Salzburger Ennstal bei Radstadt, und führt dann durch den Tauerntunnel weiter südwärts. Dadurch ist sie auch die zentrale Regional-Anbindung der Salzburger Gebirgsgaue. Während Ennspongau und Lungau so auf der Autobahn gut erreichbar sind, sind oberer Salzachpongau und Pinzgau über die gut ausgebaute B 311 Bischofshofen – Zell am SeeSaalfeldenLofer erreichbar (dort auch eine Verbindung nach Salzburg über das Kleine deutsche Eck). Bei Bischofshofen, wo die Autobahn ins Fritztal biegt, ist sie schon über hundert Höhenmeter über den Talgrund gestiegen, der Knoten Pongau stellt über einen 7 Kilometer langen Autobahnzubringer zur B 311 die Verbindung zurück ins Tal her, und bildet so auch die Ortsumfahrung von Bischofshofen. Gleichzeitig ist dort auch die Hochkönig Straße (B164) angebunden, die Gebirgsstraße über Dienten nach Saalfelden, und wenig entfernt die Salzachtal Straße (B159), die Ortsdurchfahrt durch Bischofshofen.

Geschichte

Blick im Salzachtal nordwärts bei Bischofshofen, vorn am rechten Talhang der Zubringer, hinten und nach rechts in Fritztal laufend die A10

Die Tauernautobahn als Alpentransversale wurde schon im Netz der großdeutschen Reichsautobahnen geplant. 1941 begonnen, kam das Projekt im Krieg aber bald zum Erliegen, und wurde auch im Nachkriegsösterreich nicht weiterverfolgt, bis 1972 führte die Autobahn erst bis Golling vor dem Pass Lueg. In den 1960ern und 70ern eskalierte aber der Transit südosteuropäischer Gastarbeiter, die im Sommerurlaub von Nordwesteuropa aus ihre Heimat besuchten. Diese seinerzeit Gastarbeiterroute genannte saisonell extrem stau- und unfallbelastete Route musste die Salzachtalstraße durch den Pass Lueg und dann die Katschbergstraße durchs Fritztal benutzen. Der Weiterbau der Tauernautobahn wurde 1969 beschlossen, 1974/75 konnte die Scheitelstrecke mit Katschberg- und Tauerntunnel eröffnet werden, 1977 das Teilstück bis Werfen, und 1979 endlich das Baulos durchs Fritztal nach Eben.[1]

Dadurch war zwar der Transitverkehr aus dem Ortswegenetz genommen, der gesamte Verkehr nach St. Johann und Gastein musste aber bei Werfen die Autobahn verlassen und Bischofshofen durchqueren. Außerdem sollte im Kalten Krieg aus neutralitätspolitischen Gründen die einzige halbwegs passfreie innerösterreichische Ost–West-Verbindung über das Salzachtal forciert werden, womit auch der Verkehr nach Zell am See und weiter nach Tirol zunahm. Erst 1986 konnte die Umfahrungstrasse für Bischofshofen, von der Talschulter am Fritztal hinunter ins Salzachtal, in Betrieb genommen werden.[2]

Übersicht über die ganze Anschlussstelle (blau), links Bischofshofen

Der Abschnitt ist mit 6 Millionen Kfz/Jahr (2008, auf der Fortsetzung B 311) einer der meistbefahrenen des Bundeslandes.[3] Langfristig brachte die Umfahrung trotzdem keine wirkliche Entlastung für Bischofshofen, weil der stark zunehmende lokale Verkehr, dem der Umweg über den Knoten Pongau zu aufwändig ist, noch immer durch das Ortszentrum läuft. Schon 1998 war das Verkehrsaufkommen mit 14.000 Fahrzeugen täglich höher als vor Eröffnung der Umfahrung B311/A10.[4]

Geplant war die Abfahrt von Anfang an (Bundesstraßengesetz von 1971) als Knoten, denn die B 311 sollte zur Pinzgauer Schnellstraße (S 11) ausgebaut werden, der Zubringer war eine Vorleistung für den dann nur in kurzen Stücken realisierten Plan. Der wurde 1986 endgültig verworfen. Anfangs noch als recht sicher beurteilt,[5] erwies sich der Autobahnzubringer durch die Steigung und die sehr schmalen Fahrtspuren als recht unfallträchtig. Hauptursachen waren überhöhte Geschwindigkeit im Begegnungsverkehr und Umkehrmanöver von Autolenkern.[6] 2007 wurden dann die Richtungsfahrbahnen mit Betonmodulen getrennt und 80 km/h verordnet.[6][7] Trotzdem ereigneten sich regelmäßig weitere schwere Unfälle. Eine 2005 angedachte Reduktion auf drei Spuren[8] wurde nicht umgesetzt.

Benennung und Aufbau

Ausfahrt Pongau/Bischofshofen, Fahrtrichtung Villach
Am Zubringer, Fahrtrichtung Knoten (bergauf)

Ursprünglich war die Zubringerstraße Teil der B 311, der heutige Knoten die Anschlussstelle Bischofshofen. Mit der Übergabe der ehemaligen Bundesstraßen in Landesverwaltung (2002) wurde die Zubringerstraße ein nicht näher bezeichneter Teil der A10 (inoffiziell auch A10a genannt), blieb also in Verwaltung der Asfinag.[9] Seither ist die Anschlussstelle formal ein Autobahnknoten (Dreieck) der A10-Haupttrasse mit der A10-Zubringerrampe, die selbst wieder ein Anschlussdreieck mit zwei Überlandstraßen bildet. Außerdem ist auf dem Autobahnzubringer eine weitere Anschlussstelle errichtet, sodass er auch aus rechtlichen Gründen als Autobahn gelten muss.[10]

Der Knoten ist im Prinzip ein Autobahndreieck üblicher Bauweise. Er liegt bei Ellmauthal (Katastralgemeinde Grub von Pfarrwerfen). Da an der Hangschulter zu wenig Platz ist, sind die Ein- und Ausfahrt nach und von Villach gut einen Kilometer weiterverschoben, Die Anbindung der Verbindungsrampen an den Autobahnzubringer erfolgt über ein Teilkleeblatt. Der relativ steil bergabführende Autobahnzubringer mündet am Südende von Bischofshofen (bei Buchberg) direkt in die B 311, die B 164, die unmittelbar danach die Salzach quert, ist dort über ein weiteres Halbkleeblatt angebunden (die eigentliche heutige Anschlussstelle Bischofshofen, ursprünglich Bischofshofen-Süd !547.4055155513.2250615). Dazwischen befindet sich noch die Anschlussstelle Sankt Rupert bei Kreuzberg (KG Winkl), die als Halbanschluss (Abfahrt vom und Auffahrt zum Knoten) den Norden von Bischofshofen und die Katschberg Straße (B99), die Überlandstraße durchs Fritztal, anbindet. Sie heißt nach dem Missionshaus St. Rupert unterhalb, früher wurde sie Bischofshofen-Nord genannt.

Die Autobahnzubringer wurde schnellstraßenartig jeweils zweispurig, aber ohne Richtungsfahrbahnen erstellt. Inzwischen gibt es eine bauliche Mitteltrennung mit Unterflurleuchten und modernen Rückstrahlern, die gesamte Rampe ist aus Sicherheitsgründen mit 80 km/h geschwindigkeitsbeschränkt.[6] Der vierspurig-kreuzungsfreie Ausbau der B 311 erstreckt sich noch bis St. Johann, und ist als Schnellstraße ausgewiesen. Von Umfahrung Bischofshofen spricht man bis zur Einmündung der B 159 2 Kilometer südlich der Anschlussstelle Bischofshofen.

Vorherige ASt.
(Exit)
Tauern Autobahn
A10 E55
Nächste ASt.
(Exit)
Werfen / Pfarrwerfen
(◀ 43/44 ▶)
Pongau
(47)
Hüttau/Lammertal
(56)
Autobahnzubringer Bischofshofen
A10
Pongau St. Rupert

Einzelnachweise

  1. vergl. Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (Hrsg.): Das Autobahnnetz in Österreich. 30 Jahre Asfinag. Eigenverlag, Wien/Absam Januar 2012, A 10 Tauern Autobahn, S. 84–87 (pdf, asfinag.at).
  2. Land Salzburg Landesregierung: Baudokumentation der Abteilung 6: B 311 - Pinzgauer Straße, innerösterreichische Ost-West-Verbindung. Bauvorhaben Embach-Unterstein, Bauvorhaben Umfahrung Bischofshofen. Band 19, 1987.
  3. Amt der Salzburger Landesregierung / Abteilung 16 – Umweltschutz (Hrsg.): Aktionsplan Salzburg (Straßen außer Autobahnen und Schnellstraßen). Teil B6 von Umgebungslärm-Aktionsplan Österreich 2008, 2. Planungsgebiet, S. 6 (pdf, laerminfo.at).
  4. Bischofshofen – die Stadt mit Schwung, in Österreichische Gemeinde-Zeitung (ÖGZ) online, o.n.A., auf staedtebund.gv.at, abgerufen 2. Mai 2014.
  5. C.H. Dobler, W. Tamme: B 311 Pinzgauer-Strasse – Umfahrung Bischofshofen. Unfallauswertung mit Vorher- und Nachhervergleich. Hrsg.: Kuratorium für Verkehrssicherheit, Zweigstelle Salzburg; Institut für Verkehrs- und Fahrzeugtechnik. Salzburg April 1988 (TRID – TRIS and ITRD database record, trid.trb.org).
  6. 1 2 3 Mitteltrennung ist verkehrssicher. In: Salzburger Nachrichten. 8. März 2007, Lokalteil Pongau (Artikelarchiv).
  7. vergl. auch Erkenntnis Verfassungsgerichtshof (VfGH), SNr. 18297, Gfz. B261/07 ua, 4. Dezember 2007
  8. Gutachten für Dreispurigkeit – Blachfellner zur Umfahrung Bischofshofen: ASFINAG muss jetzt rasch entscheiden / KfV bestätigt Erstgutachten, Salzburger Landeskorrespondenz, 18. Oktober 2005
  9. vergl. Verzeichnis 1 Bundesstraßen A (Bundesautobahnen) des Bundesgesetz vom 16. Juli 1971, betreffend die Bundesstraßen (Bundesstraßengesetz 1971 - BStG 1971), StF: BGBl. Nr. 286/1971 (i.d.g.F. online, ris.bka).
  10. vergl. § 2. (2) Bundesstraßengesetz 1971: „Anschlussstellen auf Rampen von Anschlussstellen und Zu- und Abfahrtsstraßen sind unzulässig.“