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vom 21.03.2018, aktuelle Version,

Lisa Hauser

Lisa Hauser
Voller Name Lisa Theresa Hauser
Verband Osterreich  Österreich
Geburtstag 16. Dezember 1993 (24 Jahre)
Geburtsort Kitzbühel
Karriere
Beruf Soldatin
Verein SC Kitzbühel
Aufnahme in den
Nationalkader
2012 (B)
Debüt im Europacup/IBU-Cup 2012
Debüt im Weltcup 2012
Weltcupsiege 2 Staffelsiege
Status aktiv
Medaillenspiegel
JWM-Medaillen 0 × 2 × 4 ×
JEM-Medaillen 0 × 2 × 1 ×
Nationale Medaillen 4 × 1 × 0 ×
 Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften
0Bronze0 2012 Kontiolahti Sprint
0Bronze0 2012 Kontiolahti Staffel
0Silber0 2013 Obertilliach Einzel
0Bronze0 2013 Obertilliach Sprint
0Silber0 2014 Presque Isle Einzel
0Bronze0 2014 Presque Isle Staffel
 Biathlon-Junioreneuropameisterschaften
0Silber0 2013 Bansko Sprint
0Silber0 2013 Bansko Verfolgung
0Bronze0 2013 Bansko Einzel
 Österreichische Meisterschaften
0Gold0 2012 Hochfilzen Staffel
0Silber0 2013 Hochfilzen Staffel
0Gold0 2013 Obertilliach Sprint
0Gold0 2013 Obertilliach Verfolgung
0Gold0 2015 Obertilliach Skiroller-Einzel
Weltcupbilanz
Gesamtweltcup 15. (2015/16, 2016/17)
Einzelweltcup 12. (2016/17)
Sprintweltcup 18. (2015/16)
Verfolgungsweltcup 12. (2016/17)
Massenstartweltcup 17. (2014/15, 2015/16)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
Staffel 1 2 0
letzte Änderung: 12. März 2017

Lisa Theresa Hauser (* 16. Dezember 1993 in Kitzbühel) ist eine österreichische Biathletin und ehemalige Skilangläuferin.

Sportliche Karriere

Lisa Hauser lebt in Reith und startet für den SC Kitzbühel. Sie absolvierte die Matura am Skigymnasium Saalfelden und gehört dem A-Kader des Österreichischen Skiverbandes an.

Anfänge im Langlauf (2008 bis 2011)

Seit Dezember 2008 war sie zunächst bei internationalen Rennen im Skilanglauf aktiv, hier in erster Linie bei Rennen des Alpencups, Junioren- und FIS-Rennen, ohne bis zu ihrem letzten Rennen 2011 herausragende Resultate zu erreichen. Zur Saison 2009/10 rückte sie in den Skilanglauf-C-Kader des ÖSV auf. 2010 und 2011 nahm sie an den Österreichischen Meisterschaften teil und verpasste 2011 in St. Jakob im Klassik-Sprint als Viertplatzierte knapp eine Medaille. Höhepunkt als Skilangläuferin wurde die Teilnahme am European Youth Olympic Festival 2011 in Liberec. Über 7,5-Kilometer-Klassisch wurde Hauser 43., im Klassik-Sprint 20. sowie über 5-Kilometer-Freistil 26.

Wechsel zum Biathlon und Olympiateilnahme (2011 bis 2015)

Zur Saison 2011/12 wechselte Lisa Hauser zum Biathlonsport. Ihr internationales Debüt gab sie bei den Juniorinnenrennen der Europameisterschaften 2012 in Osrblie, wo sie 18. des Sprints und 21. der Verfolgung wurde sowie mit Christina Rieder, Alexander Jakob und Peter Brunner als Viertplatzierte mit der Mixed-Staffel knapp eine Medaille verpasste. Es folgten die Juniorenweltmeisterschaften 2012 in Kontiolahti, bei denen Hauser Elfte des Einzels und 15. der Verfolgung wurde. Im Sprint gewann sie zuvor hinter Hilde Fenne und Nija Dimitrowa die Bronzemedaille, ebenso mit Christina Rieder und Julia Reisinger im Staffelrennen. Gegen Ende der Saison bestritt sie in Altenberg ihre ersten Rennen im IBU-Cup dieses Winters. Für die folgende Saison wurde sie in den Biathlon-B-Kader des ÖSV aufgenommen. Bei den Österreichischen Meisterschaften im Biathlon 2012 gewann Hauser mit Magdalena Millinger und Magdalena Fankhauser als Vertretung Tirols den Titel mit der Staffel.

Nächsten Winter ging sie weiterhin verstärkt im IBU-Cup 2012/13 an den Start. Ihr erstes Weltcuprennen bestritt sie ebenfalls im Winter 2012/13, als sie gemeinsam mit Romana Schrempf, Iris Schwabl und Katharina Innerhofer für das Staffelrennen im heimischen Hochfilzen aufgestellt wurde. Es folgten weitere Staffeleinsätze im Weltcup in Ruhpolding, Antholz und bei den Biathlon-Weltmeisterschaften 2013 in Nové Město na Moravě. Bei den Titelkämpfen belegte die überrundete österreichische Staffel den 19. Platz. Zudem gewann sie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Obertilliach dank guter Schieß- und Laufleistungen im Einzelwettkampf hinter Laura Dahlmeier die Silbermedaille, im Sprint hinter Laura Dahlmeier und Olga Podtschufarowa die Bronzemedaille. Im Verfolgungsrennen fiel sie auf Rang sieben zurück. Mit Christina Rieder und Fabienne Hartweger wurde sie im Staffelrennen Achte. Bei den Österreichischen Meisterschaften im Biathlon 2013 wurde sie mit Magdalena Fankhauser und Susanna Kurzthaler hinter der Vertretung der Steiermark Vizemeisterin und holte sich Gold im Sprint und in der Verfolgung.

In der folgenden Saison startete sie sowohl im IBU-Cup 2013/14 als auch im Biathlon-Weltcup 2013/14. In ihrem ersten Einzelrennen im Weltcup, dem Sprint in Annecy-Le Grand Bornand, landete sie als 33. auf Anhieb in den Punkterängen. In den meisten anderen Einzelrennen erhielt sie ebenfalls Weltcuppunkte. Sie nahm an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi teil, die österreichische Damenmannschaft blieb jedoch ohne Medaillen. Hauser nahm außerdem an den Biathlon-Juniorenweltmeisterschaften 2014 in Presque Isle teil und gewann die Silbermedaille im Einzelwettkampf und die Bronzemedaille mit der Damenstaffel.

Ab der Saison 2014/15 startete Lisa Hauser ausschließlich im Weltcup und erreichte in fast jedem Rennen die Punkteränge. Grundlage für ihre Ergebnisse waren in erster Linie ihre schnellen und sicheren Schießeinlagen, läuferisch war sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, mit der Weltspitze mitzuhalten. Im März 2015 nahm sie an den Weltmeisterschaften im finnischen Kontiolahti teil.

Erste Podiumsplatzierungen im Weltcup (seit 2015)

Im Jänner 2018 in Oberhof

Im Winter 2015/16 konnte Lisa Hauser ihre Leistungen deutlich steigern. Sie platzierte sich in mehr als der Hälfte aller Einzelrennen innerhalb der besten 20 Athletinnen, darunter waren auch zwei Top-10-Platzierungen. Das beste Saisonergebnis und auch ihre erste Podiumsplatzierung in einem Weltcuprennen erreichte sie in der Single-Mixed-Staffel im kanadischen Canmore, als sie gemeinsam mit Simon Eder den zweiten Platz erreichte. Am Ende der Saison belegte sie Rang 15 im Gesamtweltcup.

In der Vorbereitung auf die nächste Saison trainierte sie in der „Biathlonschmiede“ gemeinsam u. a. mit Simon Eder, Julia Schwaiger und Dunja Zdouc, betreut werden diese Athleten von Eders Vater, Alfred Eder, sowie Sandra Flunger. Grund für die Gründung einer vom ÖSV unabhängigen Trainingsgruppe war unter anderem die Tatsache, dass mit dem Norweger Vegard Bitnes im Sommer vor der Heim-WM ein neuer Trainer verpflichtet wurde und die langjährige Trainerin von Hauser und mehreren österreichischen Biathletinnen, Sandra Flunger, nicht mehr berücksichtigt wurde.[1] Im ersten Rennen der Saison, der Single-Mixed-Staffel im schwedischen Östersund belegte sie erneut gemeinsam mit Simon Eder den zweiten Platz. Bis zum Jahreswechsel erreichte sie in mehr als der Hälfte aller Rennen eine Top-10-Platzierung. Ab dem Januar 2017 wurde Lisa Hauser jedoch von Erkrankungen geplagt, bei den Titelkämpfen im heimischen Hochfilzen lief sie die schlechtesten Rennen des Winters, die österreichische Damenstaffel wurde nach einem Fehler am Schießstand durch Julia Schwaiger disqualifiziert. Kurze Zeit darauf gewann sie im finnischen Kontiolahti ihr erstes Weltcuprennen, in der Single-Mixed-Staffel ging sie wieder mit Simon Eder an den Start, die österreichische Mannschaft konnte sich aber in diesem Rennen gegen die Konkurrenz durchsetzen und gewann das Rennen vor Susan Dunklee und Lowell Bailey aus den Vereinigten Staaten und Laura Dahlmeier und Roman Rees aus Deutschland.

Trivia

Beim Massenstart im Jänner 2017 in Oberhof trat Lisa Hauser ihrer deutschen Konkurrentin Vanessa Hinz im Anstieg aus Versehen auf den Stock, woraufhin Hinz ihren Stock verlor und den Rest des Anstieges mit nur einem Stock hätte bewältigen müssen. Obwohl es sich um einen normalen Rennunfall gehandelt hatte und Hauser keine Schuld traf, gab sie daraufhin einen ihrer Stöcke an Hinz weiter. Hauser stürzte kurze Zeit später in der Abfahrt und beendete das Rennen vorzeitig. Für diese Handlungsweise wurde sie vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) mit dem Fair Play Preis des Deutschen Sports 2017 ausgezeichnet.[2]

Statistik

Platzierungen im Biathlon-Weltcup

Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

  • 1.–3. Platz: Anzahl der Podiumsplatzierungen
  • Top 10: Anzahl der Platzierungen unter den ersten zehn (einschließlich Podium)
  • Punkteränge: Anzahl der Platzierungen innerhalb der Punkteränge (einschließlich Podium und Top 10)
  • Starts: Anzahl gelaufener Rennen in der jeweiligen Disziplin
  • Staffel: inklusive Mixed-Staffel
Platzierung Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Gesamt
1. Platz 2 2
2. Platz 2 2
3. Platz  
Top 10 3 1 3 2 14 23
Punkteränge 8 23 21 12 30 94
Starts 10 29 24 14 31 108
Stand: 12. März 2017

Weltcupsiege

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 12. Mär. 2017 Finnland  Kontiolahti Single-Mixed-Staffel 1

Weltmeisterschaften

Ergebnisse bei Biathlon-Weltmeisterschaften

Weltmeisterschaft Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixed-Staffel
Jahr Ort
2013 Tschechien  Nové Město - - - - 19. -
2015 Finnland  Kontiolahti 26. 24. 22. 14. 11. 5.
2016 Norwegen  Oslo 13. 14. 20. 21. 12. 5.
2017 Osterreich  Hochfilzen 61. 23. 26. - DSQ 9.

Olympische Winterspiele

Ergebnisse bei Olympischen Winterspielen:

Einzelwettbewerbe Staffelwettbewerbe
Sprint Verfolgung Einzel Massenstart Damenstaffel Mixedstaffel
Olympische Winterspiele 2014 | Russland  Sotschi 27. 39. 36. 9.
Olympische Winterspiele 2018 | Korea Sud  Pyeongchang 62. 41. 10.
  Commons: Lisa Hauser  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christoph Geiler: Störfeuer gegen Meisterschützin Lisa Hauser. Erschienen am 9. Dezember 2016 auf kurier.at. Eingesehen am 8. März 2018.
  2. mon/sid: Erst Stock los, dann selbstlos. Erschienen am 7. März 2018 auf Spiegel Online. Eingesehen am 8. März 2018.