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vom 28.04.2018, aktuelle Version,

Liste Fritz Dinkhauser

Bürgerforum Tirol – Liste Fritz
Parteivorsitzender Fritz Dinkhauser
Stellvertretende Vorsitzende Andrea Haselwanter-Schneider
Stellvertretender Vorsitzender Peter Rauchegger
Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider
Gründung 2008
Hauptsitz Maximilianstraße 2, A-6020 Innsbruck
Sitze in Landtagen
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Website listefritz.at

Die Liste Fritz Dinkhauser (FRITZ) ist eine österreichische Partei, die von Fritz Dinkhauser gegründet wurde. Die Partei trat 2008 bei der Landtagswahl in Tirol 2008 erstmals bei Wahlen als Liste Fritz Dinkhauser – Bürgerforum Tirol an und erzielte einen Stimmenanteil von 18,35 %. Damit zog die Liste Fritz Dinkhauser mit sieben Mandaten in den Landtag ein und konnte auch ein Mitglied des Bundesrats stellen. Bei der Nationalratswahl 2008 trat die Partei unter der Bezeichnung Liste Fritz Dinkhauser – Bürgerforum Österreich bundesweit an, verfehlte jedoch mit 1,8 % den Einzug in den Nationalrat. Bei der Landtagswahl in Tirol 2013 musste die Liste starke Verluste hinnehmen. Sie erreichte 5,6 Prozent und stellte nur noch zwei Mandate. Bei der Landtagswahl in Tirol 2018 erreichte sie 5,46 % der Stimmen und wieder zwei Mandate.

Landtagswahl in Tirol 2008

Programm

Die Liste Fritz Dinkhauser stellte bei der Landtagswahl in Tirol als zentrale Themen die „gerechte Verteilung, das Beenden der Seilschaften und eine Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht die Mächtigen“[1] in den Mittelpunkt. Zu den Zielen der Bürgerliste gehörte die politische, wirtschaftliche und soziale Erneuerung, der Kampf gegen „Machtmissbrauch“, eine Bildungsoffensive, leistbares Wohnen, Familienförderung, soziale Absicherung und die Förderung von Kultur und Tradition. Des Weiteren forderte die Liste Fritz Dinkhauser die Stärkung der Bundesländer und Gemeinden gegen Zentralisierungstendenzen des Bundes und die Senkung des Strompreises, Rückgabe von Grund und Boden der Agrargemeinschaften.

Wahlziele und Wahlergebnis

Bei der Landtagswahl setzte Dinkhauser das Überspringen der Marke von zehn Prozent als Mindestziel an.[2] Für eine mögliche Koalition präferierte er nach der Wahl eine Zusammenarbeit mit der SPÖ und den Grünen.[3] Eine Zusammenarbeit mit Landeshauptmann Van Staa schloss Dinkhauser dezidiert aus; am 1. Juni kündigte er an, auch mit allfälligen Nachfolgern nicht zusammenarbeiten zu wollen.[4] Drei Tage später erklärte Dinkhauser jedoch, unter Bedingungen für eine Koalition mit der ÖVP zur Verfügung zu stehen. [5] Nachdem Meinungsumfragen der Liste zunächst 12 bis 13 Prozent, gegen Ende des Wahlkampfs sogar 17 Prozent prognostiziert hatten, erzielte die Liste bei der Wahl 61.795 Stimmen und einen Wähleranteil von 18,35 %. Damit zog die Liste Fritz Dinkhauser mit sieben Mandaten in den Tiroler Landtag ein und errang ein Bundesratsmandat. In Mieders und Kitzbühel erreichte FRITZ eine relative Mehrheit.

Personen

Die Liste Fritz Dinkhauser kandidierte bei der Landtagswahl in Tirol 2008 mit Fritz Dinkhauser an der Spitze. Nach dem Gewinn von sieben Landtagsmandaten zog er gemeinsam mit der Listenzweiten Andrea Haselwanter-Schneider und dem Listendritten und Transitgegner Fritz Gurgiser in den Landtag ein. Weitere Tiroler Landtagsabgeordnete der Liste FRITZ wurden Andreas Brugger, Bernhard Ernst, Gottfried Kapferer und Thomas Schnitzer. Im Bundesrat wurde die Liste FRITZ bis 2012 von Stefan Zangerl, seitdem von Stefan Posch vertreten. Am 6. November 2009 verkündeten Gurgiser, der bereits zuvor aus dem Landtagsklub ausgeschlossen worden war, und Schnitzer die Gründung einer eigenen Fraktion mit dem Namen TirolKlub.[6] Nach dem Tod von Klubobmann Bernhard Ernst am 8. Dezember 2012 wurde Andrea Haselwanter-Schneider dessen Nachfolgerin als Klubobfrau und das bisherige Mitglied des Bundesrats, Stefan Zangerl, rückte auf das Landtagsmandat nach.[7]

Für die Nationalratswahl 2008 traten Theresia Zierler, die zuvor für die FPÖ und das BZÖ kandidiert hatte, Manfred Kölly, Gerhard Hutter und Rudolf Bernhard an.

Landtagswahl in Tirol 2013

Bie der Tiroler Landtagswahl 2013 erhielt die Liste Fritz Dinkhauser – Bürgerforum Tirol 5,61 Prozent der Stimmen (17.785 Stimmen).[8] Die Partei erzielte zwei Mandate und wurde von Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Andreas Brugger bzw. dessen Nachfolgerin Isabella Gruber (ab Oktober 2015) im Landtag vertreten.[9]

Die Ausgaben für den Wahlkampf lagen laut Rechenschaftsbericht 2013 bei 519.467 Euro.[10]

Landtagswahl in Tirol 2018

Bei der Landtagswahl 2018 konnte sich FRITZ behaupten. Sie büßten 0,15 Prozentpunkte ein und sind weiterhin mit 2 Sitzen im Landtag vertreten.[11] Markus Sint zog für die Liste Fritz neu in den Landtag ein.[12]

Finanzierung

2015 lagen die Gesamteinnahmen der Partei bei knapp 460.000 Euro, die Ausgaben bei knapp 390.000 Euro. Die Partei finanziert sich überwiegend durch öffentliche Parteienfinanzierung: 439.084 Euro Tiroler Parteienförderung erhielt die Liste Fritz 2015, der Landtagsklub erhielt darüber hinaus 141.949 Euro Klubförderung.[13]

Laut den Rechenschaftsberichten für die Jahre 2013 bis 2015, die die Liste Fritz an den Rechnungshof übermittelt hat, erhielt die Partei in diesen Jahren keine Spenden und keine Einnahmen aus Sponsoring oder für Inserate in Parteipublikationen. Die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen betrugen 2015 knapp 1.000 Euro. Einnahmen bis zu 20.000 Euro pro Jahr aus „sonstigem Vermögen“ wurden in den Rechenschaftsberichten angeführt – Details zu diesen Geldern sind dort nicht nachvollziehbar.[14]

2008 erhielt das „Bürgerforum Österreich Liste Fritz Dinkhauser“ Parteienförderung in Höhe von 261.222 Euro vom Bundeskanzleramt.[15]

Einzelnachweise

  1. Homepage des Bürgerforum Tirol Liste Fritz. 18. September 2013
  2. Kleine Zeitung Online: Dinkhauser setzte sich als Mindestziel zehn Prozent. 4. Juni 2008
  3. Oberösterreichische Nachrichten Online Dinkhauser für Rot-Grün, 27. Mai 2008
  4. ORF Tirol: Dinkhauser schließt Koalition mit ÖVP aus. 11. April 2012
  5. ORF Tirol: Dinkhauser doch wieder koalitionswillig. 11. April 2012
  6. ORF Tirol: Fritz Gurgiser gründet eigene Landtagsfraktion. Artikel vom 11. April 2012.
  7. ORF Tirol: Haselwanter-Schneider neue Liste-Fritz-Klubobfrau. Artikel vom 11. Dezember 2012.
  8. Land Tirol: Landtagswahl 2013 – Landesergebnis. Abgerufen im 5. Februar 2018.
  9. Land Tirol: Fritz Landtagsklub. Abgerufen im 5. Februar 2018.
  10. Bürgerforum Tirol – Liste Fritz: Rechenschaftsbericht 2013. Rechnungshof, abgerufen im 5. Februar 2018.
  11. Wahlergebnis 2018 auf der Seite des Landes Tirol
  12. orf.at: Viele neue Gesichter im Landtag. Artikel vom 27. Februar 2018, abgerufen am 16. April 2018.
  13. Beantwortung eines Auskunftsbegehrens durch das Land Tirol: Förderungen für Parteien bzw. deren Klubs. In: FragDenStaat.at. Abgerufen im 5. Februar 2018.
  14. Bürgerforum Tirol – Liste Fritz. In: Parteispenden.at. Forum Informationsfreiheit, abgerufen im 5. Februar 2018.
  15. Bürgerforum Tirol – Liste Fritz. In: Parteispenden.at. Forum Informationsfreiheit, abgerufen im 5. Februar 2018.
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