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vom 10.06.2017, aktuelle Version,

Muna Duzdar

Muna Duzdar (2017)

Muna Duzdar (* 22. August 1978 in Wien) ist eine österreichische Politikerin (SPÖ) und selbstständige Rechtsanwältin. Sie war von 2010 bis 2012 Mitglied des österreichischen Bundesrates, von 2012 bis 2016 Abgeordnete zum Wiener Landtag bzw. Mitglied des Wiener Gemeinderates und ist seit 2016 Staatssekretärin für Diversität, Öffentlichen Dienst und Digitalisierung im Kabinett Kern.

Ausbildung und Beruf

Duzdar besuchte von 1984 bis 1988 die Volksschule in Wien und wechselte danach von 1988 bis 1996 an ein Wiener Realgymnasium. Nach der Matura studierte sie zwischen 1996 und 2004 Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wobei sie ihr Studium mit dem akademischen Grad Mag. iur abschloss. Danach absolvierte sie zudem von 2005 bis 2006 ein Masterstudium für Internationales Recht/Recht der arabischen Länder an der Universität Sorbonne in Paris. Duzdar legte am 9. November 2011 die Rechtsanwaltsprüfung ab und arbeitet seit November 2012 als selbstständige Rechtsanwältin.

Bereits während ihres Studiums arbeitete Duzdar von 1999 bis 2001 als Rechtssekretärin bei der Mietervereinigung Österreichs, danach war sie zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2004 als Internationale Sekretärin bei der Sozialistischen Jugend Österreich beschäftigt. Sie absolvierte von 2004 bis 2005 ein Praktikum am Europaparlament beim EU-Abgeordneten Herbert Bösch (SPÖ) und war während ihres Masterstudiums zwischen 2005 und 2006 als Fremdsprachenassistentin in Livry-Gargan und Clichy-sous-Bois aktiv. Danach erledigte sie von 2005 bis 2006 administrative Tätigkeit in der Parti Socialiste in Paris.

Politik und Funktionen

Duzdar wirkte zwischen den Jahren 2001 und 2004 als Bezirksrätin in Wien-Donaustadt und wurde am 28. Jänner 2010 als Bundesrätin angelobt. Innerhalb des SPÖ-Bundesratsklubs übernahm sie die Funktion der Bereichssprecherin für Außenpolitik. Sie war hier Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Mitglied im Justizausschuss, Schriftführerin bzw. stellvertretende Ausschussvorsitzende im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Mitglied bzw. Schriftführerin im Ausschuss für Sportangelegenheiten und Mitglied im Unvereinbarkeitsausschuss. Per 18. November 2012 schied sie aus dem Bundesrat aus und wechselte in den Wiener Landtag und Gemeinderat, wobei sie am 19. November 2012 angelobt wurde und Karin Schrödl nachfolgte.

Duzdar bezeichnet Außenpolitik, Bildung, Integration sowie Wohn- und Bautenpolitik als ihre politischen Schwerpunkte.

Duzdar bei ihrer Angelobung als Staatssekretärin neben Bundespräsident Heinz Fischer

Am 17. Mai 2016 wurde Muna Duzdar als zukünftige Staatssekretärin im Bundeskanzleramt einberufen. Sie wird den Bereich „Verwaltung und Öffentlicher Dienst“ von Sonja Steßl übernehmen und weiters mit den Themengebieten der Diversität und Digitalisierung betraut. Sie ist neben Thomas Drozda, Sonja Hammerschmid und Jörg Leichtfried eines der vier neuen Regierungsmitglieder unter dem am 17. Mai 2016 angelobten Bundeskanzler Christian Kern, der dem am 9. Mai 2016 zurückgetretenen Werner Faymann sowohl als Bundeskanzler als auch als SPÖ-Parteivorsitzender nachfolgte.

Privates

Duzdar ist die Tochter palästinensischer Einwanderer, ihr Vater war Angestellter bei der UNIDO, ihre Mutter Hausfrau. Sie hat fünf Geschwister. Ihre Muttersprachen sind Deutsch und Arabisch. Sie ist nach eigenen Angaben nicht-praktizierende Muslima und damit das erste Mitglied einer österreichischen Regierung der Zweiten Republik, das dieser Glaubensgemeinschaft angehört.[1]

Muna Duzdar ist Vereinspräsidentin der Palästinensisch-Österreichischen Gesellschaft (PÖG).[2]

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Einzelnachweise

  1. Muna Duzdar: Erste Muslimin in Bundesregierung. In: Die Presse, 17. Mai 2016, abgerufen am 17. Mai 2016.
  2. Vorstand. Palästinensisch-Österreichische Gesellschaft (PÖG), abgerufen am 19. Mai 2016