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vom 14.07.2016, aktuelle Version,

Natur im Garten

Natur im Garten ist eine Aktion, die das Bundesland Niederösterreich im Jahr 1999 ins Leben gerufen hat, um eine ökologische Gartenbewirtschaftung privater und öffentlicher Gärten zu forcieren und zu unterstützen. Der Einsatz von leichtlöslichen Düngemitteln (Kunstdünger), Torf und Chemischen Pflanzenschutzmitteln soll durch Beratung und verschiedene Aktionen reduziert bzw. vermieden werden.

Beteiligungen

Beteiligen an den verschiedenen Aktionen können sich sowohl Privatpersonen als auch Kommunen. Beschränkten sich die Aktivitäten vorerst auf das Bundesland allein, erweiterte sich der Wirkungsbereich auf Österreich und später den deutschen Sprachraum. So einigte man sich auf der im Jahr 2009 stattgefundenen Garten Tulln unter den wesentlichen deutschsprachigen Gartenbauinstitutionen, wie der Österreichische Gartenbaugesellschaft oder den deutschen Gartenakademien, auf die Verwendung des einheitlichen Logos.

Im Jahr 2010 gab es auch Vernetzungen nach Tschechien unter Přírodní zahradničeni mit dem Institut Veronica in Südmähren und Chaloupky o.p.s. im Kraj Vysočina, Slowenien unter Narava na vrtu Korška und Ungarn unter Természet a kertben, die ähnliche Ziele verfolgen. So wurde 2010 im Schlossgarten des Schlosses Valtice der erste Schaugarten in Tschechien eröffnet.[1]

Durch diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit werden die Projekte auch mitfinanziert durch den EFRE der Europäischen Union.

Auch innerhalb Österreichs wurden weitere Kooperationen gestartet. So sind seit 2011 auch das Bundesland Salzburg und das Lebensministerium Kooperationspartner. Seit 2012 gibt es die Kooperation mit der Stiftung Lebensqualität e.V. in Vorarlberg.[2]

Aktionen in Niederösterreich

  • Die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zum naturnahen Gärtnern und die Angebote der Aktion "Natur im Garten" ist das NÖ-Gartentelefon
  • Die Schaugärten zählen bereits zu den fixen Bestandteilen des niederösterreichischen Tourismus. So haben allein im Jahr 2009 2,9 Millionen Touristen Schaugärten besucht.[3]
  • Es erscheinen vierteljährliche Ratgebermagazine zum Thema naturnahes Gärtnern.
  • Beratungsservice für Gemeinden im Bereich der ökologischen Grünraumpflege und Gestaltung
  • Natur im Garten-Akademie
  • Gartenberatungen für naturnahe Gärten - vor Ort
  • Auch über Schulen und Kindergärten versucht man die Philosophie des ökologischen Gärtnerns in die Bevölkerung zu bringen.
  • Naturspielplätze
  • Teilnehmer an den Aktionen sind auch Erhalter von historischen Gärten, wie jener von Schloss Hof.

Nach 15 Jahren Bestand im Jahr 2014 besaßen etwa 13.000 Gärten in Niederösterreich die Auszeichnung Natur im Garten.[4]

Auszeichnungen

In Niederösterreich wurden bis zum Jahr 2009 mehr als 7500 Plaketten an Privatpersonen überreicht, deren Gärten die vorgeschriebenen Standards erreichen.[5] Je nach Gemeindegröße kann auch die Gemeinde selbst bei einer bestimmten Anzahl von ausgezeichneten Gärten als Plaketten-Ort ausgezeichnet werden, um so auch die Gemeinden zu Eigeninitiativen zu veranlassen.

Im Jahr 2009 gab es allein in Niederösterreich 105 Schaugärten. Von diesen haben sich 19 bereits früher zu den sogenannten Kamptalgärten zusammengeschlossen. Da diese allein bereits 600.000 Touristen als Besucher verzeichnen konnten, erhielten sie 2009 den Staatspreis für Tourismus.[6]

Im Jahr 2015 erhielt das Projekt als erster österreichischer Preisträger den Sonja-Bernadotte-Preis für Wege zur Naturerziehung auf der Insel Mainau.[7]

Einzelnachweise

  1. Gartentourismus als Wirtschaftsfaktor in Niederösterreich auf NL Landeskorrespondenz vom 18. Juni 2010 abgerufen am 25. Juni 2010
  2. Stiftung Lebensqualität e.V.
  3. Natur im Garten international abgerufen am 25. Juni 2010
  4. „Natur im Garten“: Ohne Gift und Dünger auf ORF vom 2. Juni 2014 abgerufen am 3. Juni 2014
  5. Tulln ist erste "Natur im Garten-Stadt" auf Tulln Info abgerufen am 24. Juni 2010
  6. Staatspreis für "Natur im Garten"-Partner abgerufen am 25. Juni 2010
  7. Auszeichnung für „Natur im Garten“ auf ORF Online vom 17. Oktober 2015 abgerufen am 17. Oktober 2015