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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Nostalgiebahnen in Kärnten

Die Nostalgiebahnen in Kärnten (NBiK) sind ein österreichischer Verein, entstanden aus einer Gruppe von Eisenbahnfreunden, die sich 1990 vom Verein „KMB-Kärntner Museumsbahnen“ abgespalten haben.

Geschichte

Im Frühjahr 1990 wurde in Klagenfurt der Verein Nostalgiebahnen in Kärnten – Museum für Technik und Verkehr gegründet. Auslöser für die Gründung waren interne Differenzen bei den „Kärntner Museumsbahnen-KMB“, deren Vorstand die Vereinsaktivitäten auf die schmalspurige „Gurktal-Museumsbahn“ (erste Museumsbahn Österreichs) beschränkt sehen wollte. Eine Gruppe von ca. 20 Mitgliedern, die auch andere Teilbereiche historischen Verkehrswesens für die Nachwelt sichern wollten, trat aus dem Verein aus und gründete die „Nostalgiebahnen in Kärnten“. Heute ist die NBiK eines der größten Unternehmen im Bereich historischer Verkehrsmittel und historischer Technik in Österreich. Der Verein, der 2012 rund 350 Mitglieder zählt, davon ca. 90 Aktive, betreibt die hier vorgestellten Verkehrsmittel auf ehrenamtlicher Basis.

Rosentaler Dampfzüge

Rosentaler Dampfzug bei Kirschentheuer

Zwischen den Bahnhöfen Weizelsdorf (an der ÖBB-Strecke Klagenfurt – Rosenbach) und Ferlach verkehren in den Sommermonaten am Wochenende Züge mit Dampflokomotive und Wagen mit offenen Plattformen im Stil der 1950er Jahre. Die circa sechs Kilometer lange Strecke war Teil der „Karawankenbahn“, die von St. Veit/Glan über das Rosental bis nach Laibach führte. Sie diente in erster Linie dem Güterverkehr zu den KESTAG-Stahlwerken und dem Transport von Holz. Der Personenverkehr wurde in den 1950er Jahren, der Güterverkehr in den 1990er Jahren eingestellt. Den Nostalgiebahnen gelang es, die Strecke von den ÖBB zu kaufen und als Museumsbahn weiterzubetreiben. Die Fahrt dauert je Richtung ca. 30 Minuten. In Ferlach besteht – mit einem Nostalgiebus oder der neuen „Histotram“ – eine Anschlussmöglichkeit zum Museum „Historama“. Bei der Fahrt von Weizelsdorf nach Ferlach besteht die Möglichkeit, bei einem Fotohalt Bild- und Tonaufnahmen des vorbeifahrenden Zuges zu machen. Als besondere Highlights fahren an bestimmten Tagen während des Sommers auch historische Triebwagen der GKB (Graz-Köflacher Eisenbahn), sog. Schienenbusse, u. a. der VT 10.01, der älteste zweimotorige Schienenbus, sowie die Dampftramwaylokomotive „Adele“ aus Budapest auf der Strecke. Bei Kindern beliebt sind auch die „Nikolauszüge“, die rund um den 6. Dezember auf der Strecke verkehren und die auch regelmäßig vom Krampus besucht werden.

HISTORAMA – Museum für Technik und Verkehr

Haltestellentafel "Historama"

In den ehemaligen Hallen der KESTAG haben die Nostalgiebahnen in Kärnten das zweitgrößte österreichische Verkehrsmuseum geschaffen. Die Ausstellung bietet in vielen verschiedenen Abteilungen einen Einblick in die technische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert. Neben Straßenbahnen, Feuerwehrfahrzeugen, PKW und LKW aus der Mitte des 20. Jahrhunderts finden sich auch Transportmittel aus dem 19. Jahrhundert, Exponate der Eisenbahn-Sicherungstechnik sowie eine originale Dampfmaschine einer Klagenfurter Lederfabrik. Ebenso existiert eine eigene Abteilung für die Geschichte der Technik im Haushalt. Die österreichische Post hat 2011 einen großen Teil ihrer historischen Fahrzeugsammlung dem Museum zur Erhaltung überlassen; dieser Sammlung ist eine eigene Halle gewidmet. Besondere Kuriositäten des Museums sind das älteste Kärntner Auto (von der Fahrzeugfabrik Thomas Bohrer) und auch ein Fluggerät im Stil von Otto Lilienthal, das dem Grafen Khevenhüller zu Hochosterwitz gehörte und im Burgverlies entdeckt wurde. Eine LGB-Anlage ergänzt die Ausstellung.

Histotram Ferlach

Triebwagen der Histotram Ferlach

Zwischen dem Bahnhof Ferlach und dem Museumsgelände des Historama (ca. 1 km entfernt) verkehrt seit 2012 die Histotram. Die ehemalige Anschlussbahn der KESTAG wurde nach Straßenbahnnorm elektrifiziert und wird seit 2012 mit historischen Straßenbahnwagen befahren. Besucher, die mit dem Dampfzug aus Weizelsdorf ankommen, haben damit einen stilechten Anschluss in das Museum. Auf der normalspurigen Strecke kommen Straßenbahnfahrzeuge aus Österreich und Deutschland zum Einsatz; diese stammen aus der umfangreichen Sammlung von Straßenbahnfahrzeugen, welche die Nostalgiebahnen in den vergangenen Jahren zusammentragen konnten und die teilweise in für das Publikum nicht zugänglichen Hallen des Historama-Geländes hinterstellt sind. Für die in der Sammlung ebenfalls vorhandenen betriebsfähigen Fahrzeuge mit der Spurweite von 1000 mm bzw. 760 mm plant der Verein eine eigene Strecke im Klagenfurter Europapark bzw. die Zulegung einer dritten Schiene auf der Strecke der Histotram.

Oldtimer-Busflotte

Oldtimer-Schnauzenbus der NBiK

Mehr als zehn originale Bus-Oldtimer hat der Verein derzeit betriebsfähig in seinem Bestand und weitere Fahrzeuge harren der Aufarbeitung. Die historischen Fahrzeuge können auch gemietet werden.

Lendcanaltramway Klagenfurt

Hauptartikel: Lendcanaltramway

Nahe dem Strandbad Klagenfurt betreiben die NBiK eine ca. 1 km lange Demonstrationsstrecke für historische Fahrzeuge. Dieser Betrieb wurde von den KMB im Zuge der Vereinstrennung übernommen und bietet jeden Sommer die Möglichkeit, Straßenbahnwagen aus vergangener Zeit zu entdecken. Betrieben wird die Strecke mit einem Akkutriebwagen.

Stadtverkehrsmuseum und Kinomuseum Klagenfurt

Bei der Einstiegsstelle der Lendcanaltramway am Lendkanal befindet sich der ehemalige Mittelwellensender des österreichischen Rundfunks, der nach seiner Stilllegung von den Nostalgiebahnen als Museumsgebäude übernommen werden konnte. Die Ausstellung zeigt die Geschichte des Klagenfurter Nahverkehrs auf der Schiene (Tramway), der Straße (O-Bus und Autobus) und Schifffahrt (Wörthersee-Schifffahrt und Lendkanalschifffahrt). Es gibt auch einen Literaturraum und jährlich wechselnde Sonderausstellungen. In das Museum integriert ist auch das Kinomuseum Klagenfurt, das sich mit der Geschichte des Kinos und des Films in Klagenfurt beschäftigt. 2011 konnte eine große Zahl historischer Projektoren, Kameras und Filmutensilien von einem privaten Sammler übernommen werden; daraus entsteht eine neue Abteilung mit dem Schwerpunkt „Wie das Kino in die gute Stube kam …“.

Nostalgieschifffahrt Wörthersee

Auf dem Wörthersee betreiben die Nostalgiebahnen in Kärnten als Nostalgieschifffahrt Wörthersee zwei historische Motorschiffe, die Loretto und die Lorelei. Beide Schiffe wurden 1924 in Wien gebaut, befuhren 71 Jahre lang bis 1995 den Wörthersee, wurden an einen Private an der Donau verkauft und 1999 bzw. 2001 havariert von MBiK an den Wörthersee zurückgeholt. Restauriert stehen sie seit 2000 bzw. 2004 für Sonderfahrten zur Verfügung und fassen jeweils 40 Passagiere.

Heizhaus Sankt Veit an der Glan

Museumsheizhaus der NBiK am St. Veiter Westbahnhof

In Sankt Veit an der Glan unterhielten die Österreichischen Bundesbahnen bis vor wenigen Jahren einen großen Rangierbahnhof und ein eigenes Heizhaus. Als der Rangierbahnhof geschlossen wurde, war auch das Ende des Heizhauses absehbar. Die Nostalgiebahnen in Kärnten konnten den gesamten Komplex erwerben und so für ihre historischen Normalspurfahrzeuge eine passende Unterstands- und Wartungsmöglichkeit schaffen. Einmal im Jahr können die Anlage und die Fahrzeuge beim „Heizhausfest“ besichtigt werden.

Museumswerkstätte Ferlach

Als Ergänzung zu allen Betrieben wurde in Ferlach eine großzügige Werkstattanlage geschaffen, in der historische Fahrzeuge aller Art aufgearbeitet bzw. repariert werden können. Um das Wissen um die alte Technik nicht verloren gehen zu lassen und da auch Maschinen für die Herstellung von Ersatzteilen, z. B. von Dampflokomotiven, immer rarer werden, ist diese Werkstätte von großer Bedeutung für die Nostalgiebahnen in Kärnten. Hier werden auch Fremdaufträge abgearbeitet und somit finanzielle Mittel für den weiteren Ausbau der Anlagen lukriert.

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