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vom 09.05.2017, aktuelle Version,

Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg

Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg
Allgemeines
Ort Pfarrkirche Bartholomäberg
Orgelerbauer Johann Michael Graß
Baujahr 1792
Epoche Rokoko
Orgellandschaft Vorarlberg
Technische Daten
Anzahl der Register 15
Anzahl der Pfeifenreihen 20
Anzahl der Manuale 1
Orgel auf der Westempore

Die Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg ist eine Orgel ab 1792 in der Pfarrkirche Bartholomäberg in der Gemeinde Bartholomäberg in Vorarlberg. Das historische Instrument ist weitgehend erhalten und verfügt über 15 Register, die sich auf einem Manual und Pedal verteilen.

Baugeschichte

Die Kartusche, die den mittleren Orgelturm noch oben hin abschließt, trägt die Jahreszahl 1792 und weist damit wohl auf die Erbauungszeit dieser Orgel hin. Lange Zeit wurde diese Orgel dem elsässischen Orgelbauer Joseph Bergöntzle (1754–1819) zugeschrieben, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Vorarlberg gekommen war und in den Jahren 1799–1816 Orgelwerke in den Pfarrkirchen von Au, Schlins, Bludesch und Tschagguns errichtet hatte. Historische und stilistische Gründe sprechen aber für den Vorarlberger Orgelbauer Johann Michael Graß (* 1746 in Bürserberg; † 1809 in Lommis) als den Erbauer der Bartholomäberger Orgel.

Johann Michael Graß heiratete in die thurgauische Orgelbauerfamilie Bommer ein. Er ehelichte die Tochter von Johann Jakob Bommer (gest. 1775) und arbeitete bis gegen Ende der 1780er Jahre im Auftrag der Fürstabtei St. Gallen. Danach schuf er in seinem Heimatland einige Orgeln, darunter auch jene der Pfarrkirche Bartholomäberg, die zu den wenigen von ihm erhaltenen Instrumenten zählt. Dass die allermeisten Graß-Orgeln im Lauf der Zeit substanziell verändert bzw. gar nicht erhalten wurden, hatte möglicherweise mit ihrer Einmanualigkeit zu tun: Wenn irgendwie (vor allem finanziell) realisierbar, wurden einmanualige Orgeln zwecks Erweiterung der organistischen Möglichkeiten zu mehrmanualigen Instrumenten umgebaut – meistens mit der Konsequenz des Verlustes von Originalsubstanz. Und selbst die große dreimanualige Graß-Orgel der ehemaligen Klosterkirche, seit Aufhebung der Benediktinerabtei St. Gallen (1805) nunmehrigen Pfarrkirche Neu St. Johann im sanktgallischen Toggenburg, blieb von Umbauten nicht verschont.

Die Orgel der Pfarrkirche Bartholomäberg hat den größten Prozentsatz an Originalsubstanz aller bekannten Graß-Orgeln bewahren können. Sie stellt somit dispositionell und klanglich ein ranghohes Denkmal der süddeutsch-österreichischen Orgelbaukunst des auslaufenden 18. Jahrhunderts dar und ist als solches weit über die Landesgrenzen hinausweisend.

Alois Schönach (1811–1899), der zwischen 1858 und 1874 in Rankweil eine Orgelwerkstätte betrieb und als keineswegs modernistischer Orgelbauer in Tirol, Vorarlberg, Schweiz und Liechtenstein arbeitete, erweiterte anlässlich von Erneuerungsarbeiten behutsam die Bartholomäberger Graß-Orgel durch den Einbau eins vierten Pedalregisters (Quintbass 51/3′) und den Umbau des Manualregisters Copel 8′ in Bordun 16′.

Dieser historisch gewachsene Zustand war Maßgabe bei der Restaurierung der Bartholomäberger Graß-Orgel durch die Schweizer Orgelbaufirma J. Neidhardt & G. Lhôte (St. Martin) in den Jahren 1971 bis 1973. Seither ist die Orgel in der Pflege der Gebrüder Mayer in Feldkirch.

Disposition seit 1858–1874

Manual C–c3
Bordun (ab c0) 16′
Prinzipal 8′
Flöte 8′
Dulziana 8′
Prästant (ab c1) 8′
Octav 4′
Quinte 223
Superoktav 2′
Terzian I 135
Cornett III (ab c1) 4′
Mixtur IV 2′
Pedal CDEFGA–g0
Subbass 16′
Oktavbass 8′
Quintbass 513
Posaune 8′

Aufnahmen/Tonträger

  • Bruno Oberhammer: Orgelkonzert in Bartholomäberg. Werke von Frescobaldi, Storace, Pasquini, Froberger, Poglietti, F. T. Richter, Murschauer, Haydn, Muffat, Oberhammer. CD. Stand Montafon/ORF-Landesstudio Vorarlberg 2007975, 2004.