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vom 28.11.2016, aktuelle Version,

Pfarrkirche Umhausen

Kath. Pfarrkirche hl. Vitus in Umhausen
vom Langhaus zum Chor

Die römisch-katholische Pfarrkirche Umhausen steht im Ort Umhausen in der Gemeinde Umhausen im Ötztal in Tirol. Die Pfarrkirche hl. Vitus gehört zum Dekanat Silz in der Diözese Innsbruck. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Kirche wurde 1482 urkundlich umgebaut. Langhaus und Turm aus dem 14. Jahrhundert sind im Kern erhalten und wurden am Ende des 15. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert verändert bzw. der Chor verlängert. 1682 war die Weihe der Kirche. 1771 wurde eine Kapelle angebaut. 1880 und 1933 war eine Renovierung. 1964/1965 war eine Restaurierung. 1974/1977 war eine Außenrestaurierung.

Architektur

Kirchenäußeres

Das Langhaus und der gleich breite polygonal schießende Chor haben ungestufte Strebepfeiler. Diese und die Ecken des Kirchenbaues zeigen eine Putzquadrierung aus dem 17. Jahrhundert. Die Spitzbogenfenster zeigen barocke ornamentale Putzrahmen. Im Norden steht der etwas übereck gestellte Turm mit spitzbogigen Schallfenstern und darüber gesetzten Giebelfenstern mit einem Spitzhelm. Östlich schießt eine zweigeschoßige Sakristei an. An der Langhausnordwand steht ein barocker polygonaler Anbau einer Kapelle. Eine kleine Vorhalle mit einem geschwungenen Giebel, der Westfront vorgestellt, trägt die Figürchen Madonna, Florian und Georg. Das gotische Westportal aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist vierfach gekehlt und zeigt Astwerk und im Scheitel gekreuzte Stäbe.

Die Reste einer Wandmalerei aus dem 16. Jahrhundert an der Westwand zeigten die Marter des Stephanus und Laurentius und wurden 1977 übertüncht. An der Langhaussüdwand beim westlichen Joch ist eine Wandmalerei aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts, freigelegt 1964/1965, mit Resten zu Christophorus mit Schulter, Kopf und Christuskind und Resten zu Kreuzigung mit Maria und Johannes mit zwei weiteren Feldern mit Schmerzensmann mit den Leidenswerkzeugen und Michael mit der Seelenwaage aus dem Ende des 14. Jahrhunderts.

Kircheninneres

Das fünfjochige Langhaus und der zweijochige Chor mit einem Dreiachtelschluss, beide unter Stichkappentonnengewölben, zeigen stuckierte Netzgrate von 1933. Die Wandpfeiler und der rundbogige Triumphbogen sind an den Ecken gekehlt. Die Westempore ist zweigeschossig.

Die Wandmalerei an der Langhausnordwand im zweiten Joch (um 1330, 1965/1965 freigelegt) zeigt in gerahmten Bildfeldern Margaretha, zwei weibliche Heilige, Marientod und einen Bischof. Links daneben sind als Rest eines ursprünglichen Zykluses aus dem Ende des 16. Jahrhunderts die Kreuzigung erkennbar.

Die Glasmalereien mit figuralen Darstellungen sind aus dem Jahr 1929 und 1931.

Ausstattung

Der neugotische Hochaltar von 1882 trägt in Nischen die Figuren Vitus, Modestus und Crescentia, Georg, Florian und weitere Schnitzfiguren. Der linke Seitenaltar trägt eine barocke Statue Immaculata aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Die Kanzel von 1882 zeigt Reliefs mit den vier Evangelisten.

Das Kruzifix mit Maria und Johannes ist aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das Triumphbogenkreuz entstand um 1700. Die Konsolfigur Schmerzhafte Maria und eine Sitzende Figur Joachim sind aus der dritten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Das Bild Heilige Familie im Gebirge ist aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kreuzwegstationen sind mit Joseph Kirchebner 1813 bezeichnet.

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. Umhausen. Pfarrkirche hl. Vitus, in Umhausen-Dorf, Totenkapelle, Widum, S. 828–829.
  Commons: Sankt Vitus (Umhausen)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien