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vom 21.07.2017, aktuelle Version,

Radetzkybrücke (Graz)

Radetzkybrücke
Radetzkybrücke
Radetzkybrücke in der Dämmerung
Nutzung Straße
Querung von Mur
Ort Graz, Steiermark
Konstruktion Stahlbetonbrücke
Gesamtlänge 54 m
Anzahl der Öffnungen 2
Baubeginn 1897
Eröffnung 13. August 1898
Lage
Radetzkybrücke (Graz) (Steiermark)
Radetzkybrücke (Graz)

Die Radetzkybrücke ist eine Straßenbrücke aus dem Jahre 1898 über die Mur in Graz, Österreich. Sie verbindet die Stadtteile Innere Stadt und Gries und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Stadt Graz – Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg.

Geschichte

Als ab 1786 die Jakomini-Vorstadt in Graz errichtet wurde, wurde eine weitere Brücke über die Mur zur besseren Verbindung mit dem Bezirk Gries benötigt. Bis dahin dienten Fähren zur Überfuhr.[1] So entstand 1787[2] die „Neue Brücke“ als Vorläuferin der heutigen Radetzkybrücke. Sie war aus Holz gefertigt. 1827 wurde das Bauwerk vom Hochwasser zerstört. Die Folgelösung war jedoch unbefriedigend. Die Fußgängerzugänge von der Gries-Seite wurden als nicht praktikabel angesehen.[3] Es wurde beantragt, dass eine neue Brücke nicht mehr aus Holz bestehen möge, sondern aus „Stein und Eisen“ (Grazer Volksblatt 1888).[4] Nicht nur der Fußweg, sondern auch die Fahrbahn sollten von 6,20 m auf 7 m verbreitert werden; so wurde es auf der Gemeinderatssitzung am 11. April 1892 beschlossen.[5] Der Baubeginn wurde für das Frühjahr des Jahres 1894 festgesetzt.[6]

Bevor mit dem Neubau begonnen werden konnte, wurde die hölzerne, alte Brücke 1893 noch einmal mit neuen Dielen versehen, weil die Bausumme von 130.000 fl. erst für die Bauperiode 1894 bis 1895 bereitstand.[7] Der Bau wurde bereits im Vorfeld teurer als veranschlagt. Die Gemeinde Graz zahlte zusätzlich 44.000 fl. in zwei Jahresraten à 22.0000 fl. und wurde dafür von einer Beitragsleistung zur Erhaltung des neuen Objektes für immer enthoben.[8]

Heutige Brücke

In den Jahren 1897/1898 wurde schließlich die heutige Radetzkybrücke aus Stahl errichtet.[9] Die Gesamtkosten von 160.542 Gulden wurden zu je einem Drittel vom Staat Österreich, vom Land Steiermark und von der Stadtgemeinde Graz getragen.[10] Als Konstruktion kam ein Durchlaufträger mit einer Mittelstütze zur Anwendung. Der aus Stein gemauerte Mittelpfeiler wurde mit Luftdruck in 7 m Tiefe auf Schotter gegründet. Die landseitigen Fundamente reichen bis in 3 m Tiefe. Die Tiefbauarbeiten oblagen der Firma Bauunternehmen Brüder Redlich und Berger, Entwurf und Ausführung der Eisenkonstruktion der Österreichischen Alpinen Montage(ge)sellschaft. Zur Belastungsberechnung wurden folgende Werte zugrunde gelegt: eine Fahrbahnbelastung durch einen Lastwagen von 20 Tonnen Gewicht, umgeben von Wagen mit 12 Tonnen Gewicht, zusätzlich auf den Gehwegen eine Belastung durch Menschen mit 460 kg pro Quadratmeter.[11] Schließlich wurde die Radetzkybrücke am 13. August 1898 als vierte eiserne Brücke in Graz [12] „dem Verkehre übergeben.“ (Karl Holzmaier: Arbeiterwille [13])

1994 wurden die Brücke renoviert.[14] Dabei erhielt die Brücke vier Leuchtpylone in Form schlanker, schräg aufgeschnittener Zylinder und wurde, um einen Kfz-Fahrstreifen zu gewinnen, auf der flussabwärts gelegen, südliche Seite, um einen Geh- und Radweg auf einem eigenen Tragwerk verbreitert.

Unter der Brücke befindet sich Österreichs älteste Welle für Wellenreiter.[15]

  Commons: Radetzkybrücke (Graz)  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Karl Holzmaier: Die Murbrücken im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Graz.. In: Arbeiterwille, 8. Juli 1927, S. linke Spalte. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi.
  2. Karl Holzmaier: Die Murbrücken im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Graz.. In: Arbeiterwille, 8. Juli 1927, S. linke Spalte (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi.
  3. Artikel in: Grazer Volksblatt, Grazer Notizen, 13. April 1870, S. linke Spalte (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  4. Artikel in: Grazer Volksblatt, Neunzehnte (ordentliche) Gemeinderatssitzung 25. Juli 1888, 27. Juli 1888, S. linke Spalte (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre
  5. Artikel in: Grazer Volksblatt, Gemeinderatssitzung am 11. April, 13. April 1892, S. rechte Spalte, oben (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  6. Artikel in: Grazer Volksblatt, Grazer Nachrichten, 15. Oktober 1895, S. rechte Spalte, unterhal (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  7. Artikel in: Grazer Tagblatt / Grazer Tagblatt. Organ der Deutschen Volkspartei für die Alpenländer / Neues Grazer Tagblatt / Neues Grazer Morgenblatt. Morgenausgabe des Neuen Grazer Tagblattes / Neues Grazer Abendblatt. Abendausgabe des Neuen Grazer Tagblattes, Umbau der Radetzkybrücke., 9. Juni 1893, S. rechte Spalte, oben (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gtb.
  8. Artikel in: Grazer Volksblatt, Grazer Notizen, 30. November 1893, S. linke Spalte (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gre.
  9. Austria Forum - 1827 überflutete die Mur, abgerufen 11. April 2017
  10. Karl Holzmaier: Die Murbrücken im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Graz.. In: Arbeiterwille, 8. Juli 1927, S. mittlere Spalte, oben (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi.
  11. Karl Holzmaier: Die Murbrücken im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Graz.. In: Arbeiterwille, 8. Juli 1927, S. mittlere Spalte, oben (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi.
  12. Die Radetzkybrücke in Graz. In: Wiener Bilder, Nr. 37/1898 (III. Jahrgang), 11. September 1898, S. 7, unten rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrb.
  13. Karl Holzmaier: Die Murbrücken im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Graz.. In: Arbeiterwille, 8. Juli 1927, S. mittlere Spalte, oben (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/awi.
  14. Internationale Datenbank für Bauwerke und Bauingenieure - Radetzky-Brücke, abgerufen am 11. April 2017
  15. Riverbreak - Radetzky, (englisch), abgerufen am 11. April 2017