unbekannter Gast
vom 25.04.2018, aktuelle Version,

Rauch Fruchtsäfte

Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG
Rechtsform GmbH & Co OG
Gründung 1919
Sitz Rankweil, Österreich
Leitung Jürgen Rauch
Mitarbeiter 1830 (2017)
Umsatz 902 Mio. Euro (2017) [1]
Branche Getränkeherstellung[2]
Website www.Rauch.cc
Ein Teil des Fruchtsäfteangebots von Rauch im Supermarkt

Das Unternehmen Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG (Eigenschreibweise: RAUCH) ist ein international tätiger österreichischer Fruchtsafthersteller mit Sitz in Rankweil in Vorarlberg. Das Unternehmen, das Werke in Österreich, Ungarn, der Schweiz, Polen und Serbien unterhält, beschäftigt mehr als 1800 Mitarbeiter.[3]

Geschichte

Das Familienunternehmen wurde 1919 von Franz Josef Rauch als kleine Mostpresserei für die umliegenden Bauern gegründet. In der Zwischenkriegszeit wurde aber die Fruchtsaftherstellung bereits industriell durchgeführt. Im Jahr 1962 wurde die Firma von der nächsten Generation übernommen und international ausgerichtet.

In den 1970er Jahren wurde Rauch mit den Marken Happy Day und Bravo zum Marktführer auf dem österreichischen Markt und von Glasflaschen wurde auf Tetra-Pak umgestellt. Als in Österreich eine Kampagne gegen das Rauchen, welche mit dem Spruch „Ohne Rauch geht’s auch“ ins Leben gerufen wurde, kreierte die Firma Rauch den Werbeslogan „Ohne Rauch geht’s nicht, wenn man vom Fruchtsaft spricht“ und war damit bis in die 1980er Jahre bekannt. 1998 wurde das Getränkeangebot auch auf Eistee erweitert. Außerdem wurde die Brauerei Fohrenburg in Bludenz übernommen. Seitdem wurden auch noch weitere Marken verschiedener alkoholfreier sowie alkoholischer Getränke auf dem Markt eingeführt.

Am 8. Juni 2016 gab die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eine Entscheidung des Kartellgerichts vom 3. März 2016 (26 Kt 2/16p) gegen die Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG und die Rauch Fruchtsäfte GmbH bekannt. Wegen vertikalen Preisabstimmungen der Endverkaufspreise mit Abnehmern auf Einzelhandelsebene im Zeitraum September 2003 bis März 2012 wurde eine Geldbuße von 1,7 Millionen Euro verhängt.[4]

2017 wurde der Getränkeproduzent in der Kategorie Fruchthaltige Getränke in Deutschland als «Top-Marke 2017» ausgezeichnet.[5] Es war dies das bisher erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte und das Unternehmen konnte den Umsatz von 881 Mio. Euro um 2,4 Prozent auf 902 Mio. Euro erhöhen.

Organisation

Geschäftsfelder

Die Produktion umfasst vier Geschäftsfelder: die eigentliche Fruchtsaftherstellung, Fruchtsaftkonzentrate, die Brauerei Fohrenburg und Lohnabfüllungen. Die Produkte werden in über 90 Länder exportiert.

Rauch ist heute der weltweit einzige Lohnabfüller für Getränke der Red Bull GmbH, weshalb das Rauch-Logo auch auf den Formel-1-Wagen der Salzburger zu sehen ist. Rauch kooperiert ebenfalls mit der deutschen Bitburger-Braugruppe. Im Zuge dieser Kooperation werden seit Februar 2008 Rauch-Produkte von Bitburger vertrieben.[3]

Niederlassungen

Das Unternehmen unterhält insgesamt 17 Niederlassungen in 12 europäischen Ländern, wobei jede Niederlassung einem entsprechenden nationalen Tochterunternehmen von Rauch zugeordnet ist. Es existieren folgende Produktions-Niederlassungen:

Weitere Niederlassungen befinden sich in Bulgarien, Deutschland, Italien, Kroatien, Polen, Rumänien, der Slowakei, Slowenien sowie in Tschechien.[6]

Ausfuhrerstattungen

Seit der Verordnung (EG) Nr. 259/2008 der EU-Kommission im März 2008 werden Empfänger des Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Internet veröffentlicht.[7] Im Zuge dessen wurde bekannt, dass Rauch Ausfuhrerstattungen aus diesen Fonds erhält, der die Differenz zwischen den Weltmarktpreisen für Zucker und den hohen EU-Preisen (aufgrund von Schutzzöllen und Produktionsquoten) ausgleichen soll um international wettbewerbsfähig zu bleiben.[8] In den Jahren 2008 bis 2010 war Rauch der mit Abstand am stärksten Begünstigte dieser Gelder in Österreich. Seit 2011 sind die Preise von EU-Zucker und Weltmarktpreis in etwa ausgeglichen und Ausgleichszahlungen daher überflüssig.[9]

  Commons: Rauch Fruchtsäfte  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 902 Millionen Euro Umsatz: Erfolgreichstes Jahr für Rauch Säfte
  2. Der Wirtschaftszweig ist C 11 Getränkeherstellung laut ÖNACE 2008.
  3. 1 2 Rauch kooperiert ab 2008 mit Bitburger, ORF Vorarlberg, Artikel vom 23. November 2007
  4. http://www.bwb.gv.at/KartelleUndMarkmachtmissbrauch/Entscheidungen/Seiten/BWB-K-361-Geldbußentscheidung-gegen-RAUCH-Fruchtsäfte-GmbH-Co-OG.aspx
  5. Rauch Happy Day: Top-Marke 2017 in der Kategorie „Fruchthaltige Getränke“ (5. Juli 2017)
  6. Niederlassungen von Rauch, abgerufen am 26. März 2017
  7. Amtsblatt der Europäischen Union Verordnung (EG) Nr. 259/2008 der Kommission vom 18. März 2008 (PDF)
  8. Verordnung (EG) Nr. 1234/2007 des Rates vom 22. Oktober 2007 über eine gemeinsame Organisation der Agrarmärkte
  9. Rauch Fruchtsäfte muss ohne EU-Agrarförderung auskommen. Russmedia, 2. Mai 2012, abgerufen am 25. Januar 2015.