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vom 22.05.2018, aktuelle Version,

Bludenz

Bludenz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Bludenz
Bludenz (Österreich)
Bludenz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 29,94 km²
Koordinaten: 47° 9′ N,  49′ O
Höhe: 587 m ü. A.
Einwohner: 14.397 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 481 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6700
Vorwahl: 05552
Gemeindekennziffer: 8 01 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Werdenbergerstraße 42
6700 Bludenz
Website: www.bludenz.at
Politik
Bürgermeister: Josef Katzenmayer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2015)
(33 Mitglieder)
14
13
3
3
14  13  3  3 
Insgesamt 33 Sitze

Lage der Stadt Bludenz im Bezirk Bludenz
BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSankt Anton im MontafonSankt GallenkirchSankt GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlberg Lage der Gemeinde Bludenz im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Logo der Stadt Bludenz
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bludenz (standarddeutsche Aussprache: [ˈblu:dents], lokales Vorarlbergerisch: [ˈbludats]) ist eine Stadt im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Die Stadt ist Sitz der Bezirks­haupt­mannschaft Bludenz und mit 15074 Einwohnern (Stand 2018) die sechstgrößte Gemeinde in Vorarlberg.[1]

Geografie und Klima

Bludenz liegt auf 570 Meter Höhe am südwestlichem Fuß des Lechquellengebirges, terrassenförmig über dem Talboden der Ill und auf einem Teil des Schuttfächers des Galgentobelbaches angelegt. Die offizielle Höhenangabe für Bludenz lautet 588 m.[2] Diese bezieht sich auf die Lage der etwas erhöht über dem Stadtkern stehenden Laurentiuskirche. Der höchste Punkt des Gemeindegebietes wird durch den Gipfel des Weißen Rössle, 2214 m, nordwestlich von Ausserbraz gelegen, gebildet.[3] Teile der Bergwälder im Norden von Bludenz gehören zum vom Galgentobel bis nach Klösterle reichendem Europaschutzgebiet „Natura 2000“.

Die Stadt liegt am Schnittpunkt der Täler Walgau, Brandnertal (Rätikon), Montafon (Silvretta) und Klostertal (Arlberg). Bludenz vermarktet sich gern als „Fünf-Täler-Stadt“, jedoch mündet das fünfte Tal, das Große Walsertal, erst bei Ludesch, einige Kilometer westlich von Bludenz, in den Walgau ein. 48,5 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Nachbargemeinden von Bludenz sind Nüziders, Raggal, Innerbraz, Bartholomäberg, St. Anton im Montafon, Lorüns, Stallehr und Bürs.

Elsalptürme (links), Elsspitze (Mitte) und Elsfürkele (zweite Scharte rechts der Elsspitze) von der Furklaalpe aus gesehen (Bild von Edward Theodore Compton)

Das Trinkwasser für Bludenz wird von mehreren hundert Metern über der Stadt, am Fuß der Westflanken von Breithorn und Elsalptürmen, sowie in der Südflanke der Katzenköpfe gelegenen Quellen gefasst. Die Stadt nutzt das Gefälle teilweise zur Stromgewinnung und betreibt in Hinterplärsch, am Startpunkt der ehemaligen Natureisrodelbahn, ein 1998 gebautes Trinkwasser-Kleinkraftwerk mit einer maximalen Leistung von 125 kW.[4]

Bludenz hat ein maßgeblich durch den Atlantischen Ozean beeinflußtes Klima. Der von der nahegelegenen Meßstation Bürs von 1971 bis 2000 registrierte durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 1341 mm, die durchschnittliche Jahrestemperatur 7,9 °C.[5] Jedoch weisen die amtlichen Aufzeichnungen für den Großteil des besiedelten Bludenzer Gemeindegebiets bereits eine durchschnittliche Jahresniederschlagssumme zwischen 1500 und 1800 mm aus. Die nordöstlichen, an den Hängen gelegenen Bereiche, z. B. Rungelin, erhalten sogar 1800 bis 2100 mm/a. Auf die Gipfelbereiche von Hohem Fraßen und Breithorn, die süd- bzw. westseitig vom Galgentobelbach entwässert werden, fielen durchschnittlich 2400 bis 2700 mm, auf die von Gamsfreiheit und Weißem Rössle sogar für mitteleuropäische Maßstäbe enorme 2700 bis 3000 mm Niederschlag pro Jahr.[6]

Blick auf den Talkessel von Bludenz (von Südwesten)
Blick auf Bludenz bei Nacht (von Norden)
Bludenz im Winter (von Süden)

Bludenz gehört, auch durch die Nähe zum als ausgesprochener Föhnstrich geltendem Brandner Tal, häufig zu den Orten mit den höchsten Tagestemperaturen Vorarlbergs. Die die Stadt um etwa 1400 Meter überragenden Berge vom Hohen Fraßen bis zur Elsspitze schützen Bludenz vor kalten Winden aus Nord bis Nordost.
Auf dem städtischem Friedhof steht eine automatische Wetterstation der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), deren aktuelle Messwerte permanent im Internet präsentiert werden.[7]

Stadtgliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[8]):

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Bludenz.

Stadtteile und Parzellen von Bludenz sind:

  • Altstadt
  • Ausserbraz
  • Beim Kreuz
  • Bings (wird in Ober- und Unterbings unterteilt)
  • Brunnenfeld (mit Kloster St. Peter)
  • Gasünd
  • Grubs
  • Halde
  • Mokry
  • Obdorf
  • Radin (wird in Ober- und Unterradin unterteilt)
  • Rungelin (Runggelin)
  • Unterfeld
  • Sankt Leonhard
  • Südtiroler Siedlung

Geschichte

Frühzeit

Die Funde am Montikel (Stadthügel) machen Bludenz zu einem bedeutenden archäologischen Ort Westösterreichs. Der steil abfallende Fels trug eine bronzezeitliche Höhensiedlung, die bis ans Ende der La-Tène-Zeit besiedelt blieb. In der Flur „Unter dem Stein“ (heute Untersteinstraße) am Südfuß des Montikels wurden seit 1830 bis 1935 bei Aushubarbeiten Waffen und Gerätschaften aus Eisen sowie Schmuckgegenstände aus Bronze gefunden.
In einem 1900 freigelegten Brandschutthorizont waren tierische und menschliche Knochen eingebettet. Keramikreste, Waffen (Speerspitzen, Lanzenschuhe, Hellebardenäxte, Schwertbruchstücke, Schwertscheiden und ein Helmfragment), Gerätschaften (Messer, Sicheln, Schlüssel, Ringe, Wagenbeschläge, Trensen, ein Dechsel und eine Herdschaufel), Schmuck (Fibeln, Nadeln, Armreifen und Gürtelzubehör) sind dem keltischen oder inneralpin-rätischen Typus zuzuordnen. Der Zeitraum wird vom 5. bis zum 1. Jahrhundert n. Chr. angenommen und aus heutiger Sicht als Deponierungen einer Opferstätte gesehen. Das meiste Fundmaterial ist nicht erhalten und nur mehr aus früheren Aufzeichnungen rekonstruierbar.[9]

Bludenz ab 830

Die Ortschaft Bludenz wurde erstmals im Jahre 830 im sogenannten „Churrätischen Reichsurbar“ unter den nebeneinander verwendeten Namensversionen „Pludono“ und „Pluteno“ urkundlich genannt. Im karolingischen Güterverzeichnis taucht 842 die Nennung der Siedlung als „Pludeno“ auf. Die Namen sind vermutlich vorrömischen Ursprungs und leiten sich vom indogermanischen Wurzelbegriff „pleud“ ab, was etwa mit „fließen“ übersetzt werden kann.[10] Diskutiert wird angesichts der ausgedehnten Sümpfe an der Ill auch lateinisches „ad paludines“ („bei den Sümpfen“) als Namensspender.

Von 1098 bis 1629 trat die Pest neunzehn Mal in Bludenz auf – besonders viele Opfer forderte sie 1143 und 1591.

1265 erfolgte die Gründung der Stadt Bludenz durch die Werdenberger, das Stadtrecht verlieh Hugo I. von Werdenberg 1274.
Herzog Friedrich IV. („mit der leeren Tasche“) floh nach seiner Ächtung auf dem Konzil von Konstanz über den Arlberg nach Tirol. Dabei verbrachte er den 30. März 1416 in Bludenz (Erinnerung in Sagen an seine Bitte um Einlass am Oberen Tor).

Bludenz um 1643 (Kupferstich von Merian)

1420 kam die damalige Grafschaft Bludenz an Österreich. 1525 scheiterte die Reformation in Bludenz. Die Habsburger regierten Bludenz wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.
1444 und erneut 1491 brannte die Stadt mitsamt der Tore, der Burg (später Barockschloss) und der St. Laurentiuskirche nieder. Am 1. November 1638 zerstörte wieder ein Brand nahezu die ganze Stadt; von den Flammen verschont blieb lediglich das Obere Tor mit zwei Nachbarhäusern sowie Kirche und Schloss. 1682 zerstörte ein weiterer Brand einen Großteil der aus Holz gebauten Häuser in der Stadt.[11]

Im Oktober 1730 erwarb der Tiroler Reichsfreiherr Franz Andreas von Sternbach, der als Bergbauunternehmer zu großem Reichtum gelangt war, die vereinigte Pfandherrschaft Bludenz-Sonnenberg.

19. und 20. Jahrhundert

Von 1806 bis 1814 gehörte die Stadt zu Bayern, danach wieder zu Österreich. Beim Übergang an Bayern 1806 kam Bludenz zum Landgericht Sonnenberg, dessen Sitz bis 1810 Nüziders und danach die Stadt bildete. Nach der Rückkehr Vorarlbergs in den österreichischen Staatsverband 1814 wurde den Herren von Sternbach die hohe Gerichtsbarkeit nicht mehr zugestanden. 1854 löste man den restlichen Lehensbesitz ab – das Schloss Gayenhofen aber blieb bis 1936 ihr Privatbesitz.

Seit 1872 war die Stadt durch die Vorarlbergbahn über die Verbindungsstrecke von Feldkirch nach Buchs (Schweiz) sowie die Verlängerung von Lochau nach Lindau (Deutschland) verbunden.

Nach der Errichtung der Buntweberei (1871) und im Gefolge des Baus der Arlbergbahn (1884) ließ sich in Bludenz eine große Zahl von Zuwanderern aus Trentino, dem damaligen „Welschtirol“ nieder. Der vornehmlich von ihnen bewohnte Stadtteil wurde bald als „welsches Viertel“ bezeichnet. Um 1900 war fast ein Fünftel der Bludenzer Einwohnerschaft italienischer Muttersprache.

Als sich Vorarlberg zur Zeit der ärgsten wirtschaftlichen Not von der neu entstandenen Republik Deutsch-Österreich zu trennen und der Schweizer Eidgenossenschaft anzuschließen versuchte, sprach sich Bludenz bei der Abstimmung im Mai 1919 neben zwei Dörfern im Bregenzerwald als einziger größerer Ort des Landes dagegen aus.

Südtiroler Siedlung mit Galgentobelbach und der Mondspitze (1967 m) im Hintergrund. Die Beeteinfassungen im Vordergrund und andere Bauten im Nahbereich des Baches wurden inzwischen zugunsten eines besseren Abflusses bei Hochwasser abgerissen.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde Bludenz zur Kreisstadt im Reichsgau Tirol-Vorarlberg. Kreisleiter waren Hans Bernard und Wernfried Richter. Das Hitler-Mussolini-Abkommen im Jahr 1939 bewirkte die Errichtung der Südtiroler-Siedlung.[12]

Der Turm der Heilig-Kreuz-Kirche diente ab 1943 als Flugbeobachtungsstelle und auf dem Muttersberg wurde eine Flugwache installiert. Beim Bürser Umspannwerk sowie am Bludenzer Bahnhof wurden 1943/1944 Fliegerabwehrgeschütze stationiert und im Unterstein sowie in der Mokry jeweils ein Luftschutzstollen errichtet.[11] Bludenz wurde im Mai 1945 durch französische Truppen von der NS-Diktatur befreit und war in der Folge von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Im Bezirk Bludenz, in den Lagern Mokry und Rungelin (auf dem Gebiet der heutigen Siedlung Beim Kreuz) befanden sich im Juni 1946 noch 182 politische Häftlinge. Einige Insassen des Lagers Rungelin sollen im Letziwald oberhalb von Lorüns den sogenannten „politischen Weg“ angelegt sowie Forstarbeiten vorgenommen haben.[13]

Bevölkerungsentwicklung

Die Innenstadt von Bludenz

1967 war etwa die Hälfte der Einwohner in der Stadt geboren. 40 Prozent stammten aus dem übrigen Österreich und zehn Prozent aus dem Ausland. Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren gab es einen starker Zuzug ausländischer Arbeitskräfte, die hauptsächlich in den Industriebetrieben Beschäftigung fanden.

Ende 2002 lag der Ausländeranteil bei 16,9 Prozent. Mit den angrenzenden Gemeinden, insbesondere Nüziders und Bürs, bildet Bludenz ein einheitliches Siedlungs- und Wirtschaftsgebiet mit rund 25.000 Einwohnern.

Politik

Stadtvertretungswahl 2015
 %
60
50
40
30
20
10
0
40,51  %
(-11,38 %p)
37,76  %
(+10,81 %p)
11,09  %
(-0,88 %p)
10,65  %
(+1,46 %p)





Bürgermeister

  • um 1724: Bernhardin Leu
  • um 1779: Johann Josef Berchtel
  • 1867– 1909: Josef Wolf
  • 1910– 1919: Andreas Konzett, CSP
  • um 1921: Matthias Längle, CSP
  • 1945– 1970: Eduard Dietrich, ÖVP
  • 1970– 1983: Hermann Stecher, SPÖ
  • 1983– 1995: Heinz Wiedemann, SPÖ
  • 1995– 2005: Othmar Kraft, ÖVP
  • 2005–:0000 Josef Katzenmayer, ÖVP

Die Bludenzer Stadtvertretung besteht nach der Gemeindevertretungswahl 2015 aus 33 Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen: ÖVP 14 Sitze, SPÖ 13 Sitze, Offene Bürgerliste (Grüne) 3 Sitze sowie FPÖ 3 Sitze.

ÖVP SPÖ Offene Bürgerliste (Grüne) FPÖ
14 13 3 3

Bürgermeister der Stadt ist seit 2005 Josef „Mandi“ Katzenmayer. Bei der Bürgermeister-Direktwahl 2015 musste Katzenmayer gegen seinen SPÖ-Herausforderer Mario Leiter in die Stichwahl, nachdem keiner der beiden im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Katzenmayer gewann mit 50,2 Prozent der Stimmen und wurde somit im Amt bestätigt.[14]

Der zum Vizebürgermeister gewählte und in der Bürgermeister-Stichwahl unterlegene SPÖ-Spitzenkandidat Mario Leiter gab am 11. April 2015 bekannt, dass die SPÖ die Stichwahl anfechten werde.[15] Im November 2015 bestätigte der Verfassungsgerichtshof Unregelmäßigkeiten bei der Beantragung und Ausstellung von Wahlkarten und hob das Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl auf.[16] Bürgermeister Katzenmayer wurde bei der Wahlwiederholung am 20. Dezember 2015 mit 54,56 % im Amt bestätigt.[17]

Stadtrat Bludenz

  • Josef Katzenmayer (ÖVP) – Bürgermeister
  • Mario Leiter (SPÖ) – Vizebürgermeister; Vizekommandant der Stadtpolizei; Stadtrat für Stadt- und Raumplanung sowie Betriebsansiedlung
  • Gerhard Krump (ÖVP) – Stadtrat für Finanzen
  • Johann Bandl (ÖVP) – Stadtrat für Wirtschaft
  • Christoph Thoma (ÖVP) – Stadtrat für Kultur und Jugend
  • Arthur Tagwerker (SPÖ) – Stadtrat für Tiefbau und Friedhofswesen
  • Wolfgang Weiss (SPÖ) – Stadtrat für Verkehr, Mobilität und ÖPNV
  • Karin Fritz (OLB) – Stadträtin für Bildung (Kindergarten, Schule) und Kleinkinderbetreuung
  • Joachim Weixlbaumer (FPÖ) – Stadtrat für Hochbau

Wappen

Beschreibung: Im silbernen Schild ein schwarzes steigendes Einhorn. Auf dem Schild ruht eine silberne Mauerkrone mit fünf sichtbaren Zinnen.

Symbolik: Das althergebrachte Wappen wurde der Stadt Bludenz von der Vorarlberger Landesregierung am 8. Februar 1929 zugesprochen. Das Einhorn verkörpert ein uraltes Symbol der ungebändigten Kraft, ausdauernder Stärke sowie jungfräulicher Reinheit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Blick auf Bludenz von Nordwesten: Hl. Kreuz Kirche, Schloss Gayenhofen und Laurentiuskirche (von links)

Die größten Firmen in Bludenz sind die Brauerei Fohrenburg; gegründet 1881 (gehört seit 1998 zur Firma Rauch Fruchtsäfte), Getzner Textil (gegründet von Christian Getzner) sowie die Schokoladenfabrik Suchard.

1903 siedelte sich in Bludenz der Schweizer Uhrenfabrikant Obrecht & Co im Hause des Fabrikanten „Dörler“ in der Rathausgasse an. 1906 übersiedelte die Produktion der Taschenuhren in das neue Gebäude in der Klarenbrunnstraße und die Uhrenfabrik wurde 1922 bis 1967 als Plangg & Pfluger fortgeführt.[18]

1834 gründete Karl Blum auf dem Gelände der abgebrannten Spinnerei „Brunnental“ die erste moderne Papierfabrik Vorarlbergs und später übernahm das Gebäude der Schweizer Schokoladeproduzent Suchard. Die Schokoladenfabrik begann ihre Produktion in Bludenz 1888 als Tochterfabrik des Schweizer Stammhauses von Philipp Suchard.[19] Heute ist sie Teil des amerikanischen Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods. Alljährlich wird in der Innenstadt mit dem „Milka-Schokofest“ eine speziell auf Kinder abzielende Werbeveranstaltung abgehalten.

Der Bludenzer Einzelhandel sieht sich durch die zwei an der Bludenzer Stadtgrenze auf Bürser Gemeindegebiet erbaute Einkaufszentren stark unter Druck. Heftige politische Auseinandersetzungen gab es um das neu erbaute Hallenbad „Valblu“ und das Krankenhaus, sowie um ein Einkaufszentrum, das im alten Kronenhaus in der Bludenzer Altstadt errichtet wurde.[20]

2003 gab es am Ort 260 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 3863 Beschäftigten und 282 Lehrlingen. Insgesamt wurden 6345 lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gezählt.

Schutzbauten und Vorkehrungen gegen Murgänge und Hochwasser

Vor allem die teilweise senkrechten, mehrere hundert Meter hohen Felswände des 2009 m hohen Breithorns (auch Gaisberg genannt), der Elsspitze (1980 m) und der dazwischenliegenden Elsalptürme liefern ständig Verwitterungsmaterial, das vom Galgentobelbach je nach Wasserführung ins Stadtgebiet, und im Extremfall sogar in die Ill transportiert werden kann. Obwohl zur Aufschüttung des 3,6 km² großen Schwemmkegels durch den Bach gewaltige Gesteinsmassen notwendig waren, gab es, soweit die Überlieferungen zurückreichen, dort jedoch keine verheerenden Schuttablagerungen. Deshalb existierten auch kaum bauliche Vorkehrungen gegen Murgänge.

Murenabgang bei Bludenz 1918

Als im Dezember 1918 nach einer Kältewelle ein Starkregen niederging, drang eine Mure zwischen Bludenz und Nüziders bis zur (damals eingleisigen) Bahnstrecke vor.[21] Infolge dessen wurden in den Seitenästen des Galgentobelbaches, vor allem im Muttersberg- und Mittlawaldtobel zu Füßen der o. g. Felswände, in den 1920er und 1930er Jahren Wildbachverbauungen errichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Verbauung des Baches fortgesetzt.
Ein mittleres Hochwasser im Dezember 1991, das wiederum durch starken, einer Kältewelle folgenden Regen verursacht war, lagerte im Unterlauf ca. 20.000 m³ Geschiebe und Wildholz ab. Es richtete infolge der Baumaßnahmen jedoch nur relativ geringe Schäden an.[22]

Ein erhebliches Gefahrenpotential bildet allerdings weiterhin die am nordöstlichem Ende der Südtiroler Siedlung auf 661 m Höhe gelegene Daneubrücke. Im Falle ihrer Verklausung durch Treibholz und Geröll würde der hochwasserführende Bach links und rechts der Brücke über die Ufer treten und sich aufgrund der konvexen Form der Oberfläche des Schwemmkegels samt der mitgeführten Feststoffe durch die dichtbebaute Südtiroler Siedlung, sowie durch das Obdorf wälzen. Deshalb wurde 2004 oberhalb der Brücke, am nordöstlichem Ende des leicht begehbaren Teils des Galgentobels, eine große Geröll- und Wildholz- Rückhaltesperre errichtet. Unterhalb dieser befinden sich noch ein maximal etwa 5000 m³ fassendes Geschiebeauffangbecken, und eine Schlitzsperre. Weiterhin wurden in Hinterplärsch Dämme aufgeschüttet. Diese sollen, falls das Becken gefüllt ist, ein seitliches Ausbrechen des Baches begrenzen. Ein Teil der verschlissenen Schutzbauten aus der Vorkriegszeit musste bereits erneuert werden.

Im März 2007 stürzten etwa 10.000 m³ Fels ins Muttersbergtobel. Diese werden nun allmählich vom Bach abtransportiert und zeigen abermals die Notwendigkeit von Verbauungsmaßnahmen.[23]

Mit Stahlschienen ausgekleideter Grund des Durchlasses unter dem ÖBB - Gelände. Bei geringer Wasserführung versickert das Wasser vor Erreichen des Durchlasses.

Ein weiteres Nadelöhr ist die sehr niedrige Durchleitung des Baches unter dem ÖBB-Gelände. Um dort die Gefahr einer Verklausung zu reduzieren, entstanden nördlich der nahegelegenen Bundesstraßenbrücke ein weiteres Auffangbecken für Feststoffe, sowie eine zusätzliche Schlitzsperre. Die Sohle des Durchlasses unter den Gleisanlagen, sowie des restlichen Bachlaufes bis zur Ill ist mit Stahlschienen belegt, damit Geröllbrocken durch die Schleppkraft des Wassers aus diesem neuralgischem Bereich rasch abtransportiert werden.

Bemessungsgrundlage für die Baumaßnahmen nach dem Hochwasser von 1991 waren ein Wolkenbruch mit 70 mm Regen innerhalb einer Stunde über dem gesamtem Einzugsgebiet (7,2 km²) des Baches, sowie ein Dauerregen mit 168 mm/d auf gefrorenen, bzw. mit Wasser gesättigten Boden. Bei Ersterem wurde, je nach Berechnungsmodell, eine durchschnittliche Wasserführung von 42 bis 56 m³/s errechnet, bei Letzterem eine tägliche Wasserfracht des Baches von 750.000 m³, welche 75.000 m³ Geschiebe und Wildholz enthält. Eine durchschnittliche Wasserführung des Baches von 50 m³ / s wird als ein HQ 150, also als ein Hochwasser, das statistisch einmal in 150 Jahren auftritt, angesehen. Weiterhin war zu berücksichtigen, daß Geschiebe, das in die Ill vordrang, diese bereits mehrmals aufstaute, und / oder nach Südwesten abdrängte.

Zahlreiche Gartenhäuschen der Südtiroler Siedlung und andere Bauten (siehe Bild oben) im Nahbereich des Baches wurden auf behördliche Anweisung hin abgerissen. Diese hätten entweder den Abfluss behindert, oder, vom Bach mitgerissen, zusätzliches Treibmaterial, welches Verklausungen begünstigt, geliefert.[22]

Bei einem HQ 300 der Ill ist mit größeren Überschwemmungen im Stadtgebiet zu rechnen.[24]

Weiterhin betreibt die Vorarlberger Illwerke AG ein Typhonwarnsystem, das die Bevölkerung im Montafon, in Bludenz, im Brandner Tal und im Walgau vor Flutwellen infolge von Staumauerbrüchen warnen soll. Im Falle solch einer Alarmierung werden auch alle Kirchenglocken geläutet.[25]

Bildung

In Bludenz gibt es sieben Kindergärten. Am Ort gab es im Jänner 2003 5064 Schüler, davon 844 an allgemein bildenden höheren Schulen (AHS; Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Bludenz) und 2875 an berufsbildenden höheren Schulen (Bundeshandelsakademie, Tourismusschulen).

Kultur

Remise Bludenz

Ein Kulturzentrum von Bludenz ist die „Remise“. Auf dem Programm stehen das ganze Jahr hindurch Konzerte von Alter Musik über Weltmusik bis hin zu Jazz, Kabarett, Theater, Lesungen, Filmvorführungen und Ausstellungen. Das Landesstudio Vorarlberg des ORF zeichnete dort hin und wieder Konzerte auf und strahlte diese aus. Eine Gastwirtschaft ist an die „Remise“ angeschlossen.

Verkehr

Bludenz ist mit seiner Lage im Walgau und am Eingang der drei Täler Klostertal, Montafon und Brandnertal ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Süden Vorarlbergs. Insbesondere die Ost-West-Verbindung durch den Walgau und das Klostertal ins Nachbarland Tirol mittels Bahnstrecke und Schnellstraße ist für die Entwicklung von Bludenz als Verkehrsknotenpunkt bedeutsam.

Eisenbahn

Ansicht des Empfangsgebäudes (2008)

Der 1872 eröffnete Bahnhof Bludenz ist heute ein Abzweigbahnhof an der Vorarlbergbahn, der Arlbergbahn und der 1905 eröffneten Bahnstrecke Bludenz–Schruns (letztere betrieben durch die private Montafonerbahn). Diese Strecken sind elektrifiziert. Auf dem Rangierbahnhof der Stadt findet eine rege Auflösung und Bildung von Güterzügen statt. Als Anfangspunkt der Westrampe der Arlbergbahn hat Bludenz so besondere Bedeutung und ist dadurch zu einer „Eisenbahnerstadt“ geworden.

Die Stadt ist hervorragend ins Bahnnetz eingebunden. In Bludenz hält tagsüber nahezu im Stundentakt je ein Schnellzug in Richtung Innsbruck/Wien sowie in Richtung Feldkirch/Bregenz/Zürich. Weiterhin verkehren von früh bis in die Nacht hinein stündlich mindestens zwei Regionalzüge von Bludenz nach Bregenz/Lindau. In Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen gibt es sogar einen durchgehenden stündlichen Zugbetrieb zwischen Bludenz und Bregenz. Den öffentlichen Verkehr ins Montafon betreibt die im Halbstunden- oder Stundentakt verkehrende Montafoner Bahn, deren Betriebszeiten vor einigen Jahren bis gegen Mitternacht erweitert wurden.[26]

Auto

Bludenz ist Endpunkt der Rheintal-Walgauautobahn A 14, die hier in die Arlberg Schnellstraße S 16 übergeht. Im Gemeindegebiet der Stadt befinden sich vier Autobahnanschlussstellen, nämlich Bludenz / Nüziders, Brandnertal, Bludenz / Bürs sowie Bludenz-Ost / Montafon. Zusätzlich existiert noch eine Anschlussstelle im Bereich der S 16, nämlich Bings. Teile der Altstadt sind als Fußgängerzone eingerichtet, unter Anderem der Mittelabschnitt der Werdenbergerstraße, durch die früher der Durchgangsverkehr führte.

Bus

Der öffentliche Stadtverkehr besteht aus drei Stadtbuslinien, welche die Ortsteile Südtiroler Siedlung, Brunnenfeld und Rungelin mit dem Bahnhof verbinden. Die Linien 1 und 2 verkehren werktags von ca. 6:00 bis 20:30 Uhr im Halbstundentakt. Die Linie 3 fährt überwiegend im Stundentakt, sonn- und feiertags ist sie außer Betrieb. Bei den Stadtbuslinien ist samstags, sonn- und feiertags allerdings zwischen ca. 17:30 und 18:00 Uhr Betriebsschluss. Die Fahrpläne der Stadtbusse sind mit dem Bahnfahrplan abgestimmt.

Landbuslinien führen vom Postamt und vom Bahnhof Bludenz in den Walgau, ins Brandner Tal sowie ins Klostertal. Da die Personenbahnhöfe an der Westrampe der Arlbergbahn zwischen Bludenz und Langen am Arlberg seit Langem nicht mehr bedient werden, übernimmt die Buslinie ins Klostertal die Anbindung der an der Bahnstrecke gelegenen Orte an den ÖPNV.

Sämtliche Busse und Züge im Raum Bludenz können mit Fahrkarten des Verkehrsverbundes Vorarlberg genutzt werden.[26]

Muttersbergseilbahn

Die ehemalige Kabinen-Pendelbahn, deren Talstation in Hinterplärsch ist, wurde 2002 zu einer kuppelbaren Einseil-Umlaufbahn mit Acht-Personen-Gondeln umgebaut. Die Fahrzeit pro Strecke beträgt etwa zehn Minuten. Die Bahn ist von etwa Ende April bis Anfang November täglich, ansonsten, mit Ausnahme der Zeit um Weihnachten und Silvester, Freitag bis Sonntag von 9:00 bis 17:00 Uhr in Betrieb. Während der Betriebszeiten der Bahn wird die Talstation mit der Stadtbuslinie 1 bedient.[26]

Sport & Freizeit

Sparkassenarena
1926 wurde hier der erste Fußballplatz im Gemeindegebiet Bludenz unter dem Namen „Fohrenburgstadion“ eröffnet, 1973 erfolgte der Spatenstich für den Stadionbau. Seit 2007 heißt das Stadion „Sparkassenarena“.
Erlebnisbad Valblu
1879 überließ der Fabrikant Johann Gassner der Stadt den ursprünglich als „Feuerweiher“ angelegten Teich (Wasserreservoir für die 1869 gegründete Freiwillige Feuerwehr Bludenz) und die damit verbundene „Badeanstalt in der Halde“. Das Freischwimmbad wurde am 1.  August 1958 eröffnet (Quelle: Bludenz aktuell April 1977), 1967 wurde das neu errichtete Schwimmbecken im Freibad zur Nutzung freigegeben und 1975 erfolgte der Spatenstich für das Hallenbad. 1991 musste der Betrieb aus technischen Gründen geschlossen werden. Von 1996 bis 1998 erfolgte der Umbau zum Erlebnisbad „Valblu“ und 2004 der Spatenstich für dessen Erweiterung. 2005, nach einer Bauzeit von 15 Monaten, eröffnete das „Val Blu Resort Hotel“. 2017/18 fanden erneut umfangreiche Sanierungs- und Bauarbeiten statt. Weiterhin soll die Wärmeversorgung des Bades künftig durch die Getzner-Textilwerke, bei denen reichlich Produktionsabwärme anfällt, erfolgen.
Erholungsgebiet Hinterplärsch
Hinter der Talstation der Muttersberg-Bahn, am Rodlerheim, wird bei entsprechender Witterung ein Natureislaufplatz angelegt.
Von 1967 bis Dezember 2015 existierte in Hinterplärsch eine in schattige Hänge hineingebaute Natureisrodelbahn, auf der u.  a. 1981 die Junioren-EM sowie 1984 die Junioren-WM stattfanden. Ein im gleichem Gelände vorgesehener, allerdings umstrittener Neubau einer Kunsteisrodelbahn verharrt seit Jahren in der Planungs- und Genehmigungsphase. [27]

Muttersberg

Der Bludenzer Hausberg ist der Muttersberg. Dieser liegt auf dem Gemeindegebiet von Nüziders. Mit "Muttersberg" (abgeleitet vom Familiennamen Muther oder Mutter) ist umgangssprachlich zumeist der Madeisakopf (1402  m), ein dem Hohem Frassen südwestlich vorgelagerter, bewaldeter Kopf gemeint. In dessen Nähe stehen die Bergstation der Muttersbergseilbahn und das neben sie gebaute Großrestaurant. Im engerem Sinne bezeichnet der Begriff "Muttersberg" das Gebiet der von Wald- und Weideflächen durchsetzten Streusiedlung nordwestlich und unterhalb des Madeisakopfes, großteils an und unterhalb der Forststraße zum Tiefenseesattel. Dieses gehört gleichfalls zu Nüziders.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten sind das ursprünglich erhalten gebliebene Obere- und Untere Stadttor, der Nepomukbrunnen sowie die Werdenbergerstrasse mit den Laubengängen.

Kirchen und Klöster

Hl. Kreuz Kirche
Laurentiuskirche

Stadtbefestigung

Unteres Stadttor

Von der einstigen Bludenzer Stadtbefestigung sind heute noch Teile erhalten. Die etwa 100 Häuser der Stadt waren mit einer doppelten Ringmauer, sieben Türmen und drei Toren umfangen und eingefriedet.[11] Das Stadttor im Osten der Stadt („Montafonertor“ oder „Kapuzinertor“) wurde 1846 abgerissen.

Unteres Tor
Ende des 15.  Jahrhunderts erbaut, wurde dieses Tor in der Folge mehrfach umgebaut. Es wird auch Mühletor oder Bürsertor genannt.
Oberes Tor
Erbaut Ende des 15.  Jahrhunderts, 1774 sowie 1920 umgebaut, wird auch Herzog-Friedrich-Tor oder Feldkircher Tor genannt. 1416 flüchtete Herzog Friedrich IV (mit einer leeren Tasche) von Konstanz kommend durch das Obere Tor in die Stadt; er wurde in Bludenz aufgenommen und von den Bürgern der Stadt sicher über den Arlberg gebracht.
Im Oberen Tor ist das Stadtmuseum Bludenz beheimatet. Wenige Meter entfernt führt eine im 17.  Jahrhundert erbaute, gedeckte Kirchenstiege als eine der fünf Schlossstiegen auf die Anhöhe zur St. Laurentiuskirche und zum Schloss Gayenhofen.
Pulverturm
im Südwesten der Stadt, wurde Ende des 15.  Jahrhunderts erbaut.

Profanbauten

Bezirksgericht Bludenz (von Willibald Braun)
Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Nepomukbrunnen
Riedmiller-Denkmal
Bludenz gegen Brandnertal ( Jakob Jehly um 1890)
Das Schloss liegt im baulichen Ensemble mit der Pfarrkirche beherrschend über der Stadt und dient heute als Amtsgebäude der Bezirkshauptmannschaft Bludenz. [28]
  • Baumwollspinnerei der Fabrik Getzner (1883–1886)
Die Spinnerei in Klarenbrunn ist ein besonderes Beispiel des Vorarlberger Industriebaus, wie er aus englischen Quellen über Schweizer Firmen ins Land kam.
Der ausgewogene, langgestreckte zweigeschoßige Backsteinbau wurde vom Ingenieurbüro John Felber aus Manchester entworfen und besitzt eine signifikante Pfeiler- sowie Eisenstruktur. Hier entstand eine Synthese zwischen den alten mehrgeschoßigen Saalbauten mit Holzkonstruktion und den alten „Industrie-Sheds“.
Der Bau ist in seiner konstruktiven und funktionellen Konzeption ein markantes Beispiel des Industriebaus aus dem späten 19.  Jahrhundert.
  • Bezirksgericht (1927–1929)
Bau von Willibald Braun
  • Laubengänge in der Werdenbergerstraße
Diese Straße ist nach den Grafen von Werdenberg-Montfort benannt, den einstigen Herren von Bludenz. Rechts und links wird sie von Bürger- und Patrizierhäusern eingerahmt, welche nach dem Stadtbrand 1638 entstanden sind. Sehenswert sind ihre prächtigen Fassaden, Giebel und Tore. Südländisch anmutend sind die Laubengänge, die die Fußgängerzone fast zu einer überdachten Innenstadt machen. Zwei der nach dem Stadtbrand 1638 Häuser in der Werdenbergerstraße, das „Getzner“-Haus (Gastronomie und Büros) und das „Tschofen“-Haus (Restaurant und Hotel; Fassadengestaltung von Konrad Honold, 1964), werden im Zuge des Innenstadterneuerungsprozesses 2017/18 denkmalgerecht umgebaut. [29]
  • Dörflingerhaus
Dieses Haus in der Rathausgasse wurde schon im Jahr 1365 erwähnt und beherbergt ein Cafe.
  • Nepomukbrunnen (1730)
Der von Johann Ladner gestaltete Brunnen stellt den hl. Nepomuk dar, der als Schutzpatron gegen Verleumdungen und Verdächtigungen gilt.
  • Riedmiller-Denkmal
Dieses Denkmal für Bernhard Riedmiller, einen Hauptmann der Bludenzer Schützen in den Napoleonischen Kriegen (1796–1799), wurde 1905 von Georg Matt gestaltet. Als Denkmalstifter scheinen die Gebrüder Neyer auf.

Die Familie Neyer führte den Namen „Deli Neyers“ oder „Tille Neyers“, nach Franz Fidel Neyer benannt. Ein Vorfahre mit dem Namen Fidel Neyer kämpfte 1799 mit seinen Brüdern ehrenvoll in der Kompanie Riedmillers. Ein Andreas Neyer wird im Jahr 1796 als Fähnrich urkundlich genannt. Mindestens fünf Neyer – so viele Personen wie aus keinem anderen Bludenzer Bürgergeschlecht – beteiligten sich an den Abwehrkämpfen gegen die Franzosen. Die Brüder Neyer, aus einer sehr alten Bludenzer Bürgerfamilie stammend, die schon 1472 urkundlich erwähnt ist, waren vermögend und setzten somit auch ihrer Familie ein Denkmal. Mit der für dieses Monument aufgewendeten Geldsumme von 16.000 Kronen, konnte damals ein kleines Haus in der Bludenzer Altstadt erworben werden. Von den vier Denkmalstiftern erlebte nur der Gastwirt und Ökonom Lorenz Neyer die Denkmalenthüllung.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Stadt

  • Franz Freiherr von Auffenberg (um 1790), schwäbischer Generalmajor[30]
  • Friedrich Freiherr von Hotze (1739–1799), Feldmarschallleutnant der preußischen Armee
  • Franz Freiherr von Jellachich (1746–1810), österreichischer Feldmarschallleutnant
  • Karl Graf von Belrupt-Tissac (1826–1903), Landeshauptmann Vorarlbergs
  • Josef Wolf (1829–1909), Bürgermeister von Bludenz
  • Dekan Franz Anton Bickel (1850–1916) Stadtpfarrer von Bludenz
  • Josef Wichner (1852–1923), Schriftsteller
  • Andreas Konzett (1861–1938), Bürgermeister und Landtagsabgeordneter von Bludenz
  • Johann Matthias Jehly (1863–1950), Gemeindeschulrat
  • Matthias Längle (1869–1952), Bürgermeister von Bludenz
  • Guy Schlesser (1896–1970), General der Französischen Besatzungsmacht
  • Andre Gassner (1883–1959), Industrieller und Landtagsabgeordneter
  • Adolf Ammann (1898–1967), Stadtpfarrer von Bludenz
  • Ferdinand Graf von Beust (um 1870), vormals k.u.k. österreich-ungarischer Reichskanzler, seit 1870 Ehrenbürger der Stadt Bludenz

Söhne und Töchter der Stadt

In der Stadt wirkende Personen

Städtepartnerschaft

Bludenz pflegt eine Partnerschaft mit folgenden Städten:

Literatur

  • Benedikt Bilgeri: Der Arlberg und die Anfänge der Stadt Bludenz, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 90. Jg. 1972, S. 1–17 (Digitalisat)
  • Johann Moser: Bludenzer Personen- und Häuserbeschrieb 1784 bis 1789. Edition und Auswertung. Geschichtsverein Region Bludenz, ISBN 978-3-901833-34-2.
  Commons: Bludenz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. "Alpenstadt Bludenz ist weiter im Steigflug" in: http://www.vol.at/alpenstadt-bludenz-ist-weiter-im-steigflug/5779923
  2. Alpenstadt Bludenz Stadtplan – Offizieller Stadtplan im Maßstab 1:9000, Ausgabe November 2014, Herausgeber: Bludenz Stadt-Marketing GmbH, Werdenberger Str. 42, 6700 Bludenz
  3. http://vogis.cnv.at/atlas/init.aspx?karte=basiskarten_und_bilder
  4. Erläuterungstafel am Trinkwasser-Kleinkraftwerk in Bludenz-Hinterplärsch
  5. http://www.zamg.ac.at/fix/klima/oe71-00/klima2000/klimadaten_oesterreich_1971_frame1.htm
  6. https://www.vorarlberg.at/pdf/jahressummeniederschlag.pdf
  7. https://www.zamg.ac.at/cms/de/wetter/wetterwerte-analysen/tawes-verlaufsgraphiken/bludenz/temperatur/?mode=geo&druckang=red
  8. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  9. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 191.
  10. Manfred Tschaikner: Eine kurz gefasste Geschichte der Stadt. Aus: Bludenzer Geschichtsblätter. Heft 50, 2. Auflage 2003.
  11. 1 2 3 Manfred Tschaikner: Bludenz Lesebuch. ISBN 978-3-901325-46-5.
  12. Markus Barnay: Vorarlberg-Leitfaden. Was Staatsbürgerschaftswerber über unser Land wissen sollten. Bregenz 2006. Seite 11. (PDF; 3,1 MB).
  13. Montafoner Heimatmuseum Schruns; Sonderausstellung Montafon 1945-1955
  14. Katzenmayer mit 27 Stimmen Vorsprung gewählt. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 29. März 2015.
  15. SPÖ Bludenz will Wahl anfechten. Artikel auf vorarlberg.orf.at vom 11. April 2015.
  16. Erkenntnis WI3/2015 des Verfassungsgerichtshofs vom 23. November 2015, abrufbar im Rechtsinformationssystem der Republik Österreich (RIS).
  17. Bludenz: Katzenmayer bleibt Bürgermeister. Artikel auf vorarlberg.ORF.at vom 20. Dezember 2015, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  18. Uhrenfabrik Plangg & Pfluger (Watch-Wiki)
  19. Annette Bleyle: Entstehung und Entwicklung der Vorarlberger Industrie (PDF) In: wirtschaftsarchiv-v.at. Abgerufen am 19. Dezember 2015.
  20. Stadt Bludenz Kronenhaus Eröffnung (Memento des Originals vom 8. Januar 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bludenz.at
  21. Murgang im Galgentobel (Vorarlberger Landesbibliothek)
  22. 1 2 cdnl.vol.at/2008/04/Verbauungsprojekt_Galgentobel.pdf
  23. http://vbgv1.orf.at/stories/179362
  24. Hochwasserrisikomanagementplan 2015, Risikogebiet Ill - Walgau und Nebengewässer 8007, Seite 4, Herausgeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft, Stubenring 1, 1010 Wien, DVR (Datenverarbeitungsregister-Nummer): 0000183
  25. "Probealarm im Bezirk Bludenz" in: http://www.regionews.at/newsdetail/Probealarm_im_Bezirk_Bludenz-167194
  26. 1 2 3 Fahrplan Vorarlberg Süd 2018, Herausgeber: Verkehrsverbund Vorarlberg, Herrengasse 14, 6800 Feldkirch
  27. „Frostige Zeiten für Eiskanal Bludenz“ , Vorarlberger Nachrichten, 28. März 2017
  28. Geschichte der Bezirkshauptmannschaft Bludenz
  29. Innenstadt im steten Wandel (26. Januar 2017)
  30. Christoph Vallaster: Ehrenbürger in Vorarlberg. 1986, ISBN 3-85258-001-3.
  31. Textheft zur CD: Die Regensburger Domorgel – Franz Josef Stoiber spielt an der neuen Rieger-Orgel Werke von Bach, Renner, Dupré und Improvisationen (2010). Label: Motette