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vom 05.11.2019, aktuelle Version,

Dalaas

Dalaas
Wappen Österreichkarte
Wappen von Dalaas
Dalaas (Österreich)
Dalaas
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 94,24 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 10° 0′ O
Höhe: 916 m ü. A.
Einwohner: 1.592 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6752
Vorwahl: 05585
Gemeindekennziffer: 8 01 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
NR. 140
6752 Dalaas
Website: www.dalaas.at
Politik
Bürgermeister: Martin Burtscher
Gemeindevertretung: (2015)
(18 Mitglieder)

Mehrheitswahl

Lage von Dalaas im Bezirk Bludenz
BartholomäbergBlonsBludenzBludeschBrandBürsBürserbergDalaasFontanellaGaschurnInnerbrazKlösterleLechLorünsLudeschNenzingNüzidersRaggalSankt Anton im MontafonSankt GallenkirchSankt GeroldSchrunsSilbertalSonntagStallehrThüringenThüringerbergTschaggunsVandansVorarlberg Lage der Gemeinde Dalaas im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Ortsteil Wald aus dem Skilift aufgenommen

Dalaas ist eine Gemeinde mit 1592 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im österreichischen Bundesland Vorarlberg im Bezirk Bludenz.

Geografie

Das Gebiet von Dalaas wird im südlichen Teil durch das Klostertal gekennzeichnet, das von Ost nach West von der Alfenz (angebunden an das Flusssystem des Rheins) durchflossen und an ihr entlang durch die Arlberg Schnellstraße (S16/E60) durchquert wird. Im Norden des Dalaaser Gebiets findet sich das Lechquellengebirge mit dem Formarinsee im Nordwesten. In der westlichen Mitte findet sich der Spullersee der sein Wasser letztlich an die Alfenz liefert. Im Süden finden sich kleinere Teile der weitaus größeren Verwallgruppe. Der Ortskern selbst liegt im Talgrund nahe der Alfenz auf ca. 835 Metern Höhe zu Füßen des Lechquellengebirges (früher auch „Klostertaler Alpen“ genannt). 28,4 Prozent der Fläche sind bewaldet, 25,6 Prozent der Fläche sind Alpen.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Dalaas (978)
  • Wald am Arlberg (614)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Dalaas.

Ortsteile der Gemeinde sind der Hauptort Dalaas und das etwas weiter taleinwärts, dem Arlberg und der Nachbargemeinde Klösterle zugewandt, gelegene Wald am Arlberg.

Nachbargemeinden: Das Gemeindegebiet von Dalaas grenzt an das von sieben anderen Gemeinden im Bezirk Bludenz. Im Uhrzeigersinn um Dalaas herum, beginnend im Norden, liegen die Gemeinden Sonntag im Großen Walsertal, Lech, Klösterle, Silbertal, Bartholomäberg, Innerbraz und Raggal. Die Nachbargemeinden Klösterle und Innerbraz liegen ebenso wie Dalaas im Klostertal, wobei Klösterle taleinwärts am Beginn des Klostertals am Arlbergpass und Innerbraz talauswärts in Richtung der Bezirkshauptstadt Bludenz gelegen ist. Aufgrund der Tallage gibt es auch nur mit diesen beiden Nachbargemeinden eine direkte Straßenverbindung von Dalaas aus.

Geschichte

Dalaas hat sich aus einer schon um 1300 bestehenden Bergwerksiedlung entwickelt. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus.

Eine Vorarlberg-Karte von 1783 notiert den Ort abweichend zu Heute mit der Schreibweise „Talas“ und dem Herrschaftsgebiet Sonnenberg (von Braz bis Stuben) zugehörig.[2]

Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zum Königreich Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Dalaas seit der Gründung des Vorarlberger Landtages 1861.

Im Juni 1910 wurde der Ort von einem verheerenden Jahrhunderthochwasser heimgesucht: Es kamen starke Regenfälle und die verspätete Schneeschmelze nach einem überaus schneereichen Winter zusammen. Die fruchtbaren Talböden wurden eingeschottert und für die Landwirtschaft unbrauchbar. Dalaas wurde besonders durch das Toben der Alfenz sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.[3]

Am 29. April 1945 überschritten französische Truppen die Vorarlberger Grenze bei Lochau und Hohenweiler. Bevor sie am 6. Mai den Arlberg erreichen konnten, lieferten ihnen Einheiten der Wehrmacht und der SS noch Kämpfe bei Bregenz, Götzis, Bings und Dalaas, welche Todesopfer auch unter der Zivilbevölkerung forderten und Sachschäden verursachten.[4] Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Im Jänner 1954 wurde Dalaas von einer Lawinenkatastrophe heimgesucht.

Bevölkerungsentwicklung

Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 6,3 Prozent.

Politik

Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Mitgliedern, die bei der letzten Gemeindevertretungswahl 2015 per Mehrheitswahlsystem gewählt wurden. Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 10. April 2018 Martin Burtscher, der das Amt von Christian Gantner übernahm, nachdem dieser als Landesrat in die Vorarlberger Landesregierung gewählt wurde.

Wappen

Beschreibung: Von Rot und Silber gespalten. Vorn zwei gekreuzte schwarze Hämmer und hinten drei (2:1) ausgerissene grüne Tannen.

Sehenswürdigkeiten

Blick auf den Dalaaser Tunnel und Dalaas

Wirtschaft

Am Ort gab es im Jahr 2003 24 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 728. Tourismus und Fremdenverkehr sind wichtig: Im Tourismusjahr 2001/2002 gab es insgesamt 84.949 Übernachtungen.

Verkehr

Bahnhof Dalaas

Bahnhof Dalaas (Blick talauswärts) mit dem Roggelskopf (2284 m) im Hintergrund

Dalaas liegt an der Arlbergbahn zwischen Langen am Arlberg und Bludenz. Der Bahnhof Wald am Arlberg, welcher im Gemeindegebiet von Dalaas liegt, wurde vor Jahren geschlossen. Der Dalaaser Bahnhof ist weiterhin besetzt, dient jedoch nur als Ausweich- und Kreuzungsstelle für die im Bereich Dalaas eingleisige Bahnstrecke. Die Buslinie 90 Stuben – Bludenz führt im Talgrund durch den Ort und sorgt stattdessen für eine Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Das jetzige Bahnhofsgebäude ist nach der Lawinenkatastrophe von 1954 neu errichtet worden. Die Muttentobellawine schleuderte damals eine 120 t schwere Lokomotive gegen das Vorgängergebäude, zerstörte es und tötete die darin wohnende Eisenbahnerfamilie.[5]

Schon am 13. Jänner 1924 bot das Bahnhofsgelände ein Bild der Verwüstung: 14 Wagen eines bergauf fahrenden Güterzuges rissen im ehemaligem Großtobeltunnel, gut 1 km vor Langen am Arlberg, bei einer Zugtrennung von dem Lokomotiven ab. Sie rollten rückwärts, rasten nach einer Geisterfahrt über mehr als 9 km schließlich mit weit über 100 km/h auf den Bahnhof Dalaas zu und konnten dort nur noch durch eine absichtlich herbeigeführte Entgleisung gestoppt werden.[6]

Dalaaser Tunnel

Die Arlberg Schnellstraße S16 führt durch den 1810 Meter langen, einröhrigen Dalaaser Tunnel. Er dient der Ortsumgehung von Dalaas. Über dem Tunnel sind ca. 90 bis 100 Meter Deckgebirge.

Bildung

  • In Dalaas und Wald gibt zwei Kindergärten und (Stand Januar 2003) 87 Schüler.
  • Volksschule Dalaas

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Historische Karte der Herrschaftsgebiete von Vorarlberg, 1783
  3. Die Wasserkatastrophe in Vorarlberg im Jahr 1910 (PDF; 360 KB)
  4. Montafoner Heimatmuseum Schruns, Sonderausstellung: „Montafon 1945–1955. Ein Tal im Aufbruch“ (12. Dezember 2004 bis 2. April 2005). Idee: Dr. Andreas Rudigier. Konzeption: Dr. Peter Strasser
  5. Das Drama von Dalaas. 6. Mai 2017, abgerufen am 10. Mai 2019.
  6. "Horrorfahrt durchs Klostertal" in: "Vorarlberger Nachrichten" vom 19. Januar 2014, Herausgeber: Russ Media GmbH, A - 6858 Schwarzach
  Commons: Dalaas  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien