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vom 03.01.2018, aktuelle Version,

Reinhard Eugen Bösch

Reinhard Eugen Bösch (2014)

Reinhard Eugen Bösch (* 16. Jänner 1957 in Dornbirn) ist ein österreichischer Politiker (FPÖ) und Bibliothekar. Bösch ist in der aktuellen Legislaturperiode Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat und war bereits von 1999 bis 2008 Nationalratsabgeordneter und zuvor von 1994 bis 1999 Mitglied des Bundesrates.

Ausbildung und Beruf

Bösch besuchte von 1963 bis 1967 die Volksschule in Dornbirn und im Anschluss das örtliche neusprachliche Bundesgymnasium Dornbirn, an dem er 1975 die Matura ablegte. Danach leistete Bösch zwischen 1975 und 1976 seinen Präsenzdienst ab. Von 1976 bis 1982 studierte Bösch Rechtswissenschaften, Geschichte und Germanistik an der Universität Wien und schloss sein Studium mit dem akademischen Grad Dr. phil. ab. 1987 legte Bösch die Landesdienstprüfung „Volksbildungsdienst“, 1988 die Bundesdienstprüfung Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationsdienst ab.

Bösch arbeitet seit 1982 als Bibliothekar und ist Oberst des Österreichischen Bundesheeres. Zudem ist Bösch Alter Herr bei der Burschenschaft Teutonia Wien.

Politische Karriere

Bösch war Abgeordneter zwischen 1989 und 1994 Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag und vertrat zwischen 1994 und 1999 die FPÖ im Bundesrat. Im Bundesrat übernahm Bösch von 1998 bis 1999 die Funktion des Vorsitzenden der FPÖ-Bundesratsfraktion.

Am 29. Oktober 1999 wechselte er in den Nationalrat und war bis April 2006 Wehrsprecher des FPÖ-Parlamentsklubs. In der Folge wurde ihm das Rednerrecht vom Klubvorsitzenden Scheibner mit der Begründung aberkannt, er würde mit seinem Stimmrecht Oppositions- und nicht Koalitionspolitik betreiben. Bösch schied nach der Nationalratswahl am 27. Oktober 2008 für eine Legislaturperiode aus dem Nationalrat aus. Bei der Nationalratswahl 2013 kandidierte Bösch abermals zum Nationalrat und konnte über die Bundesliste der FPÖ erneut in diesen einziehen. Auch nach der Nationalratswahl 2017 blieb Bösch erneut Mandatar.

Lokalpolitisch war Bösch in der Stadt Dornbirn engagiert, wo er 1988 bis 2000 als Stadtparteiobmann der FPÖ fungierte und von 1995 bis 1997 Stadtvertreter war. Zudem war Bösch von 1991 bis 1995 Vizepräsident des Vorarlberger Zivilschutzverbands. Bösch ist zudem seit 1990 Bezirksparteiobmann der FPÖ Dornbirn, war von 1990 bis 2006 Mitglied des Landesparteivorstandes und von 1994 bis 2006 Landesparteiobmann-Stellvertreter. Bei der Stadtvertretungswahl in Dornbirn 2010 wurde Bösch erneut in die Dornbirner Stadtvertretung gewählt. Anfang Mai 2016 wurde bekanntgegeben, dass Reinhard Eugen Bösch im Juni desselben Jahres zum Landesparteiobmann der Vorarlberger FPÖ und damit zum Nachfolger von Dieter Egger gewählt werde.[1] Im Rahmen des Landesparteitags am 1. Juli 2016 übergab Egger schließlich das Amt des Landesparteiobmanns der Vorarlberger Freiheitlichen an Bösch.[2]

Kontroversen

Zum im Herbst 2014 eröffneten Deserteursdenkmal in Wien stellte Bösch fest, "individuell" könne es "vorgekommen sein, dass es Fälle gab, dass jemand desertierte und dafür wirklich gute Gründe hatte." Auch lobte er ein Flugblatt der Burschenschaft Teutonia, der er auch selbst angehört. Diese hatte festgestellt, Deserteure seien "keine Helden, egal wie viele Denkmäler die rotgrüne Stadtregierung bauen" lasse.[3]

Verhältnis zum Rechtsextremismus

Bösch ist Mitglied der, vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestuften[4], deutschnationalen[5] Wiener akademische Burschenschaft Teutonia.[6]

Auszeichnungen

  Commons: Reinhard Eugen Bösch  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bösch wird neuer FPÖ-Landesparteiobmann. ORF Vorarlberg, 2. Mai 2016, abgerufen am 4. Mai 2016.
  2. Bösch mit 97,5 Prozent zum neuen FPÖ-Obmann gewählt. ORF Vorarlberg, 1. Juli 2016, abgerufen am 1. Juli 2016.
  3. Colette M. Schmidt: FPÖ-Abgeordneter verteidigt Flugblatt gegen Deserteursdenkmal. In: Der Standard. 3. November 2014, abgerufen am 17. Dezember 2014.
  4. Nationalfreiheitlicher Antisemitismus. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 2012, abgerufen am 17. Dezember 2014.
  5. Florian Gasser, Tilman Steffen: Deutschnationale Burschen triumphieren in Innsbruck. In: Die Zeit. 22. November 2013, abgerufen am 17. Dezember 2014.
  6. Colette M. Schmidt: Rückenwind für “Altbursch”. In: Der Standard. 24. Januar 2011, abgerufen am 17. Dezember 2014.
  7. 1 2 Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)