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vom 01.03.2018, aktuelle Version,

Rote Wand (Lechquellengebirge)

Rote Wand
Rote Wand mit der typischen, namensgebenden Rotfärbung

Rote Wand mit der typischen, namensgebenden Rotfärbung

Höhe 2704 m ü. A.
Lage Vorarlberg, Österreich
Gebirge Lechquellengebirge
Dominanz 10,9 km Untere Wildgrubenspitze
Schartenhöhe 900 m Spullersee-Sattel
Koordinaten 47° 11′ 10″ N,  59′ 6″ O
Rote Wand (Lechquellengebirge) (Vorarlberg)
Rote Wand (Lechquellengebirge)
Gestein Lech-Formation, Ammergau-Formation, Ruhpolding-Formation, Allgäu-Formation, Oberrhätkalk, Kössen-Formation, Hauptdolomit
Alter des Gesteins Oberes KarniumTuronium
Erstbesteigung 12. September 1867 durch John Sholto Douglass und Otto von Sternbach (touristisch)

Die Rote Wand ist der markanteste und mit einer Höhe von 2704 m ü. A.[1] der zweithöchste Berg nach der Unteren Wildgrubenspitze (2753 m ü. A.) im Lechquellengebirge. Sie erhebt sich zwischen Buchboden (Großes Walsertal) im Norden und Dalaas (Klostertal) im Süden. Der Name Rote Wand stammt vom roten Liaskalk, der besonders auffällig in der Südwand zu sehen ist. Nordseitig ist unterhalb des Gipfels ein kleiner Gletscher eingelagert, der zu den beeindruckendsten und am niedrigsten gelegenen Gletschern der Nordalpen gehört. Auf der Südseite befinden sich am Fuß der Roten Wand der Formarinsee (1.789 m[2]) und oberhalb dessen Südufers die Freiburger Hütte (1.918 m).

In der Literatur (z. B. im Gebietsführer „Bregenzerwaldgebirge und Lechquellengebirge“ von Dieter Seibert[3]) zu findende Behauptungen, die Erstbesteigung habe bereits am 25. Juli 1610 durch den Bludenzer Vogteiverwalter Hauptmann David Pappus (von Seibert fälschlicherweise „David Kappus“ genannt) und Gefährten stattgefunden, dürfen bezweifelt werden. Manfred Tschaikner kam zu dem Schluss, dass eine Besteigung hoher Gipfel, wie der Schesaplana oder der Roten Wand, zur Erledigung von Pappus’ Auftrag, der Grenzbeschau, nicht nötig war und nicht erfolgte.[4]

Im Atlas Tyrolensis von 1774 ist die Rote Wand als Horn Spitz bezeichnet. Das auffällige Felshorn südwestlich des Hauptgipfels ist der Jungferngipfel auf 2686 m.[3]

Der Berg ist ein beliebtes Wanderziel (nur für geübte, schwindelfreie Berggeher). Die Wanderrouten können von der Alpe Laguz, der Alpe Klesenza, von der Freiburger Hütte und vom Formarinsee gestartet werden. Sie münden alle in der sehr steilen und kräfteraubenden Nordwestflanke und führen zuletzt ausgesetzt in leichter Kletterei über den Nordgrat zum Gipfel.

Die Sicht reicht bei entsprechender Luftklarheit bis zum ca. 180 km entfernten Feldberg im Schwarzwald.

Im Rahmen der ORF-Sendung 9 Plätze – 9 Schätze wurde der Formarinsee mit der Roten Wand 2015 zum schönsten Platz Österreichs gewählt.[5]

  Commons: Rote Wand  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Österreich: Austrian Map online (Österreichische Karte 1:50.000).
  2. Belagenkarte 1:50 000 zum Gebietsführer „Bregenzerwaldgebirge und Lechquellengebirge“, 1. Auflage 1989 von Dieter Seibert
  3. 1 2 Dieter Seibert: Gebietsführer „Bregenzerwaldgebirge und Lechquellengebirge“. 1. Auflage. Bergverlag Rudolf Rother, München 1989, ISBN 3-7633-3328-2, S. 166.
  4. Manfred Tschaikner: Das Urbar der Herrschaften Bludenz und Sonnenberg von 1620 – ein Überblick. In: Bludenzer Geschichtsblätter (Hrsg.): Geschichtsverein Region Bludenz. Band 104. Eigenverlag, Bludenz 2013, ISBN 978-3-901833-32-8, S. 55.
  5. orf.at - Formarinsee ist der „schönste Platz“. Artikel vom 24. Oktober 2015, abgerufen am 24. Oktober 2015.