unbekannter Gast
vom 20.04.2018, aktuelle Version,

S-Bahn Steiermark

S-Bahn Österreich
S-Bahn Steiermark
Staat Österreich
Verkehrs- /
Tarifverbund
Verbund Linie
Linien 11
Stationen 112
kleinste Taktfolge 15 min
Fahrzeuge ÖBB 4024, ÖBB 5022, StLB 4062, StLB 5062, StLB 5047, StLB 4481, GKB 5063, GKB DoSto, ÖBB CityShuttle-Wendezüge, ÖBB 4744
Betreiber ÖBB, STLB, GKB

S-Bahnen in Österreich

Die S-Bahn Steiermark[1] (anfangs auch „S-Bahn Graz“ genannt) ist ein Nahverkehrsprojekt, das den Großraum Graz und den Zentralraum Obersteiermark mit dem Rest der Steiermark verbindet. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007.

Die Fertigstellung soll bis 2026 erfolgen. Künftig soll die S-Bahn bessere Verbindungen im 15- beziehungsweise 30-Minuten-Takt sowie klimatisierte und niederflurige Züge bieten. Momentan (Fahrplan 2017) fährt aber zum Beispiel sonntags nur stündlich ein Zug zwischen dem Flughafen und der Stadt Graz.[2] Der 30-Minuten-Takt wird durch den Regionalbusverkehr aufrechterhalten. Durch die Attraktivierung des Schienennahverkehrs konnten die Fahrgastzahlen deutlich gesteigert werden, was dem Ziel entspricht, dem vermehrten motorisierten Individualverkehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln entgegenzuwirken.

Linien

Die Linienbezeichnungen der S-Bahn im Großraum Graz orientieren sich an den bereits vorhandenen Regionalbus-Korridoren der Verbund Linie, bei der dreistellige Linienbezeichnungen, die je nach Fahrtrichtung identische Hunderterstellen tragen, vergeben sind. Die S-Bahn-Hauptlinien werden mit jeweils diesen einstellig, davon abzweigende Nebenstrecken zweistellig bezeichnet. Bei letzteren bleibt die Zehnerstelle unverändert, und die Einerstelle wird von Graz ausgehend fortlaufend gezählt. Jeder Linie ist eine Farbe zugeordnet.

Linie Strecke Streckenname Betriebs­führung Inbetriebnahme
GrazPeggauFrohnleitenBruck an der Mur Südbahn ÖBB 9. Dez. 2007
(Graz) — Peggau-Deutschfeistritz — Deutschfeistritz — Übelbach Lokalbahn Peggau–Übelbach STLB 9. Dez. 2007
Graz — GleisdorfFeldbachFehring Steirische Ostbahn ÖBB 12. Dez. 2010
(Graz) — Gleisdorf — Weiz Landesbahn Gleisdorf–Weiz STLB 12. Dez. 2010
Graz — Leibnitz - Spielfeld-Straß Südbahn ÖBB 9. Dez. 2007
(Graz) — Spielfeld-Straß — Bad Radkersburg Radkersburger Bahn ÖBB 9. Dez. 2007
Graz — WerndorfWies-Eibiswald (**) Koralmbahn und Wieserbahn GKB 12. Dez. 2010
Graz — LiebochWies-Eibiswald (**) Wieserbahn GKB 9. Dez. 2007
(bis 11. Dez. 2010 „S6“)
Graz — Lieboch — Köflach Köflacherbahn GKB 9. Dez. 2007
UnzmarktLeobenBruck an der Mur Rudolfsbahn
Bruck an der Mur–Leoben
ÖBB 11. Dez. 2016
Bruck an der MurKapfenbergMürzzuschlag Südbahn ÖBB 11. Dez. 2016

(**) Seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 wird die statt über Lieboch über die Südbahn und Koralmbahn geführt, womit nun auch die neue Haltestelle Hengsberg bedient wird. Die Fahrzeit auf der Verbindung Graz — Deutschlandsberg wurde damit von 55 auf 40 Minuten verkürzt.

Fahrzeuge

4744 008 als in Graz Hauptbahnhof

Für den Betrieb werden derzeit Fahrzeuge der Typen ÖBB 5022, ÖBB 4023, ÖBB 4024, ÖBB 4744, CityShuttle-Wendezüge, StLb 4062, StLb 4481, StLb 5062, StLb 5047, GKB DoStos und GKB 5063 eingesetzt.

Fahrzeugtyp Linien Anmerkung
ÖBB 4023 , , , Einsatz im S-Bahnnetz nur bei Ausfall anderer Fahrzeuge oder in Doppeltraktion mit ÖBB 4024
ÖBB 4024 *, *, , * Einsatz auf den mit * gekennzeichneten Linien hauptsächlich an Wochenenden, Feiertagen und im Abendverkehr
StLb 4062
StLb 4481 Ersatzfahrzeug
ÖBB 4744 , , *, Einsatz auf der mit * gekennzeichneten Linie hauptsächlich an Wochenenden, Feiertagen und im Abendverkehr
ÖBB 5022 *, , *, Einsatz auf den mit * gekennzeichneten Linien hauptsächlich als Ersatzfahrzeug
StLb 5047 Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit
StLb 5062
GKB 5063 , ,
CS-Wendezüge , , , , , Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit
GKB DoStos , Einsatz hauptsächlich zur Hauptverkehrszeit

Ehemalige Fahrzeuge

Obwohl die S-Bahn Steiermark ein relativ junges S-Bahn-System ist, kam es seit Start der S-Bahn bereits zu zahlreichen Fahrzeugausmusterungen, was meist dem Kauf von Neufahrzeugen geschuldet ist.

  • Auf den Linien , , , , und sowie auf der RegioBahn Linie (heute ) waren in den ersten Jahren der S-Bahn in den Sommermonaten noch Schlierenwagen anzutreffen, diese wurden eingesetzt, da sie über zusätzlichen Platz für Fahrräder verfügten. Sie standen bis zum Umbau einiger CityShuttle-Wagen zu den bekannten RegioBike-Wagen, mit Fahrradabteil, im Einsatz.
  • Auf den Linien und setzte die GKB bis 2013 die, in den 1980er Jahren gebauten, Triebwagen der Baureihe 5070 ein. Sie wurden durch Stadler GTW (Baureihe 5063) ersetzt.
  • Auf der Linie fuhr bis 2009 der StLB-Triebwagen ET14, der von der SZU übernommen wurde und dort bis 1996 mit der Nummer BDe 4/4 91 auf der Zürcher S-Bahnlinie S4 eingesetzt wurde. Er wurde in Folge eines Motorschadens abgestellt und verkauft.
  • Auf der fuhren bis Ostern 2014 im Schülerverkehr ehemalige Schweizer Einheitswagen. Sie wurden durch von den ÖBB angekaufte CityShuttle-Wagen ersetzt.

Ausbaustufen

Der Ausbau zur S-Bahn erfolgt in drei Schritten. Derzeit wurden die Ziele der Phasen 1 und 2 umgesetzt und die S-Bahn ist in Betrieb.

Phase 1

Mit diesem Schritt (2007/08) wurde eine Attraktivierung des Schienenverkehrs durch Fahrplanverdichtungen in der Frühspitze (in Richtung Zentrum) und im Abendverkehr (in die Regionen) erwirkt. Seit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 verkehren die Linien , , , , und bereits großteils getaktet. Die Linien und waren ebenso ab diesem Zeitpunkt mit einem verdichteten Fahrplan in Betrieb, jedoch noch nicht als S-Bahn-Linien, sondern als R530 und R531 und nicht vertaktet.

Bahnhof Graz Don Bosco

Der neu errichtete Bahnhof Graz Don Bosco ist ein wichtiger Umsteigepunkt für aus Süden (Südbahn) und Osten (Ostbahn) kommende Zugpassagiere in der Stadt Graz, da hier eine Anzahl von Buslinien direkt unter dem Bahnhof halten und so eine Entlastung des Hauptbahnhofs und rascheren Transport ins Stadtzentrum ermöglichen.

Phase 2

Seit Juni 2010 verkehren auf der zwischen Graz und Bruck/Mur sowie zwischen Graz und Spielfeld-Straß zusätzliche Züge im Halbstundentakt. Stündlich verkehren S-Bahnen, zu Hauptverkehrszeiten im Halb-Stunden-Takt oder nach Bedarf im 15-Minuten-Takt. Überdies verdichten Regionalexpresszüge dieses Angebot.

Seit 12. Dezember 2010 verkehrt die von Graz nach Wies-Eibiswald über die Südbahn und Koralmbahn statt wie bisher über Lieboch. Damit wurde das erste Teilstück der Koralmbahn in Betrieb genommen, die neue Haltestelle Hengsberg bedient und die Fahrzeit auf der Verbindung Graz–Deutschlandsberg von derzeit 55 auf 40 Minuten verkürzt. Die Stammstrecke über Lieboch wird mit der neuen Linie bedient.[3]

Phase 3

In der dritten und letzten Phase ab 2012 sollen alle Bahnverbindungen von und nach Graz mit modernen Triebwagen ausgestattet sein. Darüber hinaus werden die Haltestellen und die Bahnhofsgestaltung vereinheitlicht. Ein kundenfreundliches Informationssystem auf internationalem Standard soll die Fahrgäste unterstützen. Auf eingleisigen Strecken ist noch der Ausbau von Bahnhöfen und Bau von Ausweichen – vor allem auf der Steirischen Ostbahn – notwendig. 18 neue Triebwagen werden angekauft.[4] Weiters soll im Endausbau der Obersteirische Zentralraum von Kapfenberg bis Leoben erschlossen werden. Dazu war vorerst eine Linie geplant, welche als einzige Linie nicht durch das Stadtgebiet von Graz geführt wird beziehungsweise dort endet. Im Oktober 2015 wurde ein neuer Ausbauplan präsentiert, welcher eine von Unzmarkt bis Bruck an der Mur und eine von Bruck an der Mur bis Mürzzuschlag ab Fahrplanwechsel 2016/17 vorsieht. Auch eine Verbindung nach Trofaiach über eine wird angedacht.[5]

Weitere Ausbaupläne

Die sollte bis September 2017 durch das Weizer Stadtzentrum bis zum im Norden der Stadt gelegenen Schulzentrum verlängert und zwei neuen Haltestellen Weiz Zentrum und Weiz Nord errichtet werden. Aufgrund fehlender Betriebsgenehmigungen wird sich die Inbetriebnahme auf unbestimmte Zeit verzögern.

Mit der Fertigstellung des erweiterten Bahnhofs in Frohnleiten, welcher von 2 auf 3 Bahnsteiggleise erweitert wird, ist ab 2019 geplant, den Verkehr auf der zwischen Graz und Frohnleiten auszuweiten, da der südliche Abschnitt auf dieser Schnellbahnlinie stärker genutzt ist als der nördliche.[6]

Weiters gibt es Pläne, die Linien und bis Eibiswald zu verlängern.

Im Zuge des Baues der Koralmbahn soll im Bereich des Flughafens Graz eine Unterflurtrasse inklusive unterirdischem Bahnhof gebaut werden.

Unfälle

Am 6. Mai 2015, 10:15 Uhr stießen auf der S11 nahe der Haltestelle Waldstein zwei S-Bahnen frontal zusammen, nachdem einer der Triebfahrzeugführer ein Signal nicht beachtet hatte. Dabei kamen der Triebfahrzeugführer der StLB und ein Fahrgast ums Leben,[7] acht weitere Personen, darunter zwei Kinder, wurden verletzt. Weiters wurden zwei S-Bahntriebwagen der Baureihe 4062 schwer beschädigt. Im Rahmen der Ermittlungen warfen Mitarbeiter dem Betreiber „Probleme mit der Sicherheit“ vor.[8][9]

Am 12. Februar 2018 kam es im Bahnhof Niklasdorf zu einer Flankenfahrt zwischen einem Zug der S8 (Friesach - Mürzzuschlag) und dem EuroCity 216 (Graz Hauptbahnhof - Saarbrücken). Dabei kam eine 58-Jährige im EC ums Leben und 29 weitere Personen, darunter mehrere Kinder, wurden verletzt. Nach ersten Ermittlungsergebnissen übersah einer der Lokführer ein rotes Signal.[10] Beim Unfall wurde der 4744 054 und mehrere InterCity-Wagen der Deutschen Bahn beschädigt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. http://www.verbundlinie.at/service/faq.php "Warum heißt es eigentlich nicht „S-Bahn Graz“, da der Knotenpunkt in Graz liegt und der Großraum Graz bedient wird?"
  2. http://www.verkehr.steiermark.at/cms/beitrag/11341920/26283983/
  3. http://www.politik.steiermark.at/cms/beitrag/12370375/121400860/
  4. 80 Mio. Euro für neuen Bahnhof Frohnleiten. In: www.steiermark.orf.at. ORF Steiermark, 16. Juni 2016, abgerufen am 28. Februar 2018.
  5. Kleine Zeitung vom 8. Mai 2015: Zugunglück nördlich von Graz forderte zweites Todesopfer (abgerufen am 8. Mai 2015)
  6. Zugunfall in der Steiermark: Wurde zu Lasten der Sicherheit gespart? In: profil.at. 5. August 2015 (profil.at [abgerufen am 28. Februar 2018]).
  7. Nach Zug-Unfall: "Die Schuld liegt nicht beim Lokführer". In: www.kleinezeitung.at. (kleinezeitung.at [abgerufen am 28. Februar 2018]).
  8. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Zugunglück in der Steiermark: Offenbar Signal übersehen. In: derStandard.at. 23. Februar 2018 (derstandard.at [abgerufen am 28. Februar 2018]).
  Commons: Styria S-Bahn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien