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vom 29.05.2018, aktuelle Version,

Sabuatach

Sabuatach (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Sabuatach (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Klagenfurt-Land (KL), Kärnten
Gerichtsbezirk Klagenfurt
Pol. Gemeinde Ebenthal in Kärnten  (KG Mieger)
Koordinaten 46° 35′ 30″ N, 14° 28′ 9″ Of1
f3f0
Einwohner der Ortschaft 18 (2001)
Gebäudestand 6 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17277
Zählsprengel/ -bezirk Mieger (20402 004)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS

f0f0BW

Sabuatach (Zerstreute Häuser)
Ortschaft
Sabuatach (Österreich)
keine Koordinaten
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Klagenfurt-Land (KL), Kärnten
Gerichtsbezirk Klagenfurt
Pol. Gemeinde Grafenstein  (KG Berg)
f3f0
Einwohner der Ortschaft 15 (2001)
Gebäudestand 10 (2001)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17278
Zählsprengel/ -bezirk Skarbin (20409 002)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; KAGIS

f0f0

Typisches Einschichthaus in Sabuatach
Das Gehöft Primaschitz in Sabuatach
Gehöft mit Maisfeld im herbstlichen Sabuatach
Detail eines charakteristischen heruntergekommenen Einschichthauses in Sabuatach, das Gehöft Wlattnig

Sabuatach (slow.: Zablate) ist eine Streusiedlung im Süden Österreichs (Kärnten). Sie hatte bei der Volkszählung im Jahre 2001 33 Einwohner. Bis 1973 lag Sabuatach in der Gemeinde Mieger. Seit 1973 ist Sabuatach zwischen den Gemeinden Grafenstein (15 Einwohner) und Ebenthal in Kärnten (18 Einwohner) aufgeteilt.

Geographie

Die Streusiedlung liegt in einer tektonisch geschaffenen Senke des östlichen Sattnitz-Bergrückens in einer Seehöhe von rund 600 m. Die N-S verlaufende Senke wurde ursprünglich von umfangreichen Niedermoorflächen eingenommen, welche durch Meliorierung um 1960 in intensiver bewirtschaftbare Flächen umgewandelt wurden. Damit war es bei den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben, die vorher nur saures Heu für ihre Pferde und Stiere gewonnen hatten, möglich, auf eine verstärkte Kuhhaltung umzusteigen. Im Westen steigt das Sattnitzkonglomerat steil zur Hochfläche von Berg in rund 680 m an, im Osten zur Hochfläche des Skarbin (700 m). Im südlichen Teil wird das Tal durch einen breiten Moränenrücken des ehemaligen Wörtherseegletschers gesperrt, auf dem das Gehöft vlg. Schlebnigg liegt.

Erreichbar ist das Gebiet einerseits über die Gemeindestraße von Grafenstein aus, anderseits auf der örtlichen Straßenverbindung von Ebenthal über Obermieger. Erst 1958 wurde das letzte Teilstück der Straße nach Grafenstein erbaut.

Die Schlucht, welche sich von Sabuatach nach Sand hinunter durch das Konglomerat frisst, bietet im Winter schöne gefrorene Wasserfälle. Von dem Wasserspeicher in Sand aus gelangt man dem gefrorenen Bach entlang über einige Steilstufen zu den Wasserfällen. Diese sind bis zu 10 Meter hoch und bieten oben Bäume zum Sichern.

Höhlen und Legenden

Es gibt Höhlen, die mehr als 40 m tief sein sollen und bis Schloss und Ortschaft Saager am südöstlichen Fuß des Sattnitz-Rückens unterirdisch den Berg durchqueren. Einst sei eine ins Loch geworfene Katze in Saager wieder herausgekommen.

Es sollen die Höhlen der Südwände des Skarbin schon in der Steinzeit besiedelt gewesen sein.

Geschichte

Die Senke von Sabuatach wurde von vier Huben (vlg. Wlattnig, Praschnig, Huber und Schlebnigg) bewirtschaftet, zu denen ab 1600 weitere 9 Keuschen kamen. Nach Süden im Mühlgraben hatte fast jeder Bauer seine eigene Hausmühle, insgesamt standen hier ca. 12 Mühlen. Einige von ihnen waren größer und mahlten auch das Getreide für die Betriebe von Skarbin und Berg. Erst nach 1950 wurden die letzten Mühlen stillgelegt.

Wirtschaft

Das weitläufige Gebiet ist nur dünn besiedelt und die Bevölkerung lebt zum einen Teil meist im Nebenerwerb von der Landwirtschaft, hier hauptsächlich vom Forst aber auch von der Viehhaltung, und zum anderen Teil pendeln die Bewohner zwecks besserer Verdienstmöglichkeiten vorwiegend nach Ebenthal und Klagenfurt aus.

Eine lokale Besonderheit stellt ein privates Arboretum dar, welches derzeit etwa 240 Gehölzarten aus der ganzen Welt beheimatet. Der Garten wird seit ca. 10 Jahren kontinuierlich erweitert und umfasst auch zahlreiche krautige Pflanzen, darunter alle in Österreich heimischen Hauswurz-Arten (Gattung Sempervivum) oder 10 Arten einheimischer Orchideen.

Das Arboretum Sabuatach ist von einer auffälligen, 300 Meter langen und 10 Meter hohen Hecke umschlossen. Die Haselnuss-Hecke zeichnet sich durch einen sehr reichen Unterwuchs mit vielen Frühjahrs-Geophyten (mehrere Windröschen (Anemone)-Arten, Lerchensporn (Corydalis solida), Gelbsterne (Gagea pratensis) etc.), Orchideen, Türkenbund-Lilien (Lilium martagon), Buchenspargel (Monotropa hypophegea) etc. aus.

Das Arboretum Sabuatach arbeitet mit dem Botanischen Garten Graz zusammen.

Künstler

Der bekannte Kunstmaler Werner Lössl hat sich hier in dieser beschaulich einschichtigen Landschaft sein Wohnhaus mit Atelier gebaut.

Literatur

  • Klaus Arnold: Die östliche Sattnitz. Die Problematik eines stagnierenden Agrarraumes im Stadtumland von Klagenfurt. Diss.der Univ.Wien, 2 Bde, Bd 131/1 und 2, Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1976
  • Klaus Arnold: Die östliche Sattnitz - Bergbauernraum vor den Toren Klagenfurts. Amaliendorf 2012. CD und Online Abruf unter
  Commons: Sabuatach  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien