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vom 24.03.2017, aktuelle Version,

Schloss Grünau (Oberösterreich)

Schloss Grünau, Westansicht

Schloss Grünau ist eine Schlossanlage nördlich von Ried in der Riedmark im oberösterreichischen Mühlviertel. Im 13. Jahrhundert wurde Grünau erstmals als eine kleine Herrschaft erwähnt. Im 19. Jahrhundert wechselten die Besitzverhältnisse oft. Heute wird das Schloss als Bauernhof genutzt.

Geschichte

Das Schloss wurde um 1212 erstmals urkundlich erwähnt. Ortolph von Volkensdorf wurde als Besitzer genannt. Er war der Inhaber der Gerichtsbarkeit zwischen Enns und Traun und der Lehnsherr des Schlosses. Die Volkensdorfer bewohnten das Schloss nicht, sondern vergaben es als Lehen. 1437 scheint als sein Besitzer Hans Laun von Hanstein auf, der es an Hans Paltram verkaufte. Nach dem Tod Paltrams verkaufte dessen Witwe das Gebäude 1468 an Ulrich von Paumgartner. 1483 folgte Magdalena Paternusterer. Durch Erbschaft gelangte Grünau in den Besitz von Wolfgang Tollinger. Um 1596 hatte die Herrschaft nur zehn Untertanen.

Wiederum durch Erbschaft gelangte Schloss Grünau 1650 an Erasmus Hack von Pornimb. Um 1700 kaufte Johann Baptist von Riesenfels das Gebäude, um 1774 war Ernst von Hackelsberg der Besitzer. Zwischen 1800 und 1903 wechselten die Besitzer oft. 17 unterschiedliche Besitzer wurden in den 103 Jahren gezählt. Die Besitzer waren: Gräfin Maria Anna Fieger-Salburg (1800), Familie Föls (1804), Anton Brandstätter (1808), Josef Senge (1822), Wilhelm Freiherr von Bohm (1828), Mathäus Krembser (1829), Heinrich Bauchinger (1832), Maria von Rauchenbichler (1834), Franz Kramer (1837), Johann Arnold (1846), Franz Jenner (1851), Gräfin Helene von Waldstein (1855), Ludwig Flech (1879), Karl Maucha (1889), Familie Appel (1898), Gebrüder Pacher von Theinburg (1899) und Hugo Sonnenberg ab 1903.

1899 wurden Umbauten vorgenommen. Der Turm erhielt ein neues Dach. Um 1936 kam das Gebäude an Martin Mayr, dessen Nachkommen heute noch Eigentümer sind. Das gepflegte Schloss ist heute in bäuerlichem Besitz.

Bau

Schloss Grünau um 1674, Stich von Georg Matthäus Vischer

Das Schloss ist ein dreigeschossiger Bau, der im Wesentlichen im 17. und 18. Jahrhundert erbaut wurde. An der Südwestseite steht ein Turm, der die anderen Gebäudetrakte überragt. Die Fassade ist durch Pilaster und geschwungenen Fensterverdachungen gegliedert. An der Westfassade befindet sich eine Uhr aus dem 19. Jahrhundert. Abseits vom Schloss liegen die Kapelle von 1674 und Wirtschaftsgebäude.

Im Inneren befindet sich eine Wendeltreppe aus dem 16. Jahrhundert. Im Obergeschoss befinden sich barocke Stuckdecken von 1730.

Literatur

  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich. 2. Auflage. Wilhelm Ennsthaler, Steyr 1992, ISBN 3-85068-323-0.
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