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vom 23.04.2018, aktuelle Version,

Schoibern

Schoibern (Rotte)
Ortschaft
Schoibern (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Vöcklabruck (VB), Oberösterreich
Gerichtsbezirk Vöcklabruck
Pol. Gemeinde Oberhofen am Irrsee  (KG Laiter)
Koordinaten 47° 55′ 51″ N, 13° 20′ 14″ O
Höhe 760 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 26 (2011)
Gebäudestand 7 (2011)
Postleitzahl 4894 Oberhofen am Irrsee
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 17416
Zählsprengel/ -bezirk Oberhofen am Irrsee (41719 000)
Ortschaft mit Schneiding
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS

f0BW

Schoibern ist ein kleiner Ort im Salzkammergut in Oberösterreich wie auch Ortschaft der Gemeinde Oberhofen am Irrsee im Bezirk Vöcklabruck.

Geographie

Schneiding (Zerstreute Häuser)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Vöcklabruck (VB), Oberösterreich
Pol. Gemeinde Oberhofen am Irrsee  (KG Laiter)
Ortschaft Schoibern
Koordinaten 47° 55′ 37″ N, 13° 19′ 57″ O
f3f0
Gebäudestand 3 (Adressen 2014)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS; mit Gommersberg

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Der Ort befindet sich etwa 25 Kilometer westlich von Vöcklabruck, 8 Kilometer südöstlich von Straßwalchen und ebensoweit nördlich von Mondsee.

Das Rotte Schoibern liegt hoch über dem Irrsee am Schoibernberg (883 m ü. A.) auf um die 760–790 m ü. A. Höhe, am Südwestabhang des Rückens zum Gommersberg (806 m ü. A.) Richtung See, über der Haslau, einer Weitung an der oberen Vöckla. Zum Gemeindehauptort Oberhofen sind es 3½ Kilometer Luftlinie nordwestlich, nach Zell am Moos ebensoweit südwestlich.

Die Ortschaft Schoibern umfasst nur 7 Gebäude mit etwa 25 Einwohnern, davon bilden 4 den Ort Schoibern selbst, die anderen sind die zerstreuten Häuser Schneiding am Gommersberg und unterhalb.

Den Ort erreicht man über einen ländlichen Zufahrtsweg über Schneiding von Obernberg oder von der Haslau.

Nachbarorte und -ortschaften:


Oberholz (O)
Hüttenedt   (O)

Obernberg (beide Gem. Straßwalchen, Bez. Salzburg-Umg., Sbg.)

Berg (O)

Steinbach (O)
Schweibern (O)
Häusern   (O, Gem. Zell am Moos)

Geologie und Geschichte

Am Rücken bei Schoibern liegt eine Randmoräne desjenigen Lobus des Dachsteingletschers, der das Mondseeland ausgefurcht hat („Mondseegletscher“ oder „Irrseegletscher“).[1] Sie gehört zur Riß-Eiszeit (vor um die 200.000 Jahren), der höchsten Vereisung der Alpen. Der Stoiberberg und seine Nachbarberge waren zu dieser Zeit Nunataks, aus der Eismasse herausragende Felsinseln.[2] Die glazialen Sedimente ziehen sich in die Haslau hinunter, gegenüber bei Haslau-Berg und Gollau liegen die zeitgleichen Moränen der Haslauer Seitenzunge des Riß-Gletschers.

Schoibern ist 1787 schon in einer Karte verzeichnet, das Gehöft am Gommersberg findet sich 1787 als Gundrichberg(?), um 1830 Gundersberg, 1857 als Guntrichsberg, der Gommersberg selbst 1787 als Fuherlingberg(?).[3]

Der kleine Ort geriet einmal in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit: Im Winter 1906/07 waren „infolge der Schneemengen große Erdteile eingesunken und abgerutscht, ein Haus war dem Einsturz nahe und mehrere Gebäude waren gefährdet.“ Die Sache um Katastrophenhilfe wurde sogar Juni 1907 im Reichsrat verhandelt.[4]

Einzelnachweise

  1. vergl. dazu Herbert Jandaurek und Friedrich Neubacher: Die alte Straße von Vöcklabruck nach Mondsee. In: Jahrbuch des OÖ Musealvereins. 106, 1961, insb, S. 204, ganzer Artikel S. 197–218 (online (PDF) auf ooegeschichte.at, S. 9).
  2. Eduard Stummer: Die interglazialen Seen von Salzburg. In: Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt. 1936, S. 105, ganzer Artikel S. 101–107, (landesmuseum.at PDF, S. 5);
    Julius Fink: Beiträge zur Plaistozänforschung in Österreich: Exkursionen zwischen Salzach und March. Geologische Bundesanstalt, 1955, S. 20;
    Erich Seefeldner: Salzburg und seine Landschaften. Eine geographische Landeskunde. Verlag Das Bergland-Buch, 1961, S. 490;
    (Unbekannter Artikel) In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München. Bände 48–50, Geographische Gesellschaft in München, 1963, S. 490 (zur Rekonstruktion der Gipfelflur).
  3. S. Schütz, F. Müller: Mappa von dem Land ob der Enns. Im Jahr 1781 reducirt und gestochen von C. S. Schütz und geschrieben von F. Müller 1787; Franziszäischer Kataster 1817–1861 (Urmappe); Alois Souvent: Administrativkarte des Erzherzogthums Österreich ob der Enns. 1. Auflage. 1857
    (alle Layer online bei DORIS, Thema Erste Landesaufnahmen) – bei Schütz/Müller schwer leserlich und wegen der Projektionsverzerrungen online an Stelle von Haslau-Schlad respektive Entachern (Stand 10/2014); der Bergname steht wohl zum im Franziszäischen Kataster geführten Gehöft Fürling (Berg 11/12); die obere Vöckla heisst dort Sprentzl.
  4. Dringlichkeitsantrag der Abgeordneten Pichler und Genossen, betreffend Notstand durch Erdrutschungen vom 18. Juni 1907. Stenographische Protokolle über die Sitzungen des Hauses der Abgeordneten des Österreichischen Reichsrates. XI. Legislaturperiode, XVIII. Session: 17. Juni 1907 – 4. Februar 1909, Sitzungsprotokolle. S. 88, Sp. 2 (eReader, ALEX online).