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vom 28.03.2018, aktuelle Version,

Schranne

Schranne in Oberalm, Salzburg. Marmortisch unter der Dorflinde (Gerichtslinde)
Ostansicht der Schranne von Dinkelsbühl am Weinmarkt 7

Als Schranne bezeichnet man in Süddeutschland den Getreidemarkt oder einen Kornspeicher, in Österreich historisch einen Gerichtsplatz bzw. ein Gerichtsgebäude. Die Bezeichnung Schranne leitet sich ursprünglich vom italienischen Wort scranna ‚Gerichtsbank oder Strafbank‘ ab, das auch Bank, Fleisch- und Brottisch, Lagerhalle bedeutet. Im Schwäbischen wird der Begriff heute noch für eine Bierbank, bzw. -tisch verwendet.

Die Schranne als Gericht (Thaiding)

Bis in das frühe 19. Jahrhundert war die Schranne im Österreichischen (Habsburgermonarchie, Fürsterzbistum Salzburg) ein Thaiding, im Sinne des altgermanischen Thing, ein Dorfgericht, also die erste Instanz der Gerichtsbarkeit. Schranne meinte dabei sowohl den Gerichtsplatz selbst, als auch den Gerichtssprengel (Zuständigkeitsbereich). Übergeordnete Instanz war das Pfleggericht (später auch Landgericht), als zweite Instanz. Nicht den Schrannen unterstellt waren Sondergerichtsbarkeiten wie die Hofmark (souveräne lokale Gerichtszuständigkeiten seitens des Grundherrn).

In Innerösterreich (Steiermark, Kärnten und Krain) war das Schrannengericht das Gericht des landständischen Adels, welches unter Vorsitz des Landeshauptmannes tagte und war insbesondere zuständig für Rechtsstreitigkeiten um Grund und Boden und Schuldrechte. Das Landschrannengericht in Graz ist seit 1394 nachweisbar und wurde erst durch die josephinischen Verwaltungsreformen 1782 durch ein Landgericht neuerer Art ersetzt.[1]

Auch in Altbayern wurde der Begriff Schranne synonym für Gericht benutzt.[2]

Beispiele

Im Sinne Speichergebäude

Blick auf das Kornhaus von Ravensburg, hier wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein Getreide aus ganz Oberschwaben gelagert und umgeschlagen
Westansicht des ehemaligen Kornspeichers von Dinkelsbühl an der Ecke Schrannengasse und Steingasse

Im Sinne Marktplatz

  • Salzburger Schranne, diverse ehemalige Gebäude, heute Wochenmarkt vor der Andräkirche beim Mirabellplatz[3]
  • Schrannenplatz als alter Name für den Münchner Marienplatz

Im Sinne Gerichtsplatz

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gunter Wesener: Das innerösterreichische Landschrannenverfahren im 16. und 17. Jahrhundert. ( = Grazer rechts- und staatswissenschaftliche Studien, Bd. 10). Leykam Verlag, Graz 1963, S. 27f.
  2. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 5: Das Landgericht Kötzting, S. 5
  3. Schranne. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.; salzburgerschranne.at, Webseite des Marktes
  4. Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 5: Das Landgericht Kötzting, S. 5