unbekannter Gast
vom 03.06.2017, aktuelle Version,

Türnitz

Türnitz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Türnitz
Türnitz (Österreich)
Türnitz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Lilienfeld
Kfz-Kennzeichen: LF
Hauptort: Türnitz
Fläche: 146,02 km²
Koordinaten: 47° 56′ N, 15° 29′ O
Höhe: 466 m ü. A.
Einwohner: 1.918 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 13 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3184
Vorwahl: 02769
Gemeindekennziffer: 3 14 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 28
3184 Türnitz
Website: www.tuernitz-noe.at
Politik
Bürgermeister: Christian Leeb (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
14
3
2
14  3  2 
Von 19 Sitzen entfallen auf:

Lage der Marktgemeinde Türnitz im Bezirk Lilienfeld
Annaberg Eschenau Hainfeld Hohenberg Kaumberg Kleinzell Lilienfeld Mitterbach am Erlaufsee Ramsau Rohrbach an der Gölsen St. Aegyd am Neuwalde St. Veit an der Gölsen Traisen Türnitz Niederösterreich Lage der Gemeinde Türnitz im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Türnitz ist eine Marktgemeinde mit 1918 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Name

Der Name Türnitz ist slawischen Ursprungs und bedeutet „abgeschiedener Ort“.

Er stammt aus dem frühen 9. Jahrhundert, als sich slawische Ackerbauern im Gebiet der Türnitzer Traisen angesiedelt hatten, welche als Untertänige der Magyaren diesen nach Westen gefolgt waren. Die Magyaren verwüsteten und entvölkerten später noch mehrmals die Gebiete Niederösterreichs, bis sie 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld endgültig besiegt wurden.

Geografie

Türnitz liegt im Mostviertel im südwestlichen Teil des Traisentales, das von der Türnitzer Traisen durchflossen wird, genauer gesagt vereinigen sich beim Ort erst die beiden Quellflüsse Türnitz und Traisenbach zur Türnitzer Traisen.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 145,53 Quadratkilometer, wovon 85,01 Prozent bewaldet sind. Dies stellt einen der höchsten Waldanteile in Österreich dar. Hinsichtlich der Fläche ist Türnitz die viertgrößte Gemeinde in Niederösterreich. Die Höhenlage der Gemeinde bewegt sich zwischen 400 m (Außerfahrafeld) und den Gipfelfluren der umliegenden Berge, die bis auf 1400 m Höhe reichen: Türnitzer Höger, Eibl und Tirolerkogel im Südwesten des Tales, sowie Eisenstein und Hohenstein im Norden.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2016[1]):

  • Freiland (101)
  • Lehenrotte (383)
  • Türnitz (1.426)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Anthofrotte, Außerfahrafeld, Lehenrotte, Moosbachrotte, Pichelrotte, Rachsenbachrotte, Schildbachrotte, Steinbachrotte, Traisenbachrotte, Türnitz und Weidenaurotte.

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

1209 erfolgte die erste urkundliche Nennung als „Durnitze“. 1371 wird der Ort als Markt bezeichnet.

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2050 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2170 Einwohner, 1981 2171 und im Jahr 1971 2309 Einwohner.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
69,62  %
(+5,88 %p)
19,22  %
(-5,78 %p)
11,17  %
(-0,09 %p)
2010



2015



Der Gemeinderat hat 19 Sitze. Bürgermeister der Marktgemeinde ist Christian Leeb, Amtsleiter Werner Stieglitz.

Bei der Gemeinderatswahl 2015 erreichte die ÖVP 14, die SPÖ 3 und die FPÖ 2 Mandate.

Bürgermeister
  • bis 2009 Franz Auer (ÖVP)
  • seit 2009 Christian Leeb (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 93, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 107. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 863. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,07 Prozent.

Verkehr

Durch das Türnitzer Traisental verläuft – von St. Pölten und Lilienfeld her kommend – die Mariazeller Straße, die am Talschluss zum Annaberg-Pass auf 976 m ansteigt. Am oberen Ortsende von Türnitz zweigt eine weitere Passstraße zum Pielachtaler Gscheid (841 m) ab, die ins Pielachtal hinüberführt. Im selben Bereich verzweigt sich das Traisental nach Süden, wo wasserreiche Bäche vom Massiv des Traisenbergs (1230 m) herab strömen.

Von 1908 bis 2001 war Türnitz mit der bei Freiland[2] abzweigenden Stichbahn Freiland–Türnitz erreichbar. Seit der Einstellung der Stichstrecke wird der öffentliche Verkehr mit Autobussen geführt.

Der Pilgerweg Via Sacra verläuft auf seinem Weg vom Wienderwald nach Mariazell durch Türnitz.

Schulen

  • Volksschule Türnitz
  • HBLA Auhof - Die Schule im Grünen

Persönlichkeiten

  • Cimburgis von Masowien (* 1394 oder 1397 in Warschau, Herzogtum Masowien; † 28. September 1429 in Türnitz, Niederösterreich) war eine polnische Prinzessin aus der Piastendynastie und Tochter des Herzogs Siemowit von Masowien und seiner Gemahlin Alexandra von Litauen. Cimburgis war durch Heirat mit Ernst dem Eisernen aus der steirisch-innerösterreichischen Linie Herzogin von Österreich. Ihre Mutter Alexandra war Schwester des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło und mütterlicherseits Enkelin des Großfürsten von Wladimir, Alexander Michailowitsch. Sie ist die Mutter von Kaiser Friedrich III. und als solche die Stammmutter aller späteren Habsburger, da diese Linie alle anderen überlebte.
  • Johann Ladislaus Pyrker (1772–1847), Dichter, Bischof und ab 1807 Pfarrer von Türnitz
  • Ludwig Döbler (1801–1864), Zauberer
  • Karl Wilhelm Friedrich Kohlrausch (1884–1953), Physiker
  • Anton Pfeffer (* 1965), Fußballspieler, der auch beim SV Türnitz gespielt hat
  • Franz Ignatius Petuelli (* 1750-?), Marktrichter in Türnitz, berichtete über die Franzoseneinfälle 1805 und 1809 im Marktbuch, er verband mit Ladislaus Pyrker innige Freundschaft.
  Commons: Türnitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2016 nach Ortschaften
  2. Zum Gemeindegebiet von Türnitz (Katastralgemeinde Außerfahrafeld) gehörend.