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vom 07.02.2018, aktuelle Version,

TOMAK

TOMAK (* 1970 in St. Veit an der Gölsen, Niederösterreich) ist ein österreichischer Künstler, der in Wien lebt und arbeitet.

Leben und Werk

TOMAK besuchte zunächst den naturwissenschaftlichen Zweig des Bundesrealgymnasiums in St.Pölten und begann 1995 mit dem Studium der Malerei und Grafik, bei Christian Ludwig Attersee, an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Die Naturwissenschaften prägen TOMAKS Arbeiten bis heute, zeigen seine großformatigen Gemälde doch hauptsächlich technisch, wissenschaftlichen Darstellungen, wie zum Beispiel Maschinen, Konstruktionspläne oder anatomische Lehrtafeln. Seine Werke sind in mehreren Schichten aus Siebdruck und Ölmalerei aufgebaut. Er versteht sich selbst als Antist (einen Anti-Künstler), den „Posterboy of Antikunst“ und stellt sich der politischen Correctness entgegen, dem Gleichförmigen, „Gelackten“, wie er es nennt.[1] Der Name wird dabei zu einer Marke die provoziert, polarisiert und vor allem eines ist: dagegen.[2]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen:

2016:  Aktion Zwei, Aktionsraum LINkZ, Linz

2015:  MALPRACTICE, Galerie Lisa Kandlhofer, Wien; TOMAK und die Waldorf Astorias, Rudolf Steiner Schule, Wien Mauer

2014:  BATMAN vs. TOMAK, Rudolf Budja Galerie, Salzburg; Jetzt wird’s bunt, Galerie Lisa Kandlhofer, Wien

2012:  PHANTÔMAK, Technische Universität, Wien; AUTOMAK, Galerie Heike Curtze, Salzburg

2010:  TOMAK über Salzburg, Museum der Moderne Rupertinum, Salzburg

2009:  TOMAK über Deutschland, Galerie Heike Curtze, Berlin

2008: Tittenfisch Metropolisch (Performance), Kunsthalle Wien Projectspace, Wien

1999: Neoantrophagi, Galerie Winter, Wien

Gruppenausstellungen:

2015: Das gezeichnete Ich, Bruseum, Universalmuseum Johanneum, Graz

2013: Frauen – Lieben und Leben. Die Sammlung Klöcker, Lehmbruck Museum, Duisburg

Middle Gate Geel 13, St-Dimpnakerk, Gasthuismuseum, Kunsthuis Yello Art, Geel, Belgium

2012: Contemporary III, Albertina, Wien

2009: Lebt und arbeitet in Wien III – Stars in a plastic bag. Kunsthalle Wien, Wien

Rezeption

TOMAK über Salzburg Emilie Breyer – „Die gottgewollte Metamorphose“, S. 9

„Geballte Provokation, Rebellion und Fragmente, scheinbar wirr wirkende Auseinandersetzungen mit der intellektuellen Elite des 19. Jahrhunderts, schmettern einem in seinen filigranen und plakativen Motivwelten genauso entgegen wie penibel gesammelte Elemente und Reflektionen gegenwärtiger Popkultur.“[3]

1. Introspektive Toni Stooss (ehemaliger Direktor des Museums der Moderne, Salzburg), S. 36

„Er tritt als grell geschminkter Clown vor uns oder als Dandy mit Ray-Ban-Brille – einer zeitlosen schwarzen Sonnenbrille, wie sie die Maschinenaugen von Arnold Schwarzeneggers ‚Terminator‘ versteckt und wie sie die Augen schützt von ‚Neo‘ und seinen Mitstreitern im US-amerikanischen Science-Fiction Film Matrix. Mit seiner den Blick verhüllenden, jedoch die Umwelt in den beiden Gläsern verschieden spiegelnden Brille setzt er sich gleichsam zwischen ‚Terminator‘ und ‚Neo‘. Zwischen den aus der Zukunft kommenden Cyborg, mit der ‚Lizenz zum Töten‘, und den die Menschheit in der Zukunft vor den Maschinenwesen der Matrix rettenden ‚Neo‘. ‚Art – God – Ray – Ban – Asshole‘ ist die sarkastische Verbindungskette, die das übersteigerte Ego TOMAKs herstellt.“[4]

1. Introspektive Heike Curtze (Galerie Heike Curtze) – „TOMAK zieht in den Krieg“, S. 72

„Die Kunst produzierende Maschine TOMAK unternimmt einen Parforceritt durch das Universum, sein Universum. Waffen sind auf dieser Reise immer dabei, gezeichnete Handfeuerwaffen. Eingesetzt werden sie nicht. TOMAKs stärkste Waffe ist die Kunst.“[4]

Malpractice Roman Grabner (Leiter Bruseum, Universalmuseum Joanneum Graz) – „Malpractice“, S. 237

„TOMAKs Kunst ist eine Kunst, die mit Mehrsinnigkeit operiert, eine Kunst der Gegenwahrnehmung, die sich am Zeitlosen orientiert, ohne das Zeitgenössische zu verleugnen, eine Kunst, die nach Gleichnishaftem strebt und zugleich ein polyfokales Netzwerk aus Ungewissheiten errichtet. Seine Kunst lässt uns nicht in Ruhe, denn vieles bleibt uns beim ersten Blick verborgen und verlangt nach eingehender Betrachtung, aber das, was wir zu erkennen vermögen, geht uns im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut.“[5]

Malpractice Elsy Lahner (Kuratorin Albertina) – „Posterboy of Antikunst“, S. 249

„Er ist das Gegenteil des guten Bürgers, ein Störer, der sich ungefragt mitteilt und seine Wut zum Ausdruck bringt. Ein aggressiver Unhold, der sein Unbehagen in der Kultur äußert, einer, der sich nicht ruhigstellen lässt.“[5]

Publikationen

Einzelnachweise

  1. Zitat: Roman Grabner, Leiter des Bruseums.
  2. Sabrina Möller: Text zur Ausstellung Malpractice. Abgerufen am 16. Dezember 2016.
  3. TOMAK über Salzburg – Ausstellungskatalog, hg. vom Museum der Moderne Salzburg, Bibliothek der Provinz, Weitra 2010, ISBN 978-3-900000-94-3
  4. 1 2 1. Introspektive – Katalog, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2012, ISBN 978-3-86984-305-6
  5. 1 2 Malpractice – Katalog, Verlag für moderne Kunst, Wien 2015, ISBN 978-3-903004-35-1