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vom 12.06.2017, aktuelle Version,

Tatort: Zwischen den Fronten

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Zwischen den Fronten
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 863 (Liste)
Erstausstrahlung 17. Februar 2013 auf Das Erste, ORF
Stab
Regie Harald Sicheritz
Drehbuch Verena Kurth
Produktion Markus Pauser,
Erich Schindlecker
Musik Lothar Scherpe
Kamera Thomas W. Kiennast
Schnitt Ingrid Koller
Besetzung

sowie Matilda Leko, Ivana Nikolic, Wilhelm Iben, Charlotte Krempl

Zwischen den Fronten ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der für den ORF unter der Regie von Harald Sicheritz produzierte Beitrag wurde am 17. Februar 2013 erstgesendet. Es ist die 863. Folge der Reihe, der 29. Fall des österreichischen Ermittlers Moritz Eisner und der fünfte Fall des Ermittlerteams Eisner/Fellner.

Handlung

Das Auto von Kásim Bagdadi, eines Österreichers irakischer Herkunft, explodiert im Hof des Wiener Palais Liechtenstein gerade in dem Moment, als der amerikanische Konferenzleiter Marcus Sherman mit seinen Security-Leuten in einer schwarzen Limousine vorfährt. Die Explosion tötet Bagdadi und einen Polizisten, Sherman selber bleibt unverletzt.

Aufgrund der Brisanz des Falles wird Eisner der Fall mit übertragen. Zusammen mit seiner Kollegin Bibi Fellner und der extrem resoluten Melanie Warig soll er, in der Sonderkommission „Zwischen den Fronten“, den Fall lösen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) geht sofort davon aus, dass es sich bei dem Bombenanschlag um ein politisch motiviertes Verbrechen handeln dürfte und einen islamistischen Hintergrund hat.

Marcus Sherman kannte Kásim Bagdadi persönlich und hält es für unwahrscheinlich, dass er ein Terrorist gewesen sein soll. Er war mit seiner Tochter Mary befreundet, die von Kásims Tod tief erschüttert ist. Darüber hinaus gibt es weitere Bekannte im Umfeld von Bagdadi, die ihn absolut nicht für einen Selbstmordattentäter halten. Lediglich Martin Ledic, ein früherer Studienfreund hält ihn dafür fähig. Er selbst ist Experte für Elektrotechnik und Eisner meint, der Anschlag könnte durchaus eine Eifersuchtstat von Ledic gewesen sein, da nach seinen Recherchen auch er in Mary Sherman verliebt war und die Autobombe über einen elektronischen Fernzünder ausgelöst wurde. Selbstmordattentäter zünden normalerweise ihren Sprengsatz direkt. Weitere Ungereimtheiten treten auf, als Martin Ledic an einem Strommasten erhängt aufgefunden wird. Zum einen sieht es nach Selbstmord aus, aufgrund enttäuschter Liebe, zum anderen könnten auch Schuldgefühle wegen Kásim Bagdadis Tod die Ursache sein. Der BVT will daher den Fall für abgeschlossen erklären, was Eisner erst recht stutzig macht. Der rechtsmedizinischen Untersuchung nach, wurde Ledic umgebracht und so ermittelt er weiter. Anhand der Handyverbindungsdaten finden Eisner und Fellner zu einem abgelegenen Objekt, das Hofrat Dr. Johannes Kelter, einem Mitglied des Innenministeriums, gehört und wo, nach Sicht der Dinge, die Bombe zusammengebaut wurde. Angeblich wurde das Grundstück an eine Studentengruppe vermietet. Bei näherer Untersuchung stellt sich das Objekt als Zentrale eines Rechtsradikalen Geheimbundes heraus, bei dem unter anderen viele hochrangige Ministeriumsangehörige Mitglied sind, die schon lange schärfere Gesetze gegen die drohende Terrorgefahr fordern. Das Attentat dürfte somit von dort aus gesteuert worden sein, um dieser Forderung mehr Nachdruck zu verleihen. Martin Ledic, als Mitglied dieser Gruppe, hatte Kásim Bagdadi als Bauernopfer vorgeschlagen und er war somit gleichzeitig seinen Nebenbuhler los. Die Bombe dürfe als komplette neue Autotür in Bagdadis Auto eingebaut worden sein, denn nachweislich war sein Wagen vor kurzem in einer Werkstatt. Diese suchen Eisner und Fellner mit Unterstützung weiterer Teamkollegen umgehend auf. Nachdem sich Kurt Greiling, einer der Angestellten, auffällig verhält, wird dieser festgenommen und Beweismaterial gesichert. Dem Firmenchef Claus Hoppenstädt selbst können sie zunächst keine Mittäterschaft beweisen, hoffen jedoch anhand eines Geständnisses von Greiling das zu ändern.

Die Arbeit der Polizei wurde von Anfang an vom Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und deren Leiter Fred Michalski mehr behindert als unterstützt. Nachdem der Verdächtige verhaftet wurde, stellt ihn Michalski unter seinen persönlichen Schutz und erklärt, dass er sein V-Mann wäre. Damit stehen Eisner und Fellnern ohne Beweise da und müssen erkennen, dass sie in diesem Fall zwischen den Fronten stehen und nichts weiter erreichen werden.

Hintergrund

Der Film wurde vom 29. Februar 2012 bis 30. März 2012 in Wien gedreht.[1]

Rezeption

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung von Zwischen den Fronten am 17. Februar 2013 wurde in Deutschland von 8,57 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 22,9 Prozent für Das Erste.[2]

Kritiken

„Risikoscheu und Mutlosigkeit jedenfalls kann man den Kollegen vom österreichischen 'Tatort' nicht nachsagen. 'Zwischen den Fronten' will politisch sein, auch wenn das Format den Film einschränkt. Die Absicht ist lobenswert, die Umsetzung nur zum Teil gelungen. Aber die trauen sich was.“

Heike Hupertz : Frankfurter Allgemeine Zeitung [3]

„Dass man als Zuschauer den gewagten Kurs mitgeht, liegt auch an den beiden Hauptfiguren Eisner und Fellner, die im sarkastischen Spiel die hierarchische Ordnung außer Kraft setzen, um sich zur Wahrheit hinter dem vermeintlich islamistischen Anschlag vorzukämpfen.“

„Autorin Verena Kurth und Regisseur Harald Sicheritz verlangen dem Zuschauer alles ab. Zu viele Themen, das Genre switcht außerdem zwischen Thriller und Operette. Immerhin liefert Eisner ein paar Weisheiten für die Ewigkeit, bezogen auf alle Feinde, denen man im Leben so begegnet […]“

Einzelnachweise

  1. Tatort: Zwischen den Fronten bei crew united
  2. Sidney Schering: Primetime-Check: Sonntag, 17. Februar 2013. Quotenmeter.de, 18. Februar 2013, abgerufen am 13. Mai 2017: „Die meisten Zuschauer am Sonntagabend ergatterte einmal mehr der «Tatort».“
  3. Heike Hupertz: Bloß keine Skrupel zeigen. In: Feuilleton. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Februar 2013, abgerufen am 13. Mai 2017.
  4. Christian Buß: Terror-"Tatort". Vorsicht mit dem Kanister, Herr Magister. In: Kultur. Spiegel Online, 15. Februar 2013, abgerufen am 13. Mai 2017.
  5. Holger Gertz: Task-Force der Lackaffen. In: Medien. Süddeutsche Zeitung, 17. Februar 2013, abgerufen am 13. Mai 2017: „Wenn sie uns einzeln zusammenscheiß'n, sind sie schneller müd'.“