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vom 07.05.2020, aktuelle Version,

Waitschach

Maria Waitschach, Luftaufnahme
Innenansicht
Der Hochaltar

Waitschach ist ein hochgelegener Wallfahrtsort in Kärnten mit 24 Einwohnern (1. Jänner 2019[1]). Er gehört großteils zur Gemeinde Guttaring, zwei Gebäude gehören zur Gemeinde Hüttenberg. Weithin sichtbar ist die auf einer Bergkuppe in 1134 m Höhe gelegene Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Waitschach. Erreichbar ist der Ort über Guttaring oder etwas näher von Hüttenberg aus. Beide Verbindungsstraßen sind steil und kurvenreich. Waitschach verfügt über einige Bergbauernbetriebe.

Geschichte

Als Initiator der Kirche wird Leonhard von Keutschach genannt, es gibt aber auch eine Legende, die einen Erzbischof von Salzburg nennt, der ein Gelöbnis für den Bau ablegte. Erstmals wird die Wallfahrtskirche „Weytschach“ am 2. November 1390 als Filiale von Guttaring erwähnt. Es wird aber vermutet, dass bereits zu früherer Zeit ein Heiligtum bestanden haben muss, denn der ehemalige Taufstein, ein Schalenstein, der sich vor der Kirche befindet, datiert aus wesentlich älteren Tagen. Der Sakralbau hatte eine wesentliche Funktion als Wehrkirche zum Schutz vor der Türkengefahr. Die Befestigungsanlagen sind heute noch deutlich sichtbar, verfallen aber zusehends. Die Kirche selbst und der Karner werden laufend restauriert.

Kirche

Der Baubeginn der Kirche war im Jahr 1447, was aus der Inschrift auf einem nördlichen Strebepfeiler zu ersehen ist. Sie präsentiert sich als fünfachsige spätgotische Hallenkirche mit achtseitigem, dachreiterartigem Turm. Charakteristisch für den Sakralbau ist in seiner Figuration dessen Netz-, Stern- und Kreuzrippengewölbe.

Einrichtung

Der Hochaltar, ein zweigeschoßiger Säulenaltar gilt als einer der ältesten Barockaltäre Österreichs. Als Gnadenbild steht im Schrein eine gekrönte Madonnenstatue mit Kind im Strahlenkranz. Zu beiden Seiten die Eltern Marias, links Joachim, rechts Anna die kleine Maria an der Hand führend. Links des Hochaltars, an der Nordseite des Chores steht ein steinernes gotisches Sakramentshaus. An der Nordwand des Kirchenschiffes befindet sich ein sogenannter „Landschaftsaltar“ von 1626, mit der Darstellung Mariä Verkündigung. An der Südwand ist ein Gemälde des Jüngsten Gerichtes angebracht.

Karner

Der gotische Karner stammt aus dem Jahre 1535. Das Innere zieren Freskomalereien. Die Fresken der Außenwand, darunter eine Sonnenuhr, sind nur mehr als Reste vorhanden.

Literatur

  • Martin Müller: Maria Waitschach – ein Beitrag zur spätgotischen Sakralarchitektur Kärntens. Diplom-Arbeit an der Universität Graz, 2001.
  • Simon Poier: Die Gelöbniswallfahrt der Pfarre Judenburg nach Maria Waitschach in Zusammenschau mit Alltagserfahrung, Frömmigkeit und Volksfrömmigkeit. Dissertation an der Universität Graz, 2002.
  • Karl August Redlich: Das Manganeisenerzvorkommen von Waitschach in Kärnten. Montanistische Rundschau, Jahrgang 16, Nr. 2, Wien 1924, S. 30–31.
  • Heinz Meixner: Neue Mineralfunde aus Österreich XXX. In: Carinthia II. Band 170/90, Klagenfurt 1980, S. 40–42 (Kapitel „278. Die Minerale von Waitschach bei Hüttenberg“, PDF auf ZOBODAT).
Commons: Maria Waitschach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)