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vom 29.01.2017, aktuelle Version,

William Augustus, Duke of Cumberland

Wilhelm August, Duke of Cumberland (Gemälde von Joshua Reynolds, 1758)

Prinz Wilhelm August, Duke of Cumberland KG (* 15. Apriljul./ 26. April 1721greg. in London; † 31. Oktober 1765 ebenda) war Mitglied des britischen Königshauses und britisch-hannoverscher Heerführer.

Jugend und erster Einsatz im Österreichischen Erbfolgekrieg

Wappen von Prinz Wilhelm August
Der 14-jährige Wilhelm August in Fantasie-Husarenuniform vor kurhannoverschen Truppen (Detail des Gemäldes der Revue von Bemerode 1735 von Johann Franz Lüders, 1738)

Prinz Wilhelm August wurde als dritter Sohn von Georg II. von Großbritannien und dessen Gattin Prinzessin Caroline von Brandenburg-Ansbach in London geboren. Dorthin waren seine Eltern gezogen, nachdem sein Großvater, Georg I., König von Großbritannien geworden war. Im Alter von vier Jahren wurde er zum Baron Alderney, Viscount Trematon, Earl of Kennington, Marquess of Berkhampstead und Duke of Cumberland erhoben.

Cumberland trat früh in den Militärdienst und begleitete 1743 seinen Vater als Generalmajor zur Pragmatischen Armee während des Österreichischen Erbfolgekrieges in Deutschland. Er nahm an der Schlacht bei Dettingen am 27. Juni 1743 teil und wurde am Knie verwundet. 1745 erhielt er das Oberkommando über die alliierte Armee in den Niederlanden und verlor mit dem holländischen General Königsegg am 12. Mai 1745 die Schlacht bei Fontenoy gegen Moritz Graf von Sachsen.

Der Zweite Jakobitenaufstand

1746 wurde er mit dem Oberbefehl über die Truppen, die gegen den katholischen Thronprätendenten Charles Edward Stuart („Bonnie Prince Charlie“) entsandt wurden, betraut. Er konnte die Position der Jakobiten so bedrohen, dass diese beschlossen, sich nach Schottland zurückzuziehen, um dort die Truppen erneut aufzubauen. Am 16. April 1746 konnte der Duke of Cumberland diese erschöpften und auf etwa 5.000 Mann geschrumpften Streitkräfte in der Schlacht bei Culloden vernichtend schlagen. In dieser letzten Schlacht auf britischem Boden verfügte er über 9.000 Mann, darunter als Kern die gut ausgebildeten Truppen des vorherigen Flandernfeldzuges. Die in allen Belangen überlegenen Regierungsstreitkräfte - darunter auch regierungstreue schottische Clansmitglieder - brauchten in der offenen Feldschlacht die für die Zeit nicht völlig unüblich kurze Dauer von 25 - 45 Minuten, um die Clanarmee nahezu aufzureiben und kannten keine Gnade. Auf Befehl Cumberlands wurden die verletzt liegen gebliebenen Kämpfer der Highlandarmee – darunter inkorporierte Soldaten nicht-schottischer Herkunft - systematisch mit dem Bajonett erstochen. Frauen und Kinder, die wie für die Zeit üblich, den Kampf beobachtet hatten, wurden getötet oder verletzt. Gefangene wurden exekutiert oder inhaftiert und – stellenweise von Cumberland aktiv befürwortet - vielfach nach Übersee deportiert. Die siegreichen Soldaten drangen – auch im Zusammenhang der Suche nach dem flüchtigen Stuart-Prinzen – plündernd, vergewaltigend und brandschatzend bis tief in die Highlands ein. In England wurde Cumberland nach seinem Sieg in Culloden als großer Retter gefeiert. Die heutige britische Armee dagegen ordnet die Schlacht im Moor von Culloden aufgrund der Brutalität, mit der Cumberland seine Truppen agieren ließ, nicht mehr unter den ruhmreich zu nennenden ein und empfindet sie mehr als Schandfleck denn als Lichtpunkt ihrer Geschichte. In Schottland nannte man Cumberland fortan den „Schlächter“ (the butcher of Culloden). Nach der Schlacht kam es zu keinem weiteren jakobitischen Aufstand mehr.

Österreichischer Erbfolgekrieg

Vom König zum Generalkapitän aller britischen Truppen ernannt, vom Parlament durch eine jährliche Zulage von 25.000 Pfd. Sterling geehrt, übernahm er den Oberbefehl in den Niederlanden von neuem, wurde dort aber am 2. Juli 1747 mit einem zahlenmäßig unterlegenen Heer in der Schlacht bei Lauffeldt unweit von Maastricht abermals von den Franzosen unter Marschall Moritz von Sachsen geschlagen. In England wurde er nach dem Frieden zu Aachen 1748 Kanzler der Hochschule zu Dublin.

Siebenjähriger Krieg

Im Rahmen des weltweit ausgefochtenen Siebenjährigen Krieges erhielt Cumberland als bekanntester Heerführer Großbritanniens nach der Umkehrung der Allianzen unter den europäischen Großmächten das Kommando über die Armee im Nordwesten Deutschlands, wo er mit den Streitkräften des Kurfürstentums Hannover und mehrerer Verbündeter die deutschen Stammlande des Königshauses gegen die eindringenden Franzosen unter Marschall d'Estrée schützen sollte. Dort wurde er mit einem erneut zahlenmäßig unterlegenen Heer am 25. Juli 1757 nach einem zunächst geschickt geführten Feldzug von den Franzosen unweit von Hameln in der Schlacht bei Hastenbeck geschlagen. Als Konsequenz dieser Niederlage schloss er unter dänischer Vermittlung die Konvention von Kloster Zeven, in deren Folge sich seine 40.000 Mann starke Armee über die Elbe zurückzog und das Kurfürstentum Hannover in den Händen der Franzosen ließ.

Dieser in London als schmählich empfundene Waffenstillstand mit seinen ungünstigen Bedingungen führte zum Bruch mit seinem Vater und wurde noch im gleichen Jahr von den Briten widerrufen, die in der Folge zudem ihre militärischen Anstrengungen auf dem nordwestdeutschen Kriegsschauplatz erhöhten. Der zwischenzeitlich nach England zurückgekehrte Cumberland hatte seine militärischen Ämter niedergelegt und widmete sich nach seinem Ausscheiden aus der Armee nun der Politik und der Pferdezucht. Von Juli 1765 bis zu seinem Tod war er Minister ohne Portfolio im ersten Kabinett Rockingham. Er starb am 31. Oktober 1765 im Alter von 44 Jahren ohne Nachkommen in London.

Sonstiges

Bedeutung sollte William Augustus als Züchter der beiden Hengste Eclipse und Herod erlangen, die nach dem Tode des Prinzen beide zu Stammvätern der Pferderasse Englisches Vollblut wurden.

Georg Friedrich Händel fügte 1751 seinem Oratorium „Joshua“ den Cumberland gewidmeten Satz „See, the Conqu‘ring hero comes“ („Seht den Sieger ruhmgekrönt“) zu, der bis heute zum patriotischen Liedgut Großbritanniens gehört und im deutschen Sprachraum als Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ bekannt ist.

Prince William County im Bundesstaat Virginia ist nach ihm benannt.

Literatur

  • Evan Charteris: William Augustus, Duke of Cumberland and the seven years' war. London 1925.
  • Jonathan Oates: Sweet William or the Butcher? The Duke of Cumberland and the '45. Barnsley 2008.
  • Wolfgang Philipps: Welfen-Prinz Wilhelm August: Lieblingssohn und schottisches Hassbild. In: Lehrter Land & Leute: Magazin zur Geschichte, Kultur und Heimatkunde. Band 41, 2014, S. 35–37.
  • Rex Whitworth: William Augustus, Duke of Cumberland: a life. London 1992.
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