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vom 21.01.2017, aktuelle Version,

Wolfgang Waldstein

Wolfgang Waldstein (* 27. August 1928 in Hangö, Finnland) ist ein österreichischer Rechtshistoriker.

Leben

Nach Ausbruch des sowjetisch-finnischen Winterkriegs 1939 kam Wolfgang Waldsteins Familie 1940 nach Salzburg. Nach der Matura studierte er Rechtswissenschaften und erlangte die Promotion. 1963 wurde er an der Universität Innsbruck habilitiert.

1964 wurde er außerordentlicher Universitätsprofessor für Römisches Recht an der Universität Innsbruck. Von 1965 bis zu seiner Emeritierung 1992 lehrte er als ordentlicher Professor Römisches Recht und Rechtsphilosophie an der Universität Salzburg, deren Rektor er von 1968 bis 1969 war. Von 1996 bis 1998 war er Ordinarius an der Zivilrechtlichen Fakultät der Päpstlichen Lateranuniversität. Er lehrt zudem Kirchenrecht an der Gustav-Siewerth-Akademie.

Unter Rechtshistorikern und Studenten ist er bekannt als langjähriger Bearbeiter und Herausgeber des „Dulckeit/Schwarz/Waldstein“, eines Standardwerks zur römischen Rechtsgeschichte. Waldstein ist sehr bemüht um eine Wiederbelebung des Naturrechts und publizierte einige Schriften über das Recht auf Leben. Sein Buch Ins Herz geschrieben wurde vom damaligen Papst Benedikt XVI. in dessen Bundestagsrede 2011 mehrfach zitiert.[1]

1976 war er maßgeblich an der „Aktion zur Erhaltung der tridentinischen Messe“ beteiligt und hat auch den ganzen Vorgang um die damalige Eingabe an die Österreichische Bischofskonferenz in der Dokumentation „Hirtensorge und Liturgiereform“ veröffentlicht. Er ist Ehrenvorsitzender der Laienvereinigung Pro Missa Tridentina.[2]

Seit dem 31. Mai 1994 ist er Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben und seit 1999 Mitglied des Consiglio Direttivo dieser Akademie.

Wolfgang Waldstein ist katholisch, verwitwet und Vater mehrerer Kinder. Hobbymäßig ist er als freier Holzbildhauer tätig. Er ist der Vater des Theologen Michael Waldstein.

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Untersuchungen zum römischen Begnadigungsrecht: Abolitio, indulgentia, venia. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1964 (= Habilitationsschrift)
  • Das Menschenrecht zum Leben. Beiträge zu Fragen des Schutzes menschlichen Lebens. Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-05175-0.
  • Operae libertorum. Untersuchung zur Dienstpflicht freigelassener Sklaven. Steiner, Stuttgart 1986, ISBN 3-515-04699-2.
  • Neueste Erkenntnisse über das Turiner Grabtuch. Auch Atomforschung erweist Echtheit. Christiana Verlag, Stein am Rhein 2000, ISBN 3-7171-1029-2.
  • Ins Herz geschrieben. Das Naturrecht als Fundament einer menschlichen Gesellschaft. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2010, ISBN 978-3-86744-137-7.
  • Naturrecht im römischen Recht und in der europäischen Rechtsentwicklung. In: Civitas. Zeitschrift für das christliche Gemeinwesen. Sonderheft 6: Naturrecht und Menschenrecht. Sarto, Bobingen 2015.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ANSPRACHE VON PAPST BENEDIKT XVI., Vatikan, abgerufen am 20. November 2014
  2. Vorstand Pro Missa Tridentina, Pro Missa Tridentina, abgerufen am 24. Oktober 2010
  3. AAS 91 (1999), n. 10, p. 1016.