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vom 21.09.2017, aktuelle Version,

Xenia Hausner

Xenia Hausner, 2014

Xenia Hausner (* 1951 in Wien) ist eine österreichische Malerin.

Leben

Xenia Hausner stammt aus einer Künstlerfamilie. Sie ist die Tochter des österreichischen Malers Rudolf Hausner, ihre Schwestern sind die Filmregisseurin Jessica Hausner und die Kostümbildnerin Tanja Hausner. Xenia Hausner studierte zwischen 1972 und 1976 Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste Wien und an der Royal Academy of Dramatic Art in London. Von 1977 bis 1992 Ausstattungen für Theater und Oper, u. a. für Covent Garden London, Burgtheater Wien, Theâtre de la Monnaie Brüssel und die Salzburger Festspiele.

Seit 1992 arbeitet Xenia Hausner ausschließlich als Malerin. Ihre Werke werden international in Galerien und Museen gezeigt. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Wien.

Werk

Bühnenbild

Ihre ersten Bühnenbilder waren Materialcollagen aus Abbruchhäusern, von Schrottplätzen und Müllkippen. Von dort holte sie ihr Rohmaterial, aus dem montierte sie Räume, die von der Spannung zwischen naturalistischer Akribie und abstrakter Chiffre, zwischen Geschichte und Aktualität lebten. Ihre Lieblingsfigur war das Oxymoron, die Verbindung des Gegensätzlichen, die konzentrierte Vereinigung all dessen, was chaotisch auseinanderstrebt.[1]

Malerei

Ab 1990 wandte sich Xenia Hausner der Malerei zu. In ihrem malerischen Werk beschäftigt sie sich mit dem Menschen. Thematisch führt sie den Betrachter in eine rätselhafte Bildwelt. Die Situationen sind nicht eindeutig, der Betrachter soll das Bild mit seinem eigenen Lebensfundus erforschen.[2] Xenia Hausners großformatige Werke sind Gesellschaftsbeschreibungen und erzählen von der geheimnisvollen Welt zwischenmenschlicher Beziehungen, es sind bewusst fragmentarische Situationen und Momentaufnahmen aus dem Alltag. Im Unterschied zum klassischen Porträt spielen die auf den Bildern Dargestellten ihre Rollen in fremden Biografien, sie sind so wie Schauspieler in einem Stück besetzt. Sie verwendet einen expressiven Duktus und eine farbstarke Palette, die insbesondere am Inkarnat der Protagonisten deutlich wird.[3] Xenia Hausner beschäftigt sich auch mit Arbeiten auf Papier und Mixed-Media-Arbeiten, bei denen sie ihre großformatigen Fotografien malerisch weiterentwickelt und verschiedene Materialien versatzstückhaft in den Bildträger einbaut. Sie führt damit in ihrer künstlerischen Arbeit den aktuellen Erkenntnisstand der Malerei mit dem der Fotografie zusammen.[4] So entsteht mit unterschiedlichen Techniken eine neue Bildverdichtung und Wirklichkeitskonstruktion. Handverlesene Unikate in kleiner Auflage auf Büttenpapier beziehen sich motivisch zwar auf Themen ihrer Malerei, doch entstehen neue Bilderfindungen, die technisch und medial einen eigenständigen Bereich bildet. Mit den Vorbereitungen zur Ausstellung „Damage“ 2011 im Shanghai Art Museum begann ihre intensive Beschäftigung mit asiatischen, vornehmlich chinesischen Motiven. Deren Einbeziehung in ihre spezielle Handschrift gibt Einblick in die Vernetzungen einer globalen, zeitgenössische Kunst.[5]

Projekte

Neben der Malerei ist die Fotografie ein wesentliches Moment ihrer Arbeit und ihrer Stoffsammlung.[6] So engagiert sie sich bei Frauen ohne Grenzen und deren Projekt SAVE (Sisters Against Violent Extremism) und dokumentiert mit der Kamera Menschen mit extremen Erfahrungen.[7] Architekturbezogenen Projekten gilt ein starkes Interesse – so die Ringturmverhüllung in Wien 2011 oder der Entwurf bzw. die Gestaltung von Kirchenfenstern (Kilianskirche Heilbronn, St. Johanniskirche Gehrden, Dom St. Johannes und St. Laurentius Merseburg).[8]

Zitat

„Frauen sind das schönere Geschlecht“.[9]

Ausstellungen (Auswahl)

  • 2017 „Glasstress“, Palazzo Franchetti, Venice
  • 2017 “Xenia Hausner – Exiles” in Personal Structures: Crossing Borders, Palazzo Bembo, Venice
  • 2017 „Entfesselt. Malerinnen der Gegenwart“, Schloss Achberg, Germany
  • 2017 „Fleischeslust“, Galerie Deschler, Berlin
  • 2017 „Modern & Contemporary Art“, Forum Gallery, New York
  • 2017 „10 – Alive and Kicking“, Dominik Mersch Gallery, Sydney
  • 2017 „Menagerie. An Animal Show from the Würth Collection“, Forum Würth Rorschach, CH
  • 2016 “Frau im Bild – Female Portraits from the Würth Collection”, Gallery Würth, Oslo
  • 2016 “Rendezvous, Meisterwerke aus der Sammlung Essl”, Essl Museum, Klosterneuburg
  • 2015: Von Hockney bis Holbein. Die Sammlung Würth in Berlin, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2015: Personal Structures: Crossing Borders, Palazzo Mora, Venedig
  • 2015: Soft Power, Leo Gallery, Shanghai
  • 2015: Girl, Girls, Girls, Galerie Deschler, Berlin
  • 2015: Some Hope, FO.KU.S, Innsbruck
  • 2014: Look Left – Look Right, Today Art Museum, Bejing
  • 2014: Look Left – Look Right, The Pao Galleries, Hong Kong Arts Center, Hong Kong
  • 2014: Glanzlichter. Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei im Naumburger Dom, Naumburg
  • 2014: Die Andere Sicht, Sammlung Essl, Klosterneuburg
  • 2013: Sie. Selbst. Nackt. Paula Modersohn-Becker Museum, Bremen
  • 2013: Painting Water, Berlin Art Week, Galerie Deschler
  • 2013: A.E.I.O.U. – Österreichische Aspekte in der Sammlung Würth, Museum Würth, Künzelsau
  • 2012: ÜberLeben Sammlung Essl, Klosterneuburg
  • 2012: The fifth Bejing International Art Biennale (BIAB)
  • 2012: Xenia Hausner - Flagrant délit, Musée Würth France, Erstein
  • 2012: Glasmalerei des 21. Jahrhunderts, Centre intern. du Vitrail, Chartres
  • 2011: Damage, Kunstmuseum Shanghai, Shanghai
  • 2011: Familiensinn Verhüllung des Ringturms, Wien
  • 2011: Glasmalerei der Moderne, Badisches Landesmuseum, Karlsruhe
  • 2010: Intimacy. Baden in der Kunst, Kunstmuseum Ahlen, Ahlen
  • 2010: Trailblazer, Gabriele Münter Preis 2010, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2009: Sehnsucht nach dem Abbild. Das Portrait im Wandel der Zeit, Kunsthalle Krems
  • 2009: Xenia Hausner, Palais Liechtenstein, Forum für Zeitgenössische Kunst, Feldkirch
  • 2008: Montijo International Biennal ON EUROPE 2008, Portugal
  • 2008: You and I, Forum Gallery, New York
  • 2007: Zurück zur Figur, Kunsthaus Wien
  • 2007: Two, Galerie von Braunbehrens, München
  • 2006: Österreich: 1900 - 2000. Konfrontation und Kontinuitäten, Essl Museum, Klosterneuburg
  • 2006: Zurück zur Figur - Malerei der Gegenwart, Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, München
  • 2006: Xenia Hausner - Waschtag, Galerie Boisserée, Köln
  • 2006: Hide and Seek, Forum Gallery, New York
  • 2006: Glücksfall, KunstHausWien, Wien
  • 2005: Physiognonomie der 2. Republik, Österreichische Galerie Belvedere, Wien
  • 2005: Rundlederwelten, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2005: Xenia Hausner - Glücksfall, Ludwig Museum, Koblenz
  • 2004: Fremd. Berichte aus ferner Nähe, Kunstfest Weimar Pèlerinages
  • 2004: Die 2. Natur, Charim Galerie, Wien
  • 2004: Upper Class – Working Girl, Galerie der Stadt Salzburg
  • 2003: New Paintings, Forum Gallery, Los Angeles
  • 2003: Damenwahl, Galerie Deschler, Berlin
  • 2002: 
Xenia Hausner – Malerei, Galerie Kämpf, Basel
  • 2002: Xenia Hausner – Malerei, Galerie Hohmann, Hamburg
  • 2001: Neue Arbeiten, Rupertinum, Salzburg
  • 2001: Xenia Hausner - Gemälde und Grafik, Galerie Thomas, München
  • 2000: Kampfzone, Käthe Kollwitz Museum, Berlin und im Staatlichen Russischen Museum, St. Petersburg
  • 2000: Xenia Hausner - Menschen, Ernst Barlach Museum, Hamburg/Wedel
  • 2000: Heart Matters, Forum Gallery, New York
  • 1999: Figuration, Rupertinum Salzburg, Museion Bozen und Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal
  • 1998: Wirklichkeit und Traum, Berlin Galerie, Berlin
  • 1998: Xenia Hausner – Malerei, Kunsthalle, Koblenz
  • 1998: Xenia Hausner – Liebesfragmente, Jesuitenkirche, Galerie in Aschaffenburg
  • 1997: Liebesfragmente, Kunsthalle Wien und Museum der bildenden Künste, Leipzig
  • 1997: Zeitgenössische Kunst aus Österreich, Europäisches Währungsinstitut, Frankfurt am Main
  • 1996: Die Kraft der Bilder, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 1996: Xenia Hausner - Menschenbilder, Galerie Thomas, München
  • 1996: Meisterwerke der österreichischen Gegenwartskunst, Galerie Heike Curtze, Salzburg

Film

  • Arte, Metropolis Geschichten von Einsamkeit und Nähe - Ein Atelierbesuch bei Xenia Hausner in Wien. Erstausstrahlung 26. Januar 2013, 16.45 Uhr
  • 3sat, Kulturzeit: Harald Wilde, Grande Dame der Porträt-Malerei - Xenia Hausner im Essl-Museum in Klosterneuburg, 24. Oktober 2012
  • Arte, Metropolis: Die Künstlerin Xenia Hausner, Erstausstrahlung 11. Oktober 2003

Öffentliche Sammlungen und Museen

Ihre Arbeiten sind unter anderem in folgenden Sammlungen und Museen zu finden:

Literatur

  • "Xenia Hausner: Look Left – Look Right." Brandstätter Verlag, 2014, ISBN 978-3-85033-841-7
  • "Xenia Hausner: ÜberLeben". Brandstätter Verlag, Wien 2012. ISBN 978-3-85033-715-1
  • "Xenia Hausner: Flagrant délit". Swiridoff Verlag 2012. ISBN 978-3-89929-242-8
  • "Xenia Hausner: Damage". Hirmer Verlag 2011. ISBN 978-3-7774-4281-5
  • "Xenia Hausner: You and I". Prestel Verlag, München 2008. ISBN 978-3-7913-4106-4
  • "Xenia Hausner: Two". Galerie von Braunbehrens, München 2007. ISBN 3-922268-47-1
  • "Xenia Hausner: GlücksFall". Prestel Verlag, München 2005. ISBN 3-7913-3621-5
  • "Xenia Hausner: Damenwahl- Berichte aus dem Labor", mit Beiträgen von André Heller, Elfriede Jelinek und Peter Weiermair, deutsch/englisch, Übersetzung von * * P. J. Blumenthal und Allison Brown, Wienand Verlag, Köln 2003. ISBN 3-87909-824-7
  • Wieland Schmied (Hrsg.): "Xenia Hausner. Kampfzone". 2. Auflage, Wienand Verlag, Köln 2003. ISBN 3-87909-803-4
  • "Xenia Hausner: Heart Matters". Forum Gallery Editions, D.A.P./Distributed Art Publishers, New York 2003. ISBN 09675826-52
  • Wieland Schmied (Hrsg.): "Xenia Hausner. Kampfzone". Wienand Verlag, Köln 2000. ISBN 3-87909-687-2
  • "Xenia Hausner: Figuration". Bozen 1999. ISBN 3-905597-09-8
  • "Xenia Hausner: Liebesfragmente". Wienand Verlag, Köln 1997. ISBN 3-87909-394-6
  • "Xenia Hausner: Menschenbilder." Edition Galerie Thomas, München, 1996
  • "Xenia Hausner: Rätselraum Fremde Frau." Braus Verlag, Heidelberg 1990, ISBN 3-92583-548-2
  • Global Art Affairs Foundation: “Personal Structures – Crossing Borders”. European Cultural Centre, Venice 2015, ISBN 978-94-90784-18-8
  • "Die andere Sicht. Sammlerin und Künstlerin." Edition Sammlung Essl, 2014, ISBN 978-3-902001-81-8
  • "Elfriede Jelinek: Werk und Rezeption. Diskurse. Kontexte. Impulse." Publikationen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums. Pia Janke (Hg.) 2014, 2 Teilbände
  • "Sie. Selbst. Nackt. Paula Modersohn-Becker und andere Künstlerinnen im Selbstakt." Hatje Cantz Verlag, 2013, ISBN 978-3-7757-3664-0
  • Dieter Wellershoff: "Was die Bilder erzählen. Ein Rundgang durch mein imaginäres Museum". Kiepenheuer & Witsch Verlag, 2013, ISBN 978-3-462-04555-0
  • "A.E.I.O.U. Österreichische Aspekte in der Sammlung Würth." Swirdoff Verlag, 2013, ISBN 978-3-89929-272-5
  • "Museum Angerlehner." Hirmer Verlag, München, ISBN 978-3-7774-2130-8
  • Holger Brülls: “Zeitgenössische Glasmalerei in Deutschland”. Centre International du Vitrail, Chartres 2012, ISBN 978-2-908077-06-3
  • Burkhard Leismann und Martina Padberg (Hg.): "Intimacy! Baden in der Kunst." Kunstmuseum Ahlen, 2010, ISBN 978-3-86832-020-6
  • Hans-Peter Wipplinger: “Sehnsucht nach dem Abbild. Das Portrait im Wandel der Zeit” Kunsthalle Krems, 2009, ISBN 978-3-901261-43-5
  • Christiane Lange/Florian Matzner (Hg.): "Zurück zur Figur. Malerei der Gegenwart
." Prestel Verlag München, 2006
  • "Österreich: 1900 – 2000. Konfrontation und Kontinuitäten." Edition Sammlung Essl, 2005, ISBN 3-902001-27-5

Einzelnachweise

  1. Knut Boeser: Auf der Suche nachmöglichen Orten. In: Xenia Hausner: Rätselraum Fremde Frau, Braus Verlag, Heidelberg 1990, S. 16-18.
  2. Xenia Hausner
: Ich bleibe mir selbst ein Rätsel
. In: Global Art Affairs Foundation: “PERSONAL STRUCTURES – Crossing Borders”. European Cultural Centre, Venice 2015, ISBN 978-94-90784-18-8
  3. Xenia Hausner, You and I, Prestel Verlag, München, Berlin, London 2008, S. 108-111
  4. Peter Assmann, Damage, Hirmer Verlag, 2011, ISBN 978-3-7774-4281-5
  5. Chang Tsong-Zung: Xenia Hausner in China. In: Xenia Hausner Look Left – Look Right. Brandstätter Verlag, 2014, ISBN 978-3-85033-841-7
  6. INHK - das deutschsprachige Magazin für Hong Kong: Interview mit Nina Gassauer: "In den Strassen von Hong Kong beginnt für mich der Augenrausch..."
  7. Holger Brülls: Zeitgenössische Glasmalerei in Deutschland. Centre International du Vitrail, Chartres 2012, S. 210-217, ISBN 978-2-908077-06-3
  8. Wieland Schmied: Der Malakt als Liebesakt. Über die Menschenbilder der Xenia Hausner. In: Xenia Hausner: KAMPFZONE, Wienand Verlag, Köln 2003, S. 13-24, ISBN 3-87909-803-4"