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vom 28.12.2016, aktuelle Version,

Zaingrub

Zaingrub (Dorf)
Ortschaft Zaingrub
Katastralgemeinde Zaingrub
Verwaltungssprengel
Zaingrub (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Horn (HO), Niederösterreich
Pol. Gemeinde Rosenburg-Mold
Koordinaten 48° 37′ 32″ N, 15° 41′ 15″ Of1
Höhe 299 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 86 (2001)
Fläche d. KG 8,05 km²dep1
Postleitzahl 3580f1
Vorwahl +43/02982f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 04021
Katastralgemeinde-Nummer 10070
Zählsprengel/ -bezirk Zaingrub (31121 002)

Blick auf Zaingrub.
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS

f0

Zaingrub ist ein Ort und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Rosenburg-Mold im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie

Der Ort liegt 5 km südlich von Horn und 4 km nördlich von Gars am Kamp. Die Seehöhe in der Ortsmitte liegt bei 299 Metern. Die Fläche der Katastralgemeinde umfasst 8,05 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich auf 86 Einwohner (Stand: 2001).

Postleitzahl

In der Gemeinde Rosenburg-Mold finden mehrere Postleitzahlen Verwendung. Zaingrub hat die Postleitzahl 3580.

Bevölkerung

Religion

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist Römisch-Katholisch. Der Ort gehörte bis 1783 zur Pfarre Gars, seither zur Pfarre Maria Dreieichen. Im Dorfzentrum befindet sich eine in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtete Ortskapelle.

Bevölkerungsentwicklung[1]

Bevölkerungsentwicklung von Zaingrub zwischen 1830 und 2011
1830 1846 1869 1951 1971 1991 2001 2011

125

145 125 124 108 101 86 75

Geschichte

Gemeindeamt Zaingrub, um 1920

Die Gegend um Zaingrub war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wie Streufunde belegen. Auch konnten Besiedlungsreste aus der jüngeren Eisenzeit (450 v. Chr.– Ende 1. Jahrhundert v. Chr.) sowie germanische Siedlungsbefunde - darunter auch ein Reduktionsofen zur Eisenherstellung - aus dem 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. nachgewiesen werden.[2] Der Ort scheint erstmals 1120 als Sanikov in einer Schenkungsurkunde an das Stift Göttweig auf. In anderen Quellen scheint er auch unter den Ortsnamen Suenkrub, Swentgrub und Sanntgrub auf. Um 1400 finden sich erste Hinweise auf einen befestigten adeligen Ansitz, um 1434 wird das "Haus zu Czaintgrub" im Lehenbuch Herzog Albrechts V. genannt. 1534 gelangte das Dorf an die Besitzer der Herrschaft HornIn der Neuzeit gehörte der Ort zur Herrschaft Horn und Rosenburg.[3][4]

1924 wurden das zu Zaingrub gehörende Gebiet im Taffatal, in dem zahlreiche Sommerfrische-Villen entstanden, nach Rosenburg eingemeindet.[5] 1938 wurde Zaingrub mit dem benachbarten Mörtersdorf nach Mold eingemeindet.[6] Zum 1. Januar 1967 vereinigten sich Zaingrub mit Mold und Mörtersdorf zur Gemeinde Mold. Die Gemeinde Rosenburg-Mold entstand 1971 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Rosenburg mit Stallegg und Mold.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Zaingrub liegt an der Gemeindestraße von Gars am Kamp nach Mold. Der Ort ist nicht an den ÖPNV angeschlossen. Die Haltestelle Rosenburg Fa. Patta des Linienbusunternehmens PostBus an der Linie 1310 (Horn - St. Leonhard am Hornerwald) ist 2 km vom Ortszentrum entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof der ÖBB ist Bahnhof Rosenburg an der Kamptalbahn.
Seit 1995 fährt der Garser Bus, eine Initiative des Wirtschaftsvereins "Gars Innovativ", jeweils freitags Zaingrub, alle Ortsteile von Gars am Kamp und weitere Orte der Umgebung an, um Personen, die keinen PKW besitzen und keinen Anschluss an den ÖPNV haben, Einkäufe und Erledigungen in Gars am Kamp zu ermöglichen.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ansitz Zaingrub
Bauliche Reste des befestigten Ansitzes Zaingrub haben sich im Haus Nr. 28 erhalten. [9] [10]
Theaterstadl
Im Theaterstadl Zaingrub (Haus Nr. 17) finden regelmäßig Veranstaltungen des Theater- und Tanzfestivals Szene Bunte Wähne statt. [11]

Literatur

  • Falko Daim: Die Grabung in Zaingrub Sommer 1984. In: Das Waldviertel, Zeitschrift für Heimat- und Regionalkunde des Waldviertels und der Wachau, 33. Jg. (1984), S. 239.
  • Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaik. Ein anderes Heimatbuch. Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn, Weitra 2005, S. 217.
  • Rosenburg, Mold, Maria Dreieichen. Eine Waldviertler Gemeinde auf dem Weg ins Jahr 2000. Rosenburg-Mold 1985.
  • Zaingrub. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thaytal. 2. Aufl. Wien 2009, S. 447. ISBN 978-3-7079-1273-9

Einzelnachweise

  1. Historisches Ortslexikon Niederösterreich (PDF; 1,2 MB), Teil 2, S. 53.
  2. Falko Daim: Die Grabung in Zaingrub Sommer 1984. In: Das Waldviertel, Zeitschrift für Heimat- und Regionalkunde des Waldviertels und der Wachau, 33. Jg. (1984), S. 239.
  3. Zaingrub. In: Falko Daim, Karin Kühtreiber, Thomas Kühtreiber (Hg.): Burgen Waldviertel Wachau Mährisches Thaytal. 2. Aufl. Wien 2009, S. 447.
  4. Franz Xaver Schweickhardt von Sickingen: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens. Viertel Ober-Manhardsberg. Bd. 1, Wien 1839, 209-213. (Online-Version )
  5. Ignaz Steininger: Geschichtliche Skizzen über Rosenburg, Manuskript. Rosenburg 1953-1978.
  6. http://www.verwaltungsgeschichte.de/aus_horn.html
  7. Thomas Hofmann, Erich Rabl, Wolfgang Stangl: Horner Mosaik. Ein anderes Heimatbuch. Bilder und Texte aus dem Bezirk Horn, Weitra 2005, S. 217.
  8. Artikel zum Garser Bus im Magazin "Raum und Ordnung" der NÖ Landesregierung (PDF; 14 kB)
  9. burgen-austria.com
  10. NÖ Burgen online
  11. Website des Festivals