sylvia k. kummer • isabelle stalzer • fritz pumm#
(Verlauf)#
11. September 2026, Gleisdorf#
von Martin KruscheMeine Erfahrung besagt, daß es immer zu Konsequenzen führt, wenn geistreiche Menschen eine Weile miteinander Zeit verbringen. Das hat zum Beispiel in einer Ausstellung seine speziellen Momente. Und zwar in diesem gesamten Prozeß.
Es müssen Gespräche geführt und Vereinbarungen getroffen werden, um für diese Situation Werke auszuwählen. Die Veranstaltung bedarf vielfältiger Ankündigungen. All das handelt von einer fast endlosen Kette von Kommunikationsakten. Wenn das nun nicht einfach Kulturmanagement und Verwaltung ist, bringt es fast schon als Spin off solche Augenblicke hervor, in denen Assoziationen geschehen, Ideen in Gang kommen.
Das sind keine „Weiheakte“. Das ist nichts von dieser „Kreativität“, die bei der Verwertung kultureller Optionen gerne beschworen und plakatiert wird. Es ereignen sich auf derlei Art ganz banal geradezu zwingende Vorgänge in jenen Menschen, die der Kunst obsessiv zugewandt sind.
Das heißt, diese Vorgänge sind wie das Atmen. Sie gehören als etwas Lebendiges zu uns und hört nie auf. Man atmet. Man nimmt wahr. Man reagiert auf Wahrnehmungserfahrungen, die über alle Sinne in einen einsickern.
Dieses Selbstverständliche ist nichts, was man groß herausstellen müßte, denn erst wenn daraus Werke hervorgehen, die etwas taugen, wird von all dem etwas spruchreif. Das vollzieht sich weiter und weiter. Bei einer Vernissage erwarte ich vor allem, daß inspirierte Menschen abschnittweise ihre Köpfe zusammenstecken, daß ich mich mit erfahrenen Menschen über Fragen der Kunst unterhalten kann.
Wenn das klappt, muß ich mir nicht den Kopf zerbrechen, ob daraus weiter etwas entsteht und was das sein könnte. Diese nächsten Dinge klingen an, kommen, geben Anlaß, sich konkret damit zu befassen, wenn einem etwas davon interessant erscheint. So geht das in einem geistigen Leben von Relevanz. Es ist ganz unspektakulär. Es ist wie atmen.
- kummer • stalzer • pumm: Malerei und Objekte (Ausstellung)



