Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast

Notiz 029: Die Praxis des Kontrastes#

von Martin Krusche

Lassen Sie mich ein wenig orakeln: Zukunftsfähigkeit kommt aus Vorkenntnissen. Es gibt gewöhnlich keine Geniestreiche, die aus dem Nichts fallen. Daraus folgt auch: was immer uns gelingt, beruht auf den Vorleistungen anderer Menschen. Man wird aber in der Regel eigenes Talent einbringen müssen, damit sich was rührt.

Gottfried Lagler im Garten seines Restaurants. (Foto: Martin Krusche)
Gottfried Lagler im Garten seines Restaurants. (Foto: Martin Krusche)

Ich darf von uns beiden behaupten, daß wir mit größter Neugier auf die Zukunft zugehen, auch daß wir uns darüber gerne mit anderen Menschen verständigen. Bei den Sammlern und Schraubern, zu denen Gottfried Lagler zählt, gilt ohnehin: Niemand ist alleine schlau!

Das weiß jeder gute Handwerker. Das läßt sich freilich auch auf viele andere Lebensbereiche umlegen, womöglich auf so gut wie alle. Da ist diese eine Seite an Lagler: ein Koch und Gastwirt, der an die Zutaten und Produkte in seinem Haus sehr hohe Ansprüche stellt. Das korrespondiert durchaus mit der anderen Seite des Mannes, wo es um die „Oldtimerei“ geht, also um alte Technik und altes Wissen. Sachkenntnis, Handfertigkeit, daß man sein Werkzeug beherrscht…

Es macht nichts, wenn das vielen Menschen auf Anhieb nicht gar so naheliegend und gut vereinbar erscheint. Diese Angelegenheit verlangt eben nach einem genaueren Hinsehen. Dabei spielt das Zeitfenster „20. Jahrhundert“ eine bedeutende Rolle.

Lagler wird mir sicher zustimmen, wir sind zwei grundverschiedene Charaktere. Daß wir völlig unterschiedlichen Lebenskonzepte verfolgen, ist offensichtlich. Sie ahnen schon, genau in diesen Kontrasten gewinnt etwas Komplementäres Raum.

Wie wenn Sie die Farben Gelb und Blau mischen, entsteht plötzlich Grün. Das beschreibt ungefähr, was sich an Schnittpunkten zeigt, wo wir gelegentlich zusammengreifen. Es kommt etwas zum Vorschein, das mich immer wieder erstaunt.

Klassiker-Treffen: Gottfried Lagler befragt Schrauber Karl Haar zum Triebwerk eines imposanten Cadillac Doppel-Phaeton. (Foto: Martin Krusche)
Klassiker-Treffen: Gottfried Lagler befragt Schrauber Karl Haar zum Triebwerk eines imposanten Cadillac Doppel-Phaeton. (Foto: Martin Krusche)

Ich mag diese Praxis des Kontrastes sehr. Es ist kein Geheimnis, was dabei Bedeutung erlangt. Eben weil wir so unterschiedliche gestrickt sind, was eine grundlegende Achtsamkeit empfiehlt, können wir in Momenten des Dialogs manche überraschende Seiten eines Themas sichtbar machen, das uns gleichermaßen beschäftigt.

Man muß es nicht wissen, aber ich mag auch diesen Aspekt: genau diese Zusammenhänge handelt von den Momenten, in denen Philosophie beginnt. Nämlich mit dem Staunen und dem Fragen. Staunen und Fragen sind ganz grundsätzliche Möglichkeiten in menschlicher Gemeinschaft.

Dabei können wir einander zuhören und einander mit den unterschiedlichen Erfahrungen nützlich sein. Um solche Zusammenhänge geht es in unserem Treffen Anfang November. Kommen Sie dazu!

Alte Sachen: Von der Liebe zum Erhalten
Martin Krusche und Gottfried Lagler zum Thema „Oldtimerei“
(Fachgespräch mit Publikumsbeteiligung, Mythos Puch VI)
Montag, 4. November 2019
15:00 - 17:00 Uhr, Schloß Freiberg, Ludersdorf
Eine Veranstaltung im Rahmen von "Fokus Freiberg: Nächste Spuren"