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Notiz 032: Überlagerungen#

von Martin Krusche

Ich hab dem Fotografen Richard Mayr etliche Jahre immer wieder über die Schulter geschaut. Manchmal haben wir im regionalen Kulturgeschehen gemeinsam einen Akzent gesetzt. Wir waren dabei immer auf die Themen und die Werke konzentriert, denn Mayr hat keinerlei Interesse an den Inszenierungen und Rangspielen des heimischen Kulturbetriebs.

Das Booklet, frisch aus der Druckerei. (Foto: Martin Krusche)
Das Booklet, frisch aus der Druckerei. (Foto: Martin Krusche)

Der Mann ist ganz unaufgeregt und konzentriert Handwerker sowie offenkundig vernarrt in die Aufgaben, die er sich sucht. Sieht man seine Fotografien durch, wird das ganz plausibel, denn es sind diese Orte, diese Menschen, diese Momente, die einen intensiv beschäftigen können, um zu solchen Ergebnissen zu kommen.

Das vollzieht sich nicht nur in den entsprechenden Situationen, sondern findet hinterher seine Fortsetzung, wenn Werkzeuge der Bildbearbeitung nächste Entscheidungen verlangen; nämlich, sie so oder so anzuwenden, wahlweise ihre Anwendung zu unterlassen.

Damit wird hinter einem fertigen Bild eine enorme Komplexität erahnbar, bei der unzählige Parameter einer Wahl bedürfen. (Ich möchte diesen Job nicht haben!) Gut, genug von dieser Plauderei über das Arbeiten in einem Metier, zu dem ich nicht gehöre, obwohl ich stets einen Fotoapparat bei mir habe.

Sie ahnen sicher, alle Welt schießt Bilder. Dauernd. Das macht noch niemanden zum Fotografen. Egal! Ich hab einen kleinen Essay geschrieben, mit dem deutlich werden soll, wie in Europas Kultur seit der Antike über Kunst und Handwerk nachgedacht wurde. Kunst entsteht ja nicht, indem man sich als Künstler verkleidet, wie das in allerhand Betriebsamkeit vorkommt. Sie entsteht in der konsequenten Konzentration auf Optionen der Kunst.

Für diesen Essay hat Mayr eine kleine Auswahl seiner Bilder zusammengestellt, welche drei Genres repräsentieren. Die zweckgebundene Werbefotografie, die Reportagen des Unberechenbaren und das offen Künstlerische. Das Bändchen kam eben aus der Druckerei. Wir präsentieren die Publikation am Sonntag, dem 3. November 2019, abends in Schloß Freiberg, wo Ewald Ulrich zum Schwerpunkt „Nächste Spuren“ geladen hat. Das Bändchen wird dort kostenlos erhältlich ein.