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Malerei und Musik: Monika Lafer (links) und Thais-Bernarda Bauer
Malerei und Musik: Monika Lafer (links) und Thais-Bernarda Bauer

Ein Sommerabend V: Vielfalt der Anregungen#

(In Sachen Bachmann, die Dokumentation)#

Von Martin Krusche#

Wir hatten eben erst, letzten Mai bei „artgerecht“, erleben dürfen, daß die Hütte voller Leute und voller guter Laune war. Es ist nun wieder so gekommen. Die Vernissage, ursprünglich das abschließende Firnissen von Gemälden in einer geselligen Situation, war von jeher als eben das gedacht: eine Zusammenkunft, die Vergnügen bereitet. Das meint beide Seiten, die Kunstschaffenden und das Publikum, in gleicher Weise.

Als ich jüngst im Gleisdorf Rathaus zu hören bekommen hatte, der Kunstbetrieb leide etwa unter dem Verhalten von „Eliten“, bei denen die Sektgläser geschwungen würden etc., dachte ich mir: „Na, schau! Jüngst wieder einmal in Paris gewesen?“

Freilich gibt es Kunstveranstaltungen, bei denen sich Kreise ganz nach ihrem Geschmack umtreiben, wobei Rangspiele und eigentümliche Codes die Situation prägen. Das muß einem freistehen. Bei uns in Gleisdorf hab ich allerdings noch nicht erlebt, daß Menschen mit fremdartigen Manieren das Set dominieren und dabei mit ihren Juwelen klimpern.

Ich erinnere mich freilich – im Kontrast dazu - an einen Moment im aktuellen Galeriedienst, als etwa eine Frau hereinkam und sagte: „Gestern hab ich mir die eine Hälfte der Ausstellung angesehen, heute möchte ich mir die andere anschauen.“ Das halte ich für den Ausdruck eines sehr ernsthaften Interesses an Kunst.

Vielfalt der Kommunikationsakte#

Außerdem hab ich diesmal wieder erlebt: Was sich bei der Vernissage an Gesprächen ergab, war ein Feuerwerk der Anregungen. Dazu gehören Momente, in denen sich Künstlerinnen und Künstler zu konkreten Themen verständigen, woraus gelegentlich weitere Vorhaben entstehen.
Die Bossa Nova-Debatte: Johannes Rubey (links) und David Karner
Die Bossa Nova-Debatte: Johannes Rubey (links) und David Karner
Mixed Media, von links: Heimo Müller, Andrea Wolfmayr und Ewald Ulrich
Mixed Media, von links: Heimo Müller, Andrea Wolfmayr und Ewald Ulrich

Ich habe es mit dem Albumblatt „Ein Sommerabend II: Brandl & Mayr“ schon betont. Eine Ausstellung zu kuratieren und zu gestalten ist seinerseits ein künstlerischer Prozeß, bei dem ein „Statement“ formuliert wird, das rezipiert werden kann. Damit richten wir uns an ein Publikum. Aber es ist auch Selbstvergewisserung der Kunstscaffenden.

Jeder Kommunikationsakt beginnt mit einem Appell, durch den eine Mitteilung im Raum steht. Folgt darauf Anschlußkommunikation? Oder ein Schweigen? Die Objekte der bildenden Kunst, die Texte, das Musikstück, das Video, die darauf folgenden Gespräche, all das gehört zusammen. Wenn ich merke, daß sich darin eine Wechselwirkung entfaltet, weiß ich, daß die ganze Arbeit des Teams sich gelohnt hat.



Die Praxis des Kontrastes: Jürgen Kapeller (links) und Luis Siegl
Die Praxis des Kontrastes: Jürgen Kapeller (links) und Luis Siegl
Mit einem Hauch von „Arge Kulturpakt“, von links: Karl Bauer, Christa Ulrich und Sonja Herbitschek
Mit einem Hauch von „Arge Kulturpakt“, von links: Karl Bauer, Christa Ulrich und Sonja Herbitschek

Ergänzend#