Tief gegründet#
(Work in Progress)#
von Martin KruscheMalerin Martina Brandl hat mit „Abstraktion“ in Gleisdorf heuer die Markierung für ein komplexes Werk gesetzt, welches sich prozeßhaft Richtung 2027 entfaltet. Das hat mit Malerin Gabriele Musebrink zu tun, basiert auf einer längerfristigen Zusammenarbeit dieser beiden Frauen.
Nun wurde in Verständigung mit Fotograf Richard Mayr der nächste Schritt fixiert. Das Themenspektrum „Wurzeln, Traditionen, Wahrnehmung“ verdichtet sich zum Projektkern. Brandl und Mayr gestalten ein internationales, interdisziplinäres Ausstellungsprojekt als Angelpunk für eine Reihe ergänzender Aktivitäten.
Für diesen Angelpunk werden prozeßhafte Malerei, Fotografie, traditionelle Kunstobjekte und zeitgenössische Musik in Wechselwirkung gebracht. Das ergibt verschiedene thematische Schnittstellen. Da docken wir im „Archipel“ mit weiterführenden Teilprojekten an. Damit folgen wir einem archipelischen Prinzip.
Der größere Zusammenhang#
Es mag reizvoll sein, wie Fitzcarraldo (im gleichnamigen Film von Werker Herzog) ein Opernhaus mitten in den Dschungel zu bauen. Wir aber bevorzugen etwas, das könnte man „Die Arbeit am ganzen Leben“ nennen. Darin spielt die Kunst eine spezielle Rolle von grundlegender Art. Aber das Engagement dafür pflegen wir in einem größeren Zusammenhang.Solche Art von Wissens- und Kulturarbeit läßt sich nicht aus dem Ärmel ziehen. Sie bedarf eines längerfristigen Vorgehens, in dem Menschen mit sehr unterschiedlichen Kompetenzen zusammenfinden können.
Ein Termin steht fest#
Diese Auffassung bedeutet, das zentrale Ereignis „Tief gegründet“ ist nun schon fixiert. Es wird vom 27. August bis zum 5. September 2027 in der vormaligen k.k. Poststation (Gleisdorf) realisiert.Dazu gehört übrigens auch der aus Ghana stammende Maler und Dancehall Singer Epixode (Theophilus Nii Arday Otoo). Auf einen ganz anderen Teil der Welt verweisen Arbeiten von Richard Mayr, dessen 2026er Fotos aus Papua Neuguinea einen Eindruck bieten, welche Ausdrucksformen bei Ethnien zu finden sind, die den Weg in die europäische Moderne und Industrialisierung nicht gegangen sind.
Das ergibt in unserer Arbeit übrigens auch Verbeugungen von dem karibischen Philosophen Edouard Glissant. Daß wir die Kulturformation „Archipel“ so benannt haben, hat inhaltlich einiges mit dem „archipelischen Denken“ dieses Mannes zu tun.
Seine beeindruckende Art eines Intellektuellen, der genau nicht eurozentristisch denkt, seine Auffassung des „Kreolischen“, ist für unser Nachdenken über das Europa in der aktuellen Zeitwende sehr anregend.
Wir haben also für 2027 einen Fixpunkt und werden das auf dem Weg zum nächsten August noch verfeinern und vertiefen. Dabei wollen wir heuer unterschiedliche Themenbereiche gemeinsam zum Klingen bringen, denn wie erwähnt, dies ist eine Zeitenwende; weit umfassender, als derzeit allgemein wahrgenommen wird.
Ergänzend#
- Martina Brandl: „Abstraktion“ (Vom Erleben zum Bild)
- Werner Herzog: Fitzgeraldo (1982)
- Epixode
- Die k.k. Poststation Gleisdorf

