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Corrida: Die Bruchlinie#

(Fenster #2, Dreieck etc.)#

von Martin Krusche

Ich beginne bei diesem Fenster mit der Beschreibung in der rechten Ecke. Da finden Sie ein besonderes Dreieck. Zwischen diesem Set und dem linken Fenster-Bereich verläuft eine konzeptionelle und technische Bruchlinie. Ganz rechts ein Schrecken der Puristen. Die rundliche Blockhütte, batterieelektrisch befeuert, dem Genre Sport Utility Vehicle zugeordnet. Der Ford Mustang Mach-E.

Formenspiele
Formenspiele

Paßt doch irgendwie in den Gesamtverlauf der Geschichte: Sportwagen, Supersportler, Sport Utility Vehicle, ein breites Panorama. Es scheint, als könnte man diesen Mach-E in ungefähr gar nichts mit dem vertrauten Teil der Mustang-Story assoziieren. Ich flüstere: „Genau! Denn Marketing ist eine ernste Angelegenheit.“ Im Alltag sehe ich dieses Modell heute laufend auf unseren Straßen. Scheint also auf dem Markt zu klappen.

Den Befund von motorprofis.at finde ich interessant: „Ford mischt sich gleich mit dem ersten Versuch unter die Elektroauto-Elite: Der Mach-E ist kein Mustang im ursprünglichen Sinn – aber ein souverän gemachter Konkurrent für Tesla, VW, Jaguar und Konsorten.“

Ford Mustang Mach-E
Ford Mustang Mach-E
Ford Mustang Mach-E 1400
Ford Mustang Mach-E 1400

Na, geht doch!#

In der Mitte steht - zum Kontrast - der äußerst muskulöse Ford Mustang Mach-E 1400, über den im Rallye-Magazin notiert wurde: „Mit sieben Motoren und 1.419 PS“. Dazu die Anmerkung: „Die Bezeichnung ‚Straßen-Rakete‘ scheint zart untertrieben“. Der Stern titelte: „Auf den Spuren von Evel Knievel“. Diesen Mustang werde ich wohl live nicht zu sehen bekommen. Ein Monster. Der 1400er rollt klarerweise jenseits aller Vernunft und soll vor allem zeigen, was aktuell technisch gelingt.

Der linke Dreieckspunkt ist ein Ford Mustang GT Concept im Dienst der Track Patrol. Bei netcarshow.com findet man diese für Fans tröstlichen Worte: „The Ford Mustang GT concepts are instantly recognizable as Mustangs, yet they stretch the design far into the future with a distinctly modern look. Like the Mustang 1 concept, the GT concepts are two-place sportscars: one a coupe and the other a convertible.“ (Das sagt sogar mir zu, dieses „instantly recognizable as Mustangs“.)

Klassisches#

Dahinter, in einem größeren Maßstab, mein Mustang-Favorit als Referenzfahrzeug. Der 1967er Fastback mit seiner fein geschwungenen Kofferraumlinie. Aus meiner Sicht formal quasi das Leitfossil der Stang-Story, der Mustang schlechthin. Da ist von der zweiten Generation die Rede. In der dritten und vierten legten die Ponies markant an Länge und Breite zu.
Bild 'corrida014d'

Ab 1973 zeigte der Mustang II eine merklich veränderte Formensprache. Der Fox Body des Mustang III (ab 1979) blieb mir dann ebenso fremd wie der Mustang IV ab 1994. Danach wurde ich wieder aufmerksam. Im Jahr 2004 kam der Mustang V auf den Markt. Den sehe ich als Zitat des klassischen Fastback-Designs. Retro? Mir gefällt Zitat besser.

In dem Sinn, wie der New Beetle (1997), der Mini (2001) und Fiat 500 (2007) als Neudeutung einer alten Formensprache auf die Straßen kamen. Inzwischen gibt es viele weiter Beispiel für solche Zitate.

Sie sehen schließlich links von diesem Ensemble, neben dem Dreieck plus rotem Fastback, zwei Ebenen. Die obere ist quasi ein Zwischenreich. Ebenerdig entfaltet sich das gegenwärtige Sortiment, dessen Design – wie erwähnt - ein Zitat der Klassiker ist.