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Flocke: September-Finale#

(Abbau der Ausstellung „Positionen“)#

von Martin Krusche

Ich mag diese Momente nach dem Ende der Show sehr, wenn abgebaut wird und sich eine eigentümliche Stille in den Räumen breit macht. Diese Stille bietet für Augenblicke ansehnliche Momente, weil gleich alles verschwunden sein wird, was zuvor derart viele Gedanken und Handgriffe verlangt hat.

Bild 'flocke111a'

Das handelt auch von einem nach innen Lauschen, denn das Leben in der Kunst bedeutet: Da ist ein endloser Fluß von Wahrnehmungserfahrungen, die einen emotional und intellektuell gestalten, verändern.

Nein, das ist kein Bericht von Abgehobenheit, wie gerne vermutet wird, denn wir alle haben unseren Alltag, der bewältigt werden muß. Wir haben Angelegenheiten zu ordnen und wir haben Rechnungen zu bezahlen. Wir haben für Kinder zu sorgen, wahlweise für Enkelkinder, oder wir sind in andere Verflechtungen eingebunden. All das erledigt sich von keiner Anhöhe aus.

Die Sache mit der Abgehobenheit ist ein fade Spießbürger-Phantasie. Das Leben in der Kunst bedeutet ein Ringen um Folgerichtigkeit und das Risiko von Brüchen, dabei nie dem zu vertrauen, was man schon zu wissen meint, immer wieder wissen zu wollen, was hinter dem nächsten Horizont liegen könnte, ohne jede Gewähr, daß sich die Anstrengung lohnen wird.

Bild 'flocke111b'

Seit uns Texte erhalten sind, taucht dieses Motiv gelegentlich auf, das uns also seit Jahrtausenden begleitet: Das Begehren des Entbehrten. Sich nach dem verzehren, was man noch nicht kennt, kann oder weiß.

Wie es andere damit halten, ist mir egal. Alle Menschen haben ihre Wahl zu treffen. Jene, die sich der Kunstwerke bloß bedienen, um sich damit zu bemänteln, zu kostümieren, hervorzutun, scheren mich nicht weiter, denn das ist klar: Ich gehöre nicht zu euch! Und ihr seid nicht gerüstete, in meinen Gärten und meinen Steppen und meinen Wüsten zu gedeihen. (Mehr habe ich jenen nicht zu sagen.)