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Notiz 043: Umbruch 2020/2021#

(Das Straffen der Vorhaben)#

von Martin Krusche

Eben wird Österreich dieses Jahr das zweite Mal in den Lockdown geschoben. Solcher Lauf der Dinge hat den Kulturbetrieb zwar zerrüttet, aber die Wissens- und Kulturarbeit stützt sich konstituierende Elemente, die etwa vom Reagieren auf aktuelle, konkrete Lebens- und Arbeitsbedingungen handeln. Man könnte mit einem Hauch Selbstironie sagen: so eine Krise gehört zum Geschäft.

Verschärfte Bedingungen in Zeiten der Pandemie. (Foto: Martin Krusche)
Verschärfte Bedingungen in Zeiten der Pandemie. (Foto: Martin Krusche)

Ich wundere mich freilich einmal mehr, wer alles bestehende Arbeitsübereinkommen still unter den Tisch fallen ließ; mutmaßlich um sich selbst ein Stück Rettung in so schwierigen Zeiten zu gönnen. Wo nach außen grade wieder heftig von einem „Wir“ geplärrt und „Solidarität“ beschworen wird, sehe ich hinter den Vorhängen vielfach ganz übliche Abläufe, die das in der Praxis nicht bestätigen.

Es ist wie es ist und ich darf betonen: eine Krise ist keine Katastrophe, sondern bloß jene Umbruchsituation, in der wir individuell entscheiden, ob wir Richtung Katastrophe oder Richtung Katharsis gehen.

Um eine Metapher zu strapazieren: ich reite die Lawine oder werde von ihr weggerissen. Im Augenblick läßt sich noch nicht sagen, was mir gelingen wird, Katharsis oder Katastrophe. Natürlich macht das Angst. Ich bin gegen Angst genauso empfindlich wie alle anderen Menschen. Sie setzt mir zu und kostet Kraft.

Ein gutes Mittel dagegen ist es, in diesen Zeiten tätig zu bleiben und sich mit anderen zu verständigen, die auch nicht geneigt sind, sich den Problemen zu ergeben und die Hände in den Schoß zu legen.

Wir müssen Strategien und Praxisformen entwickeln, die uns dem Mangel an Planungssicherheit gewachsen sein lassen. Das meint, Formen der Wissens- und Kulturarbeit entwerfen, wo nicht alles zum Stillstand kommt, wenn das Land in den Lockdown geht. Hybridformen. Modulare Versionen. Schwebende Verfahren.

Ich hab jetzt auf meinem Arbeitsfeld erst einmal alles runtergefahren, was aus den vergangenen Jahren in Arbeit war, hab die Themen wie Prozesse konzentriert, gebündelt. Es bleibt bei meinem Fokus auf Volkskultur, Popkultur und die Gegenwartskunst. Was ich derweil zurücklasse, ist archiviert.

Im Guide 2021 habe ich begonnen, schrittweise darzustellen, womit ich mich in das kommenden Jahr hinein befassen will; und mit wem ich das mache. So festgelegt am Montag, dem 2. November 2020, einen halben Tag vor Lockdown-Beginn