28/04/26: Intrada#
(Konferenz in Permanenz)#
von Martin KruscheWir hatten am 28. April 2026 im Gleisdorfer Rathaus ein Arbeitsgespräch, welches ich eine Weile zuvor mit Bürgermeister Christoph Stark hatte vereinbaren können. Das erwies sich als eine gute Markierung in der kulturpolitischen Neuorientierung, die ich für unausweichlich halte.
Ich bin vergnügt, daß sich ein grundlegende Erwartung einlösen ließ. Die Runde war äußerst kontrastreich besetzt und es schien mühelos, einander zuzuhören, wo die Anwesenden derzeit ihren Interessensschwerpunkt haben. (Zur Besetzung siehe Seitenende!) Naturgemäß und den eigenen Aufgaben entsprechend sehr unterschiedlich.
Genau das macht begreiflich, weshalb die Vorstellungen im Gemeinwesen, wo denn jetzt konkret anzusetzen sei, deutlich divergieren. Sollten wir freilich alle mit dieser Praxis des Kontrastes nicht arbeiten können, wäre das ein enormes Hemmnis für jede weitere Entwicklung.
Die Mischung#
Wo für ein Arbeitsgespräch Personen aus Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an einem Tisch zusammenkommen, mag so manches zueinander im Kontrast verbleiben. Etliches eventuell auch unvereinbar. Aber etwas liegt gleichermaßen in unser aller Interesse: Aufmerksamkeit.Spätestens seit Social Media unsere Gesellschaft tiefgreifend durchziehen, wissen wir, daß es eine Aufmerksamkeitsökonomie gibt, dabei einen zunehmend radikalen Wettstreit im Ringen um Aufmerksamkeit: die des Publikums, der Kundschaft, der Wählerinnen und Wähler etc.
Stichwort Social Media!#
Ich gehör zu den Early Adopters im Bereich der Netzkultur, habe aber nicht einmal annähernd kommen gesehen, was dieses Genre an unserer Gesellschaft bewirkt. Dazu kam inzwischen ein Umbruch von der Dampfmaschinenmoderne zur Digitalmoderne. Wir sind mit selbstlernenden Systemen konfrontiert, die uns zum Beispiel als Varianten von Künstlicher Intelligenz zwingen, unsere soziokulturellen Fundamente ebenso gründlich zu überprüfen wie unsere Auffassungen von Gemeinwesen und Demokratie.In diesem Zusammenhang muß offenkundig neu geklärt werden, wie sich der Staat und die Zivilgesellschaft zueinander aufstellen mögen, was Öffentlichkeit vom Privaten unterscheidet und wovon Gemeinwesenorientierung konkret handeln soll. Dabei kann ich in Fragen der Kulturpolitik nicht bei den Vorstellungen aus dem 20. Jahrhundert verbleiben.
Die Runde vom 28.4.26#
- Karl Bauer (Kulturreferent, Gleisdorf)
- Martina Brandl (Malerin, Archipel-Vorstand)
- Jürgen Kapeller (IT-Techniker)
- Martin Krusche (Autor, Archipel-Vorstand)
- Monika Lafer (Malerin, Archipel-Vorstand)
- Richard Mayr (Fotograf, Archipel-Vorstand)
- Theresa Pregartner (in Vertretung von Bgm. Franz Nöhrer, St. Ruprecht)
- Katharina Schellnegger (Vizebürgermeisterin, Gleisdorf)
- Robert Schmierdorfer (Bürgermeister, Albersdorf)
- Christoph Stark (Bürgermeister, Gleisdorf)
- Bernhard Weber (Geschäftsführer, Unicorn Start-up & Innovation Hub)
- Konferenz in Permanenz: 28/04/26 (Startseite)
- Konferenz in Permanenz (Laufende Diskurse)
