Zeit.Raum, Slot I, Vol. 62#
Verfahrensweisen#
(In die Tiefe gehen)#
von Monika LaferAls ständig tüftelnde Bildende Künstlerin überlege ich laufend, wie ich Zeichnungen und Gemälde mit meinen Mitteln weiterentwickeln kann. Für mich bedeutet dieses Vorankommen, dass ich in die Tiefe gehen will, wenn das Verstehen des Motivs bereits stattgefunden hat.
Das Verstehen meint kein botanisches Wissen, sondern es meint ein „Mir-vertraut-machen“ des Motivs mit meinen Werkzeugen (Aquarell, Zeichnung, Fotografie). Ursprünglich war mir die Plein-Air-Malerei hierfür das wichtigste Werkzeug, unterstützend verwendete ich gerne die Fotografie.
Mit der Zeit konnte ich bereits im Sucher der Kamera die passende Komposition sehen und musste nicht zwingend aquarellieren – die Arbeitsweise verändert sich eben entlang einer Entwicklung. Das Aquarell ist mir heute noch wichtig, um bestimmte Strukturen, Details oder Farbklänge besser zu verstehen, aber nicht mehr um ein Bild von Grund auf zu komponieren.
Die Fotovorlage dient als Anhaltspunkt – keinesfalls ist es das Ziel, sie nachzuahmen. Die Komposition der Gräser wird mittlerweile freihand übertragen – kein Projektor, Beamer oder Raster.
Ich erinnere mich an meine Abschlussprüfung der Meisterklasse, als ich zu meiner großformatigen Zeichnung befragt wurde. „Welche Übertragungsmethoden kennen Sie?“ – „Früher gab es die Camera Obscura, heute sind es Projektoren, Beamer, auch die Rastermethode wurde und wird gerne angewandt.“ – „Gut. Welche Methode haben Sie gewählt?“ _ „Freehand“ – „Warum?“ – „Man muss sich ja nicht genieren, wenn man es kann!“
In diesem Fall – „Gräser in Markt Hartmannsdorf“ – beginnt für mich der spannende Teil mit der Zeichnung selbst.
Die grobe Komposition ausgehend vom Fotomaterial definieren, danach immer wieder neue Möglichkeiten entdecken, Flächen nebeneinander und gegeneinander setzen,… um am Ende der Zeichnung einiges an Erkenntnis gewonnen zu haben in Bezug auf Aufbau von Farbklängen, Rhythmus und Stimmung.
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