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Monika Lafer, 2026, Freiberg, 38 x 55 cm, gerahmt in 60 x 80 cm, Buntstift auf Papier
Monika Lafer, 2026, Freiberg, 38 x 55 cm, gerahmt in 60 x 80 cm, Buntstift auf Papier

Zeit.Raum, Slot I, Vol. 64#

Aussieben#

(Licht-Schatten-Stimmung)#

von Monika Lafer

Wir sehen Gräser vor einem undefinierten Hintergrund, wie aus dem Zusammenhang genommen.

Als Zeichnerin dieser Gräser habe ich mir die Aufgabe gestellt, wieviel von der ursprünglichen Komposition wegzulassen sei, sodass trotzdem eine Licht-Schatten-Stimmung erkennbar bleibt.

Es ging um Reduktion aufs Wesentliche, was schon häufig in der Kunstgeschichte vorgekommen ist. Auch im Leben ist es immer wieder notwendig.

Die Krise – auch im Kulturbereich deutlich spürbar – kommt als Wort vom altgriechischen Verb „krinein“, was „trennen“ bzw. „(unter-)scheiden“ bedeutet. Es geht hier also ums Aussieben, Weglassen.

In meinem Fall überlege ich bei einer Neuorientierung, welche Werte und Bereiche wichtig sind und was wegkann. Mitunter darf viel mehr wegfallen, als es im ersten Moment scheint. Oder es dürfen Dinge bleiben, die man im ersten Impuls nicht behalten hätte.

Bei den Gräsern war es die Licht-Schatten-Stimmung, die bleiben sollte. Denn sonst wäre die Buntfarbigkeit nicht folgerichtig, die ich ebenso auf dem Blatt haben wollte.

Für mich geht es in der Arbeit einerseits um persönliche Kriterien und andererseits um Folgerichtigkeit, auf der Leinwand genauso wie im Berufsfeld.