Marienkirche: Ein Auftakt#
(Das alte Zentrum)#
von Martin KruscheIch finde eine ganze Reihe guter Gründe, diesem Teil Gleisdorfs etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen. An diesem gesamten Ensemble, der Kirche, dem Klosterkomplex und den anschließenden Liegenschaften, bildet sich ein erhebliches Stück jener Geschichte ab, in der ein Flecken zum Markt, schließlich der Markt zur Stadt wurde.
Ich neige zur Ansicht, daß solche Prozesse auch in den Lebensumständen der Gegenwart Wirkung zeigen. Sozial- und Kulturgeschichte prägen die Mentalität von Menschen und das Klima in einem Gemeinwesen.
Der kurze Rückblick#
All das findet unter anderem in den Bauwerken seinen Ausdruck, gleichermaßen in dem, was Bestand hat, wie in dem, was verschwunden ist, um neuen Aufgaben zu weichen. Ab 1743 wurde rund vier Jahre an der Filialkirche Mariä Reinigung gebaut. Dort hatte davor eine Wallfahrtskirche bestanden. Als in Gleisdorf der Piaristenorden eingesetzt wurde, fungierte die Marienkirche als Klosterkirche.Im Franziszeischen Kataster von 1820 bis 1841 findet man das Klosterareal an die Parzelle Nummer 9 angrenzend, daher mit der Nummer 10 versehen; der Kirchengrund trägt die Nummer 11. Das lese ich so: Wir haben es hier mit einem alten Zentrum zu tun, welches heute Stadtrand ist.
Es liegt übrigens genau dahinter jenes vormalige Lagerhaus, das zum Teil nun ein neuer Ort der Kultur werden soll. (Baubeginn voraussichtlich Ende 2026.) Daran grenzt zum Altarm der Raab hin ein Bahndamm. Allein diese knappe Skizze mag erahnen lassen, was hier an gelebtem Leben in die Mauern eingeschrieben ist.
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