Museum im Rathaus: Der Umbruch#
(Erste Entscheidungen sind gefallen)#
von Martin KruscheAm 28. Jänner 2026 schrieb Sigrid Hörzer, die Kustodin des MiR: „Liebe Kunstschaffende, vielen Dank für Ihr anhaltendes Interesse an einer Ausstellung im MiR-Museum in Gleisdorf. Sie stehen bereits seit längerer Zeit auf unserer Warteliste, wofür wir uns herzlich bedanken möchten. Im Zuge organisatorischer und budgetärer Anpassungen werden die bisherigen Räumlichkeiten des MiR-Museum im Rathaus in Gleisdorf künftig von der städtischen Bücherei genutzt. Damit verändern sich die Rahmenbedingungen für Ausstellungen am bisherigen Standort.“
Es war auf jeden Fall im November davor schon klar, daß es bei einigen Liegenschaften der Kommune zu grundlegenden Veränderungen in der Nutzung kommen werde. Der Kulturausschuß hat sich zu all dem öffentlich nicht geäußert, obwohl ihm zum Beispiel Vizebürgermeisterin Katharina Schellnegger angehört, von Beruf Kulturmanagerin. Ist das Thema so unwichtig? Ist der Kulturbereich womöglich bloß eine Cashcow wofür auch immer?
Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer wirkte für mich mehrfach eher gequält, wenn er die aktuelle Situation darlegen sollte. Muß ich annehmen, daß der Kulturbereich im Rathaus bestenfalls als „Orchideenfach“ gilt, gerade einmal gut genug, das Image der Stadt aufzupolieren? Ich habe in „Museum im Rathaus: Ein symbolischer Ort“ (Über eine Heimstatt der Demokratie) einige Überlegungen angeboten, worum es da eigentlich ginge, wenn man ernst nimmt, was diverse Mitteilungen besagen. Dazu erscheint mir passend, was Bürgermeister Christoph Stark seiner Facebook-Präsenz als Motto vorangestellt hat: „Politik muss transparent sein, Kommunalpolitik ganz besonders, weil sie den Menschen am nächsten ist!“
Sollte mir recht sein, wenn es genau so gemeint ist. Wäre zu klären, was das dann für die Praxis konkret bedeutet. Ohne Frage ist die Stadtbücherei eine wichtige Instanz des geistigen Lebens in einem Gemeinwesen. Und weiter? Nun interessiert mich für 2026: Wie stellen sich a) Politik und b) Verwaltung adäquate Wissens- und Kulturarbeit konkret vor? Ebenso wichtig: Was hat sich die zivilgesellschaftliche Basis inzwischen gedacht und vorgenommen, um die neue Ära mitzuverantworten? Damit meine ich jene Kunst- und Kulturschaffenden, die sich bisher im „Kulturpakt Gleisdorf“ um verschiedene Zuwendungen bemüht haben. Was ist da nun an Ideen und Konzepten diskutierbar?
- Zur Sache: Ein symbolischer Ort (Über eine Heimstatt der Demokratie)
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