Apokalypse unserer Generation#
von Mona LuminataLetztes Mal vor ein paar Jahren
war der Einkauf kost fast nichts,
heute greif ich in den Kühlschrank,
alarmiert von jeder Frist.
Butter, Eier und der Käse
steigen preislich wie aus Mist,
soll ich Eiern Namen geben?
Hansi, Gerti oder Hirsch?
Letzten Sonntag hört ich wieder
Klagen über meinem Tisch,
ich versprach, sie nicht zu essen,
oder doch noch lieber nicht?
Singe ihnen Hoffnungslieder
über Fleisch und toten Fisch.
Welcher Hunger passt zu welchem?
Das entscheidet Preis am Schild.
Milch und Brot sind Grundversorger?
Aber nein, es kostet mich.
So entschloss ich mich zu hungern,
bis die Stadt den Frost erhitzt.
Und ich kenne diese Lüge,
weil so etwas nie geschieht:
Viel versprechen, wenig senken,
Bis der Magen dummer wird.
Strom und Miete, purer Wahnsinn,
Dank der „guten“ Politik.
Salz und Pfeffer sind bald strenger
als wie Putin sein Benzin.
Es tut weh, viel mehr als früher,
wenn der Schrei die Rücksicht bricht,
wenigstens darf man noch träumen,
wie die Welt es schön verspricht.
Träumen, träumen, solang träumen,
bis es spuckt: „Ich hab’s verdient.“
Und die Wut in Suppe kochen,
eines Tages wird sie still.
Schokolade in der Krise,
ist sie Mahlzeit-Medizin?
Hilft sie gegen Angst und Sorgen,
gegen schwarzen, müden Sinn?
Irgendwann wird sie verschmelzen
in Gedanken an den Krieg.
So wie früher viele Tote
unser Heute kaum noch sieht.
Ich begreife immer besser
Unzufriedenheit im Stich,
wenn die Wahrheit steigt als Messer
und System noch frecher wird.
Wie soll ich zufrieden sein,
wenn die Küche so leer riecht?
Soll ich lachen oder weinen,
wenn der Himmel jetzt zerbricht?
Soll ich beten an den Mauern,
wenn System die Menschheit frisst?
Soll ich bleiben bei dem Glauben,
dass es auch noch Wunder gibt?
Oder soll ich lieber plaudern:
„Lieber Gott, jetzt rette mich“?
Fragen, klagen, immer fragen,
bis ein Mensch kommt, mit Gehirn.
Bis ich es verstanden habe,
den Zusammenhang des Films.
Und jetzt habe ich den Faden
für ein schönes, Zukunftslied.
Hass und Liebe des Vertrauens,
ihr zwei seid das beste Team.
Ohne euch würde die Wirtschaft
unsere Dummheit nicht verspieln.
Ohne euch wüsste sie kaum
wie man langsam ausstirbt.
Dazu noch das Gut und Böse,
ihr seid die schlimmste Angst,
wenn Folkloren aller Zeiten
Existenzen überwachen
und die Stücke alter Seelen,
in Geschichten überfragt.
Auf den Gräbern unsrer Namen
steht gedruckt: „Wacht endlich auf.“
Satt und arm die größte Bühne
Ihr seid der reinste Schreck,
weil das Wasser nie genüge,
für Gier und all den Dreck.
Holen, wollen, zu viel holen,
aus den Münzen dieser Welt,
übergebt den Rationen was ihr habt
und was euch fehlt.
Eines Tages wenn der Menschheit,
Zähne an den Steinen bricht,
schreiben wir Liebesbriefe,
an das Brot, das uns nichts gibt.
Demonstrieren Hungerslieder,
für die Zukunft die nicht hilft,
knien auf den Knochenschildern,
die vor uns schon lange sind.
Nach den Tagen, wenn die Sonne
durch den Nebel wieder bricht,
kommen dann erst neue Sieger,
systematisch durch den Krieg.
Alte Kinder werden brechen
die Zerstörung dieser Mist,
neue Richter werden leben,
die Versöhnung unsre Pflicht.