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Sieben Mal#

von Mona Luminata

Ich war da.
Verstehst du?
Ich war da.
Ich stand neben ihr.
Nicht als Mutter mit Recht.
Nur als Begleiterin, wie eine Fremde im eigenen Leben meines Kindes.
Ich bin ihre Mutter.
Ich habe sie unter meinem Herzen getragen.
Meine Hände haben sie gehalten, als sie laufen lernte.
Ich kenne ihr erstes Lächeln.
Ihr erstes Fieber in der Nacht.
Ich kenne jedes Muttermal, jede Angst.
Und trotzdem hatte ich kein Recht.
Ich stand daneben.
Meine Fingernägel gruben sich in die Haut,
mein Herz schlug gegen meine Rippen.
Und ich durfte nicht sagen: „Stopp.“
Ich durfte nicht sagen: „Genug.“
Ich wollte sie nehmen, wegtragen
Aber ich durfte nicht.
Weil ich ihre Mutter bin ohne Recht.
Sie sah mich an, mit diesen Augen.
Diese Frage drin: „Mama?“
Vielleicht rief sie mit den Augen:
„Mama, mach was.“
Und ich musste stark spielen.
Musste lächeln.
Musste ruhig bleiben.
Während innen alles schrie.
Sie hatte Schmerzen.
Nicht nur im Mund.
Sie hatte Angst.
Und ich stand da, wie eine Statistin in einem Film, in dem mein Kind die Hauptrolle leidet.
Ich habe es gespürt, dieses dumpfe Reißen,
wenn etwas aus einem kleinen Körper
gezwungen wird.
Sie zogen ihr sieben Zähne.
Sieben kleine Berge aus ihrem Lächeln.
Sieben kleine weiße Stücke Kindheit.
Sieben Mal dieses Geräusch, das eigentlich dazugehören sollte.
Sieben Mal das Brennen,
wenn Schmerz sich in Erinnerung frisst.
Sieben Zähne.
Aber was wirklich gerissen wurde, war Vertrauen.
Was wirklich geblutet hat, war Sicherheit.
Nach der OP:
Blut, Schwellung, Benommenheit.
Und dann kam der Moment,
der mehr weh tat als jede Zange.
Sie musste sich von mir verabschieden.
Sie musste gehen.
Weg von mir.
Mit frischer Wunde im Mund
und frischer Wunde im Herzen.
Und ich?
Ich musste loslassen.
Wieder einmal.
Und als sie ging,
mit diesem schwachen Blick zurück,
ist etwas in mir auch herausgerissen worden.
Sieben Mal Herzschmerz.
Ohne Betäubung.
Es ist ein besonderer Schmerz,
wenn dein Kind dich braucht
und ein System sagt:
„Du darfst nicht.“