Zwölftausendsiebenhundertdreizehn#
von Mona LuminataSie klingt harmlos.
Bis du begreifst, dass sie mein Leben ist.
Keiner dieser Tage hat mich gefragt,
ob ich bereit war.
Sie kamen.
Einer nach dem anderen.
Sie alle liegen irgendwo
zwischen Tag eins
und Tag 12.713.
Jeder Kalender behauptet, es seien bloß Jahre vergangen.
Mein Herz zählt anders.
Zwölftausendsiebenhundertdreizehn Tage.
Jeder einzelne hat seinen Namen in meine Haut geschrieben.
Manche mit Sonnenlicht.
Die meisten mit Narben.
Manche nahmen mir einen Menschen.
Andere nahmen etwas, das niemals einen Namen hatte und trotzdem nie wieder zurückkam.
Zwölftausendsiebenhundertzwölf Nächte.
Ich habe mit der Dunkelheit gesprochen,
weil sie die Einzige war, die niemals fragte:
„Warum?“
Über dreihundertfünftausend Stunden.
Stunden, in denen ich nach einem Sinn suchte.
Stunden, in denen Überleben wichtiger war als Leben.
Mehr als eine Milliarde Sekunden.
Eine Milliarde Herzschläge.
Und doch gab es Sekunden, die schwerer waren als ganze Jahre.
Sekunden, in denen ein einziger Satz,
ein ganzes Leben für immer veränderte.
Etwa vierhundertdreißig Vollmonde
zogen über meinen Himmel.
Sie standen über mir, während ich Menschen vermisste.
Sie sahen, wie Hoffnung zu etwas wurde,
das ich nur noch aus Erinnerungen kannte.
Und weißt du, was Zeit mit einem Menschen macht?
Sie nimmt dir nicht alles.
Nein. Das wäre zu einfach.
Sie lässt dir gerade genug, damit du dich erinnerst, wie sich Glück einmal angefühlt hat.
Das ist der wahre Schmerz.
Also fragt mich nicht, wie alt ich bin.
Fragt mich,
wie viele Versionen von mir unterwegs sterben mussten, damit ich heute hier stehen kann.