Mythos Puch: Das Pony#
(Eine Ikone)#
von Martin KruscheWas ich in meinen Bubentagen, also während der 1960er Jahre, als „Sportcoupé“ bestaunt habe, war für Menschen meiner Herkunft unerreichbar. In Magazinen sah ich freilich, was Mittelschicht-Youngsters in den USA fahren konnten, wenn die Kasse stimmte.
Der Stang und die Cokebottle-Corvette (C3) waren jene zwei US-Sportler, die wir in den 1960ern mühelos erkannten. Der Ford Mustang entwickelte sich in den Staaten zur Ikone und war für eine ganze Fahrzeug-Kategorie stilprägend: Pony Cars. Er ist auch auf unseren Straßen nie längere Zeit verschwunden.
Variable Potenz#
Wer das nötige Geld hatte, konnte ihn nach Geschmack aufrüsten. Der Stang tauchte dann entsprechend konsequent auch im Motorsport auf. Ob Rundstrecken oder kerzengerader Drag Strip, auch vielfältig in der Muscle Car-Szene und bei den Custom Cars.Im Kino zeigten sich Mustangs unterschiedlich prominent. In den Händen von Steve McQueen durfte das rasante Pony, ein 1968er Fastback, sogar einen 1968er Dodge Charger R/T herbrennen, was im realen Leben wohl nicht geklappt hätte: „Bullitt“ (1968).
Weit glamouröser ein 1967er Ford Mustang Fastback Shelby GT500, den Memphis Raines (Nicolas Cage) „Eleanor“ nannte. Im Film „Gone in 60 Seconds“ (2000) werden mit diesem Wagen freilich Fahrmanöver gezeigt, die den physikalischen Gesetzen spotten. Die Buschtrommeln berichten, dafür seien zu den Dreharbeiten real mindestens zehn Autos gebaut und niedergeritten worden.
Ganz anders und unvergeßlich Jean-Louis Trintignant als Rennfahrer Jean-Louis Duroc an der Seite von Anouk Aimée in einem 1965er Stang. So von Claude Lelouch in „Ein Mann und eine Frau“ (1966) gezeigt.
Bruchstelle#
Aktuell hat sich die Aufregung darüber noch nicht gelegt, daß man auf unseren Straßen einen Elektro-SUV sehen kann, der als Ford Mustang vermarktet wird. Ähnlich das Erregungspotential beim neuen Ford Capri, der seinem Vorfahr so überhaupt nicht ähnelt. Naja, Marketing-Strategien.Unabhängig davon die sportliche Linie. Heute sind die Stangs größer, rundlicher, aber immer noch unverwechselbar. Wer die Augen offen hält, kann sogar mitten in Gleisdorf über eine Shelby Supersanke stolpern. Die könnte jetzt auch - anders als Bullitts 1968er Fastback - gegen einen Charger was reißen, falls sie in versierten Händen ist. Oder, wie sich in meiner kleinen 2026er Ausstellung zeigen läßt: Petra Schwarz im Roush Mustang. Die Frau ist dabei keinesfalls untermotorisiert.
- Siehe dazu auch: Und dann Ford (Einige individuelle Zusammenhänge)
- Mythos Puch #11 (Endorphin-Maschine)


