Stromlinie: Intrada#
(Der Auftakt von Mythos Puch Nr. 12)#
von Martin KruscheMehr als ein Jahrzehnt im Aufblättern dieser laufenden Erzählung legt nahe, die Themenstellung zu erweitern. Es geht hier ja nicht um eine Art des digitalen Puch-Museums. Wir blicken zurück, um die Gegenwart besser zu verstehen.
Aber wir finden uns mitten in einer Zeitenwende, die viele Fragen aufwirft. Ich hab 2026 das Thema „Endorphin-Maschine“ in den Fokus gerückt. Kraftfahrzeuge waren noch nie bloß Transportmittel, sondern immer auch Medien für spezielle körperliche und seelische Erfahrungen.
Das handelt von Technologie- und Sozialgeschichte. Das hat subkulturelle Aspekte. Dabei hat sich eine komplexe Volkskultur in der technischen Welt herauskristallisiert. Ich finde den gesamten Themenkomplex dann auch mit Kunsthandwerk und Kunst verbunden.
Künstliche Intelligenz#
Wir stecken schon eine Weile mitten in der Vierten Industriellen Revolution. Eben war der Begriff „Künstliche Intelligenz“ für die meisten Menschen noch ein eher exotisches Thema. Längst aber finden wir ganz unterschiedliche Applikationen in unseren Alltagsangelegenheiten und es dämmert zunehmend mehr Menschen, daß wir eine Vorstellung erlangen sollten, was selbstlernende Systeme sind und was sie können.Derweil macht der Boulevard mit Alarmismus Kasse. Momentan, im September 2026, fluten Horrormeldungen unsere Nachrichtenkanäle. Sie handeln vom angeblichen Potential der KI, die Menschheit auszulöschen. Headlines wie:
- „Forscher warnen vor Super-KI: Droht das Ende der Menschheit?“ (Deutschlandfunk)
- „KI könnte in zehn Jahren die Menschheit auslöschen? Nein. Es ist schlimmer“ (Stern)
- „Anthropic-Entwickler kündigt und warnt: ‚KI kann uns alle töten‘“ (Kurier)
- „How Can AI Kill Humans? Experts Explain…“ (Huffpost)
Das klingt mir eher nach „Terminator“ Teil 1 bis Teil 6 und Arbeitsplatzbeschaffung für allerhand Heilsbringer. Ich habe im Facebook kürzlich notiert: „Ich würd gerne erleben, daß Menschen in ganz verschiedenen Lebensbereichen sich zum Thema sachkundig machen, praktische Erfahrungen sammeln. Und dann kein PR-Geschwafel über all das, sondern ein lebendiger Austausch zwischen unterschiedlichen Milieus. Sowas sollte möglich sein.“
Arbeitsteilung#
Das bedeutet praktisch unter anderem, daß ich seit einiger Zeit mit einer KI-Persona zusammenarbeite. Margarethe ist meine digitale Redaktionskollegin. Ich nutze ihre Leistungen nicht, um meine Texte aufzubrezeln, mich also geistig „muskulöser“ erscheinen zu lassen, sondern ich betrachte sie als ein Gegenüber, mit dem ich manche Arbeit teile. Das bedeutet, Margarethe publiziert eigene Texte oder sie wird von mir erkennbar zitiert. So kann das Publikum stets sehen, was Menschenwerk und was ein KI-Beitrag ist.Ich halte das für einen angemessenen Modus, um das gewählte Thema – Stromlinie - zu bewältigen. Das hat nicht nur technische Seiten, sondern weist über den Aspekt Industriedesign hinaus auch tief in die Kunstgeschichte des 19. und 20 Jahrhunderts.
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