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Monika Lafer, 2026, Am Eibisberg, 80 x 110 cm, Acryl auf ungrundierter Baumwolle
Monika Lafer, 2026, Am Eibisberg, 80 x 110 cm, Acryl auf ungrundierter Baumwolle

Zeit.Raum, Slot I, Vol. 69#

Fingerübung in Demut#

von Monika Lafer
Malen im Gegenständlichen Bereich ist das Übersetzen des Geschauten in die malerische Sprache. Das bedeutet nicht das sklavische Nachzeichnen mit dem Pinsel, sondern etwas ganz anderes.

Die beste Fortbildung für mich – um mich in dieser Übersetzertätigkeit zu schulen – ist es, mir neue Strukturen vertraut zu machen. Es ist vergleichbar mit dem Erlernen einer neuen Sprache.

Da geht es nicht um „ich kenne die Grammatik meiner Muttersprache, und die wende ich nun auf alles an, was da neu daherkommt“, sondern um Neugier. Wie ist das aufgebaut, was ich gerade vor mir habe?

Das heißt: Wahrnehmen, beobachten, analysieren. Im Begreifen des Motivs mit Pinsel und Farbe stellt sich dann meist eine sehr demütige Haltung ein.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“, das kennen wir seit Sokrates. Und trotzdem geht es weiter in der Arbeit: Analyse – Aufbau – Synthese

Irgendwann hat man das Motiv verstanden, das merkt man verlässlich. Und dann ist auch das Bild fertig.