Zeit.Raum, Slot I, Vol. 72#
Gegenständliche Abstraktion#
von Monika Lafer
Ein kleiner Ausschnitt aus einem Rasenstück am Wegesrand – er sieht auf den ersten Blick sehr realistisch gemalt aus. Man erkennt Halme, Blätter und Blütenstände. Allerdings findet man keine Tiere wie Insekten in den Gräsern, die selbstverständlich dort leben.
Das heißt, es wurden Dinge weggelassen (Tiere), auch die Farbigkeit ist deutlich kühler gewählt. Einzelne Grashalme wurden verändert positioniert, zu große Blätter nicht gemalt.
Mein Anspruch ist es nicht, etwas minutiös naturgetreu darzustellen, sondern die Komposition zu verdichten. Das heißt, das Ausgangsmaterial wird abstrahiert („weggezogen“, nämlich vom Originalmotiv).
In diesem Fall kam außerdem ein Aspekt dazu, der das Material betraf. Ich durfte hochwertiges Leinengewebe erwerben, dass ich in dieser Qualität schon lange nirgends mehr gefunden habe.
Das bedeutete, es galt die Maltechnik anzupassen – in diesem Fall hieß das für mich: noch klarer in der Form werden (weil grobes Leinen), eindeutiger in der Farbigkeit und genauer in der Komposition. Dies alles ist zwar noch eindeutig gegenständliche Malerei, aber noch deutlicher abstrahiert als meine Arbeiten zuvor.
- Slot I: Monika Lafer (Übersicht)
