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Dürnstein#

Von Ernst Lanz

So eine Ansicht auf dem blauen Glockenturm bietet sich, wenn man direkt davor steht oder vom Schiff
Dürnstein (2918). Hier der berühmte - seit 1986 - blaue Glockenturm. Bis damals, seit den 1960er Jahren war dieser hell geputzt - Foto: Zhao Lexin 1989, Wikimedia Commons - Gemeinfrei
Dürnstein an der Donau, links die Ansätze der Ruine 'Tyenestein'
Eindrucksvoller Blick auf Stift und Stadt Dürnstein vom Vogelbergsteig (2011) - Foto: © Bwag/CC-BY-SA-4.0, Wikimedia Commons - Gemeinfrei
Der Turm wurden in seiner Geschichte oft eingefärbt, dann weiß und seit 1986 blau-weiß
Dürnstein (1964). Hier ist der Turm offenbar weiß geputzt - Foto: FOTO:FORTEPAN / Drobni Nándor, Wikimedia Commons - Gemeinfrei
Inmitten von Niederösterreich, eine Fahrstunde westlich von Wien entfernt, durchfließt die aus dem Schwarzwald kommende Donau eines der schönsten Durchbruchstäler, das seit Menschengedenken als Wachau bekannte Granitplateau. Das Wachautal, etwa 35 Kilometer lang, vielleicht die schönste Gegend in Österreich, beginnt bei Melk und endet nahe Krems. Dazwischen liegen die alten Städtchen Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein. Ein Blick zeigt die Hänge mit ihren Weingärten, ein anderer Blick die steil aufragenden stark bewaldeten Berge. Auf ihnen uralte Burgruinen, die als Aggstein und Dürnstein bekannt sind. Von der anderen Seite der Donau ist eine sehr beliebte Sicht von Dürnstein zu sehen. Der hochaufragende Turm der ehemaligen Klosterkirche – sie wurde vor weniger als zweihundert Jahren unter dem Säkularisierer Kaiser Joseph I. unwiederbringlich aufgehoben. Heute wird sie vom Stift Herzogenburg nahe St. Pölten verwaltet. Neben der Pfarrkirche Reste eines schon längst aufgegebenen Klarissinnenklosters. Daneben ein Restaurant Richard Löwenherz“. Der Name weist auf eine alte Legende hin, wonach nach den Kreuzzügen im 12. Jahrhundert Herzog Leopold V. von Babenberg den englischen König gefangen setzen und ihn in einer der modrigen Zellen der oben liegenden Burg einsperren ließ. Ein Sänger genannt Blondel erkannte am Gesang des Königs, dass er sich hier befand. Nach Zahlung einer heute unvorstellbaren Summe Geldes in Silber konnte er Österreich verlassen. Mit dem Geld hatte der Herzog wichtige Festungsstädte in Südostösterreich ausbauen lassen. Vor zehn Jahren gab es in Dürnstein eine eigene Geschichtsausstellung zu diesem Thema. Während der Schwedenkriege verfiel die Burg zur heute bekannten Ruine. Das Städtchen liegt eng an Granithängen, die von den Geologen als Böhmische Masse bezeichnet wird. Diese Gesteinsart dominiert innerhalb der Wachau. Eine ÖBB-Station liegt knapp vor dem Tunnel, der im Verlauf des Bahntrassen-Baues nach der Jahrhundertwende in den Felsen gesprengt wurde. Ein nebenher liegender Autostraßentunnel wurde wie in einem Badezimmer wasserfest ausgerichtet. Unterhalb des Klosterfelsens liegt eine Schiffsanlegestelle. Sie ist durch einem tunnelartigen Stiegenabgang zu erreichen. Von einem mit einer Balustrade verzierten Balkon um den Glockenturm können vorbeischwimmende Personen- und Frachtkähne beobachtet werden. In Richtung Krems liegend zahllose Weingärten. Gegenüber weitere Rieden bei Rossatz. Natürlich mit Obstbäume – die Marille gilt hier als Köstlichkeit. Nach Westen stromaufwärts sehen wir wie die Donau mit ihrer schillernden Wasserfläche gekrümmt durch weitere Granithügel zu uns herbei fließt. Noch vor einem Jahr (1975) hatte sie wieder einmal Hochwasser, und das war damals doch irgendwie reißend. Tausende Touristen aus alle Himmelsrichtungen besuchen Dürnstein, bewundern das von Witterung heimgesuchte Kirchen- und Klostergebäude, genießen die Atmosphäre der Wachau an der Donau.

Copyright Ernst Lanz (1976)


Ein visuelles Beispiel seiner ursprünglichen Färbelung siehe hier: https://oldthing.at/Duernstein-Wachau-Hotel-Schloss-Duernstein-Kat-Duernstein-0023818076
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