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Pan Tau und der Wiener Prater#

Von Ernst Zentner

Eine sehr berühmte Kinderfilmserie war "Pan Tau" (mit Otta Šimánek u. a., Regie Jindřich Polak, 1970er Jahre, CSSR). Nun wo bleibt da der Österreich-Bezug? Sehr einfach, eher ein Bezug auf eine Wiener Spezialität.

Der ganz erste Film aus dieser Serie war ein Pilotfilm "Pan Tau - Das erste Abenteuer" aus dem Jahr 1966 (in Farbe!). Erst der WDR hatte diese Folge 1997 offenbar erstmals gesendet. Eine sehr geschickte Montage zwischen Prag und Wien machte diese Einzelfolge zum Klassiker. Pan Tau, ein Beschützer der Kinder, widmet sich einem Buben, der den mühevollen Klavierunterricht schwänzen möchte. Pan Tau nimmt einen Prager Linienbus und zeigt dem Kind mittel magischer Kräfte Vorschläge: Einen Zoobesuch, einen Indianer - aus einem DDR-Western - auf Fährtensuche und das Wiener Riesenrad. Offenbar sollte der Wurstelprater damals im TV-Film einen Prager Vergnügungspark simulieren. Komisch ist nur die neutrale Sichtweise politischer Gesellschaftssysteme zwischen Prag und Wien. Noch vor dem Prager Frühling 1968 produziert. Interessant auch die alten Autokennzeichentafeln beginnend mit einem "W" auf schwarzem Grund.

Der Klavierlehrer wird irritiert und abgelenkt und in der Zwischenzeit besuchen Pan Tau und sein Schützling den Wiener Prater. Unter den Wiener Statisten sogar ein Schauspieler, der meist bei der Löwingerbühne tätig war: Josef Loibl. Im Abspann wird er nicht erwähnt. Ein bloß wenige Sekunden langer Auftritt als Geisterbahnausrufer. (Übrigens darf er nicht verwechselt werden mit einem Sänger gleichen Namens.) Hinreißend der mit einem Knüppel drohende häßliche Riese und ein Skelett, das zum Gruß seinen Schädel abnimmt. Die tschechischen Filme bevorzugten oft den schwarzen Humor. Ein bizarrer Gruselfaktor in einem TV-Film für Kinder.

Im Jahr 1966 beging der Wiener Praters sein 200-Jahr-Jubiläum, und das wurde auch entsprechend gewürdigt.

Soweit Pan Tau und Wien bzw. Österreich.

Benützte audiovisuelle Quelle

Ernst Zentner 2019-2021

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