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Stille Nacht#

Das wohl bekannteste Weihnachtslied, "Stille Nacht, heilige Nacht", wurde in mehr als 300 Sprachen übersetzt. Seine Uraufführung erfolgte 1818 in der St. Nikolaus-Kirche in Oberndorf (Salzburg). Der Kaplan Joseph Mohr (1792-1848) verfasste den 6-strophigen Text 1816. Zwei Jahre später bat er den Lehrer und Organisten Franz Gruber (1787-1863), diesen für die Christmette zu vertonen. Dazu spielte Mohr die Melodie auf der Gitarre und sang die Tenorstimme, Gruber die Bassstimme und der Kirchenchor den Refrain. Seit 2011 steht "Stille Nacht" auf der nationalen Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

Zum 200-Jahr-Jubiläum im Jahr 2018 soll es zahlreiche Attraktionen geben - die dann weltweit vermarktet werden können. Schon seit 2006 arbeiten die "Stille-Nacht-Gemeinden" Oberndorf, Arnsdorf (Flachgau), Hallein (Tennengau), die Stadt Salzburg, Mariapfarr (Lungau) und Wagrain (Pongau) zusammen. Für das Jubiläumsjahr hat Intendant Carl Philip von Maldeghem vom Salzburger Landestheater in Hollywood ein "Stille-Nacht-Musical" in Auftrag gegeben. John Debney, von dem unter anderem die Musik zum "Dschungelbuch" stammt, soll es komponieren und die Drehbuchautorin Hannah Friedman den Text verfassen. Richard Kraft ist Produzent und Regisseur. Die Uraufführung ist in der Felsenreitschule geplant. Inhalt ist weder die Entstehung des Weihnachtsliedes, noch die Biografie von Gruber oder Mohr. Die Story dreht sich um einen Amerikaner, der in Salzburg die Liebe sucht. Dabei entdeckt er die Bedeutung des Weihnachtsliedes - das als Höhepunkt und Abschluss gesungen wird. Der Auftraggeber sieht eine mehrfache Beziehung von "Stille Nacht" zu den USA. Schon die Rainer Sänger hatten es bei ihren Konzerten in New York im Programm. Der im Zweiten Weltkrieg nach Nordamerika geflüchtete Salzburger Philosoph und Ökonom Leopold Kohr warb mit der Entstehungsgeschichte des Liedes für die Befreiung Österreichs. US-Präsident Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill, Premierminister von Großbritannien, sangen es 1941 gemeinsam.

Zillertaler Sänger, die um 1825 in ganz Europa - u.a. beim Preussischen König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) -, teilweise auch in Amerika auftraten, machten "Stille Nacht" als angebliches Tiroler Volkslied international bekannt. Der Tiroler Carl Mauracher, der die Oberndorfer Orgel repariert hatte, soll als Vermittler gewirkt haben. Die Volksmusikforscherin Prof. Gerlinde Haid (1943-2012) stellte Ähnlichkeiten mit einem Neujahrs-Ansingelied aus dem Flachgau fest.


Quellen: 
150 Jahre Stille Nacht. Innsbruck 1968
Joseph Mohr
Neujahrslied
Weihnachtslieder in Geschäften
UNESCO
Jubiläum
Artikel von Gerlinde Haid
Musical
Friedensweg


Siehe auch:
Buchbesprechung